Amtshaus ist so gut wie fertig

Erste Führung durch das sanierte Amtshaus: Im neugestalteten Trauzimmer gefielen den meisten Teilnehmern die Tapete aus einem englischen Musterbuch und die Designer-Stühle sehr gut. Hinter der Verkleidung hinten ist die Technik inklusive Lüftung und Musikanlage versteckt.Foto: A. Wiese

Bürgermeister führte erste Gruppe durch das für viel Geld sanierte Gebäude

Bissendorf (awi). Es dauerte fast zwei Jahre länger, wurde eine halbe Million teurer als geplant und wird in diesem Jahr zwar noch bezugsfertig, aber nicht mehr offiziell eingeweiht. Das soll erst im Frühjahr nächsten Jahres parallel zur großen Feier des 440. Geburtstages geschehen, erklärte am Dienstag Bürgermeister Helge Zychlinski, der am Nachmittag die erste offizielle Gruppe durch das für 2,5 Millionen Euro sanierte Gebäude aus dem Jahr 1580 führte.
Nach der knapp eineinhalbstündigen Begehung war seine gespannte Frage: „Hat es Ihnen denn gefallen?“ Allgemeine Zustimmung war die Antwort. Eingangsbereich, Trauzimmer, Büros für die Standesbeamten, die Büros, die ein Rechtsanwalt und ein Steuerberater im ersten Obergeschoss beziehen werden und die beiden Wohnungen im Dachgeschoss – alles sei stimmig und sehr wertig, waren sich die Führungsteilnehmer einig. Auch die seegrüne Tapete mit Goldmuster, die die Standesamtsmitarbeiter mit ausgesucht haben, kam an.
Das Trauzimmer hat die Seite gewechselt, beziehungsweise mit den Büros für die Standesbeamten getauscht, geht jetzt zur Straße raus. Als Begründung erklärte Bürgermeister Helge Zychlinski, die Büros für die Standesamtsmitarbeiter hätten auf der anderen Seite besser unterteilt werden können. Für die Ausstattung des Trauzimmers hat die Gemeinde eine großzügige Spende von einer Bissendorferin erhalten. Für die 50.000 Euro konnten in dem Raum alle denkmalschutzrelevanten Dinge sowie die Ausstattung finanziert werden. Ein Stehpult für den Standesbeamten ersetzt den großen Schreibtisch von vorher. „Das ist praktisch, man steht doch als Standesbeamter sowieso die meiste Zeit“, meinte Helge Zychlinski, der mittlerweile selbst die Befähigung erworben hat, Trauungen vorzunehmen. Hinter dem Trauzimmer gibt es sanitäre Anlagen für das Brautpaar und seine Gäste. Diese sind nicht nur nach Geschlechtern getrennt und es gibt ein behindertengerechtes WC, sondern eine Toilette ist räumlich extra großzügig bemessen, weil immer mehr Frauen heutzutage auch standesamtlich in Braut- oder Abendkleidern heirateten, erklärte derBürgermeister den aufmerksam lauschenden Führungsteilnehmern. Passend zum behindertengerechten WC ist übrigens jetzt auch der Zugang zum öffentlichen Teil des Amtshauses barrierefrei, denn die Schwelle vor der Tür wurde im Zuge der Umbauarbeiten entfernt. Das gilt allerdings nicht für Büros und Wohnungen in der ersten und zweiten Etage. Sie sind nur über ein Treppenhaus erreichbar. Einen Aufzug gibt es nicht. Die alte Treppe im vorderen Bereich des Amtshauses ist aufwändig saniert, aber so original wie möglich belassen worden. Über sie kann man die Büros und Wohnungen erreichen. Geplant ist das aber nicht so. Die Räume im Obergeschoss sind über eine Tür von der Rückseite des Gebäudes aus und das neue Treppenhaus erschlossen. Weitere Eindrücke vom renovierten Amtshaus gibt es auf der nächsten Sonderseite Bissendorf im Oktober.