An der A7 entsteht ein Solarkraftwerk

Landwirt Helmut Bäßmann, Regionsabgeordneter Walter Zychlinski und Walter Richter vor dem Feld an der Autobahn 7 bei Meitze, auf dem das Solarkraftwerk entstehen soll: Im Hintergrund ein Teil der nördlichen Fläche, sie verläuft parallel zur Autobahn in einer Breite von 200 Metern. Abschlusskante ist etwa die parallele Linie zur Autobahn ausgehend von Walter Richters linker Schulter. Foto: Privat

Grüner Strom versorgt ab Herbst 2022 mehrere Ortschaften

Meitze (awi). Schon mit seinem Einstieg in den Weinanbau hat Landwirt Helmut Bäßmann
aus Meitze gezeigt, dass er immer für eine Überraschung gut und durchaus bereit ist, neue Weg in der Landwirtschaft zu gehen. Wenn es jetzt mal endlich Sommer wird, wollen er und sein Kompagnon im Herbst den ersten Federweißen auf ihren Feldern in Meitze ernten. Doch noch bevor es soweit ist, nimmt der Landwirt das nächste Priojekt in Angriff: ein Solarkraft werk auf zwei Flächen bei Meitze, eine vor der Autobahnbrücke, die andere am Forst Rundshorn, insgesamt 14,5 Hektar. „Ich hab halt andere Ideen", so Bäßmann im Gespräch mit dem Echo. Seit Jahren halte er nach Möglichkeiten für grünen Strom Aussicht. Jetzt habe er in 200 Metern Abstand von der Autobahn den idelalen Standort gefunden, ist er überzeugt. Bis die Kollektoren aufgestellt werden können, wird allerdings noch ein bisschen Zeit ins Land gehen, denn das Genehmigungsverfahren ist aufwendig. Zum einen muss der Rat einen Flächennutzungsplan aufstellen, zum anderen benötigen diverse Behörden diverse Gutachten, auch wenn die Fläche als extensives Grünland gilt und die Bodenversiegelung unter einem Prozent beträgt. Ein 40-Meter-Streifen bleibt ganz frei. Ein bis zu 2,40 Meter hoher Zaun wird die Kollektoren-Felder umgeben, der allerdings mindestens 20 Zentimeter vom Boden entfernt sein muss, um kleines Wild durchzulassen. „Wir nehmen allein an Planungskosten 70.000 bis 100.000 Euro in die Hand, aber wir planen ja auch für 40 Jahre im Voraus", so Bäßmann. 3.500 Haushalte kann er mit dem erzeugten grünen Strom beliefern, das reicht für Meitze, Gailhof und Elze. Allein die Industrie soll 25 Prozent grünen Strom abnehmen. Eingespeist wird in das Netz der Avacon. Bisher hat Bäßmann Getreide auf den Flächen angebaut, doch der Ertrag auf den sandigen Böden ist gering. Die neue Nutzung mit Solarkollektoren entlastet zudem das Grundwasser. „Es gibt für so ein Projekt keinen besseren Standort als diesen", ist Bäßmann überzeugt. Grüner Sichtschutz zum Dorf hin ist eingeplant. Jetzt hofft er erst einmal auf die problemlose Aufstellung des Flächennutzungsplanes und die anschließende Baugenehmigung von der Gemeinde. Baubeginn ist für Herbst 2022 anvisiert. Bauherr wird die noch zu gründende Projektgesellschaft Solarkraftwerke Wedemark sein, der Bäßmann seine Eigentums- und Pachtflächen zur Verfügung stellt. Aufstellt werden 39.500 PV-Module a 340  Watt sowie 107 Wechselrichter a 110 kWp. Staatliche Fördergelder für die Erzeugung von CO2 neutralem Sonnenstrom ist nicht angedacht. Wurde die Fläche vorher intensiv landwirtschaftlich genutzt, ist künftig eine Doppelnutzung durch Energieerzeugung und extensive Landwirtschaft, beispielsseise durch die Beweidung mit Schaffen und Grünfutteschnitt, geplant. Das Projekt helfe, dei Einhaltung der Klimaschutzziele der Bundesrepublik zu erreichen, betont Bäßmann.
Der Landwirt hat Bürgermeister Helge Zychlinski und dem Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses der Region Hannover Walter Richter (SPD), der auch Fachmann für Klimaschutz ist, sowie dem SPD-Regionsabgerordneten Walter Zychlinski aus Elze letzte Woche sein Projekt Solarkraftwerk vor Ort vorgestellt.
Das Erreichen der Klimaziele ist in der Regionspolitik ein wichtiges Thema. Walter Richter im Besonderen, aber auch der SPD-Regionsabgeordnete Walter Zychlinski und seine Arbeitsgruppen-Kollegen sind daher ständig auf der Suche nach wirkungsstarken Projekten, die zu einer „Roadmap der Klimawende“ für die Region zusammengefügt werden können.
„Wir werden zur Erreichung der Klimaziele unter anderem auch deutlich mehr grünen Strom benötigen, als von den Dächern fließen wird. Der Standort der PV- Großanlage erscheint als geeignet: landwirtschaftlich kaum nutzbar, kein erkennbarer Naherholungswert an der Autobahn, keine Sichtlinien auf das Objekt, auch durch eine geplante Einhausung, nur einprozentige Bodenversiegelung und Biodiversität unter und zwischen den Panels", zählt Walter Zychlinski die Argumente auf, die für das Projekt von Landwirt Bäßmann sprechen.
Wenn das Projekt, das jetzt beantragt werde, zur Umsetzung gelange, sei es ein großer Baustein in der Rubrik „die Wedemark bewegt sich“ in Richtung Klimaneutralität, so der Regionsabgeordnete zufrieden.