Anerkennung von Gerhard Schröder

Entspannt: Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (links) und Geburtstagskind Günter Papenburg im Gespräch bei der Gala am Freitag. Foto: A. Wiese
 
Günter Papenburg begrüßt Wolfgang Kasten und Frau.

Günter Papenburg holt zum 75. Geburtstag Prominenz in die Wedemark

Mellendorf (awi). Drei Tage lang stand das kleine Dorf Negenborn am letzten Wochenende im Fokus: Firmengründer Günter Papenburg feierte in seiner allerersten Kiesgrube seinen 75. Geburstag und den 50. Gründungstag seiner ersten Firma und hatte dazu Prominenz nicht nur aus Deutschland eingeladen.
Zur Prominenz aus Politik und Wirtschaft wie Altkanzler Gerhard Schröder, der Günter Papenburg eine lobende Rede widmete,
Ministern aus Sachsen-Anhalt, den Oberbürgermeistern aus Hannover und Halle, dem früheren Handwerkskammerpräsidenten Kurt Rehkopf, den Geschäftsführer der Komatsu, Geschäftspartnern und Wegbegleitern gesellten sich bekannte Gesichter wie Felix Magath oder Regionspräsident Hartmut Jagau. Doch auch die Wedemark war an einem der Tische im mit 500 Gästen gut besetzten Festzelt präsent: Mit Bürgermeister Helge
Zychlinski, Ortsbürgermeister Peter Reuter und seinem Stellvertreter Wolfgang Kasten sowie Heinrich Meyer aus Dudenbostel nebst Ehefrauen. Im Mittelpunkt für Günter Papenburg stand allerdings unübersehbar seine Familie. Seine drei Kinder Klaus, Angela und Karin, die alle mittlerweile in die Firmenleitung eingebunden sind, mit ihren Ehepartnern und Kindern gestalteten den Festabend am Freitag für Günter Papenburg aktiv mit und brachten sich auch bei der Feier mit den annähernd 3000 Mitarbeitern am Sonnabend und der Übergabe von 76 neuen Baumaschinen von Komatsu an Papenburg sowie beim Tag der offenen Tür am Sonntag ein. Der übertraf mit tausenden von Besuchern alle Erwartungen, auch die der Vereine aus Abbensen und Negenborn, die von Papenburg Würstchen und Getränke zur Verfügung gestellt bekamen und auf eigene Rechnung zugunsten ihrer Jugendarbeit verkaufen durften, was nach ersten Schätzungen an die 7.000 Euro in die Vereinskassen von Feuerwehren, Schützenvereinen und Dorfverschönerungsvereinen spülte. Günter Papenburg hatte bei der Ausgestaltung seiner Geburtstagsfeier am Freitagabend an alles gedacht und beim Programm alles geben: Die bekannte Moderatorin
Ruth Moschner führte die Gäste mit Charme und Redegewandtheit durch den Abend. Dietmar Wischmeyer trieb den Gästen in seiner Rolle als „Günter der Treckerfahrer“ mit einer auf das Leben Günter Papenburgs zugeschnittenen mit Anekdoten und süffisanten Bemerkungen gespickten Rede die Lachtränen in die Augen. Besonders gespannt warteten alle jedoch auf den Stargast des Abends. Spätestens als jemand den verdächtigen Spezialtransporter für einen Flügel entdeckt hatte, machte nämlich voller Vorfreude das Gerücht die Runde: „Udo Jürgens tritt auf!“ Udo Jürgens in der Wedemark, Udo Jürgens auf einer Geburtstagsfeier im kleinen Negenborn – das war ein Knaller. Am späten Abend folgte dann die Ernüchterung: Nach wenigen Liedern von seiner neuen CD, die allerdings keine Wiedererkennungsfreude bei den Zuhörern hervorriefen, unterbrach der Weltstar seinen Gesangsvortrag und mokierte sich über sein Publikum, das es ganz offensichtlich nicht nötig habe, sich von den Plätzen zu erheben und nach vorne an die Bühne zu stürmen, wenn er sänge. So etwas sei er nicht gewohnt, konfrontierte Udo Jürgens sein verblüfftes Publikum störte sich zudem an zwei Kindern, die vor der Bühne herumliefen. Ganz offenbar, um seinen berühmten Gast zu besänftigen und persönlich zu begrüßen, erklomm Günter Papenburg persönlich die Bühne. Doch wusste der Sänger seinen Gastgeber wohl zunächst nicht einzuordnen. Als dieser bemerkte, die Menschen würden schon mitsingen und nach vorne kommen, sobald er seine alten und bekannten Titel anstimmen würde, reagierte der fast 80-jährige Sänger verärgert: Er lasse sich sein Programm nicht vorschreiben, ließ er Papenburg wissen. Doch schließlich kamen die alten Titel noch, die das Publikum hören wollte und zu „Ich war noch niemals in New York“ oder „Merci Cherie“ tanzten die Geburtstags-
gäste begeistert vor der Bühne und sangen auch mit. Doch das Kopfschütteln über den Auftritt des Sängers legte sich den Rest des Abends nicht mehr, auch dann nicht als Udo Jürgens Songs um Mitternacht als Untermalung eines fulminanten Feuerwerks der Firma Rohr Pyrotechnik eingespielt wurden und der Himmel fast eine Viertelstunde lang in den herrlichsten Farben erstrahlte. Da erntete Altkanzler Gerhard Schröder mehr Applaus für seine Rede auf das Geburtstagskind. Der dankte zunächst einmal den Enkeln für ihre Klasse-Einlage: „Das sind tolle Menschen, die ihren Opa lieben“. Er wisse gar nicht mehr genau, wann er Günter Papenburg zum ersten Mal begegnet sei, so Schröder. Doch müsse dies Anfang der 90er gewesen sein, als er selbst gerade frisch gewählter Ministerpräsident war. „Wir reisten mit einer Wirtschaftsdelegation nach Japan und Papenburg war dabei. Ich fragte, wer das sei, denn ich kannte ihn ja nicht und bekam zu hören ,der ist schon in Ordnung‘. Und das kann ich nur bestätigen“, so Schröder am Freitag vor 500 Gäs-ten. Papenburg sei vor allem eins. Verlässlich, Wenn er ja sage, meine er ja, und wenn er nein sage, meine er genau das. Die Sprache, die er spreche sei ehrlich, und das habe ihn befähigt, ein solches Unternehmen mit mittlerweile 3.000 Mitarbeitern aufzubauen, die Hanomag zu retten und der Stadt Halle große Dienste zu erweisen, so wie zuletzt die Spende bei der Flutkatastrophe in Höhe von 500.000 Euro.