„Angst und Verunsicherung streuen"

Gemeinde warnt vor Leugner-Flugblättern

Wedemark. Mit Flugblättern verbreitet eine Gruppe Unwahrheiten zur Corona- Pandemie und gefährdet mit ihren Forderungen die Gesundheit der Bevölkerung.
Jetzt sind die Flyer auch in der Wedemark aufgetaucht: Die Gruppierung, die sich „Ärzte für Aufklärung“ nennt, verbreitet einen Flyer, in dem sie behaupten, in Deutschland drohe die Zwangsimpfung gegen Corona. Es wird suggeriert, Corona sei eine „Fake Pandemie“ und es würden 80.000 Todesopfer mehr oder weniger bewusst in Kauf genommen. „Ich warne auf das Schärfste davor, diese Flyer ernst zu nehmen“, mahnt Bürgermeister Helge Zychlinski. „Dieses Blatt ist nur dazu da, Angst und Verunsicherung in der Bevölkerung zu streuen.“ Die Behauptungen in der Wurfsendung sind aus der Luft gegriffen. „Tatsächlich ist eine Zwangsimpfung gegen SARS CoV-2 in Deutschland nicht vorgesehen. Das ist tausendmal in allen Medien veröffentlicht worden. Jeder, der so etwas immer noch behauptet, lebt offensichtlich in seiner eigenen Blase oder führt mutwillig Böses im Schilde“, macht Zychlinski klar. Es sei unverantwortlich, die Corona-Pandemie zu leugnen oder herunterzuspielen. „
Die Verfasser arbeiteten nach der typischen Populisten-Methode: Angeführt werden aus dem Zusammenhang gerissene Aussagen, Halbwahrheiten und erfundene Daten. Darauf wird ein Bedrohungskonstrukt aufgebaut, dass sich durch sich selbst trägt, und in sich schlüssig zeigt und damit nur die Schlussfolgerungen zulässt, die die Autoren bezwecken. „Es ist dabei aber wirklich perfide, dass die „Ärzte für Aufklärung“ diese kruden Ansätze auf dem Rücken mittlerweile fast 1.198.000 Erkrankten sowie von 19.300 Toten verbreiten, die sie schlicht leugnen“, verdeutlicht Zychlinski. „Mit Blick auf die Corona-Vorfälle in einem unserer Pflegeeinrichtungen ist das mehr als zynisch!“ Die Aussagen in dem Flyer sind schnell widerlegt, sorgen aber erst einmal für Verunsicherung.
Die Flyer werden bereits seit mehreren Wochen verteilt, nicht nur in Niedersachsen. Schon im August haben die sogenannten „Ärtze für Aufklärung“ in einem Video irreführende Behauptungen zum Tragen von Masken oder PCR-Tests verbreitet. Außerdem machte „Report Mainz“ bereits im Juli bekannt, dass Mitglieder dieser Gruppierung Gefälligkeitsatteste gegen die Maskenpflicht ausgestellt haben. Das ist strafbares Handeln – es drohen Geld- und Haftstrafen. Zahlreiche Landdesärztekammern haben sich bereits von der Gruppe distanziert. Mit größter Sorge beobachtet der Bürgermeister, dass sich landesweit eine Allianz aus so genannten Querdenkern, Neonazis, christlichen Fundamentalisten und Populisten anderer Lager zusammenbaut, deren Ziel die Erschütterung unserer demokratischen Strukturen ist. Helge Zychlinski: „Für solche Hetzer und Spalter gibt es in der Wedemark keinen Platz! Informieren Sie sich aus seriösen, offiziellen Quellen.“