Anwohner wehren sich gegen Pläne

Auf diesem Grundstück sollen die Mehrfamilienhäuser entstehen. Viele Bäume müssen dann weichen, da Baurecht über dem Baumschutz steht. Foto: Privat

An der Wietze-Aue sollen zwei Mehrfamilienhäuser entstehen

Bissendorf-Wietze (awi). Gegen den geplanten Bau von zwei Mehrparteienhäusern mit jeweils vier Wohneinheiten regen sich massive Widerstände der Anwohner aus Bissendorf-Wietze im Bereich Wietze-Aue. Sie kritisieren vor allem die Geschosshöhen der geplanten Gebäude, die nach ihren Informationen zwei bis zweieinhalb Geschosse betragen soll. Durch die Zufahrt und zwölf Parkplätze komme es zu einer starken Verdichtung und es sollen 16 Bäume der zukünftigen Bebauung zum Opfer fallen, da das Baurecht über dem Baumschutz steht.
116 Anwohner haben sich bereits in einer Unterschriftenliste gegen das Vorhaben positioniert. Sie kritisieren, dass „aus einer Siedlung, die vorwiegend durch Einfamilienhäuser und Eigennutzern geprägt sei immer mehr ein Bebauungsgebiet für Renditeobjekte von Baumogulen“ entstehe. Mit ihrer Unterschrift sprechen sich die Unterzeichnenden gegen eine Bebauung ders Grundstücks Wietze-Aue 31b und 33 mit zwei bis zweieinhalbgeschossigenMehrfamilienhäusern uns insgesamt acht Wohnparteien aus. Sie fordern vielmehr eine „der Umgebung entsprechende ortsübliche Bebauung des Grundstücks gemäß § 34 Baugesetzbuch mit den Festlegungen eingeschossige Bebauung, maximal zwei Wohneinheiten je Wohngebäude und maximaler Grundlächenzahl von 0.2 nach demLeitbild der Bebauungspläne südlich der Burgwedeler Straße.
Die Anwohner kritisieren auch, dass der Ortsrat Bissendorf-Wietze erst auf Nachfrage durch die Verwaltung von dem Bauvorhaben unterrichtet worden sei. Nachdem durch einen direkt angrenzenden Nachbarn die geplante Bebauung bekannt geworden war, wurde der Ortsbürgermeister darüber informiert. Erst nach Information des gesamten Ortsrates und Erinnerung an den Ortsbürgermeister habe dieser Mitte Juli einen Gesprächstermin mit Holger Zorn vom Team Bauplanung und Bauaufsicht vereinbaren können. Dieses Gespräch habe am 21.Juli in den Räumen der Gemeinde Wedemark mit einigen Mitgliedern des Ortsrates stattgefunden. Da die Teilnehmerzahl aufgrund von Corona-Regelungen auf eine begrenzte Personenzahl festgelegt wurde, waren Daniel Leide, Lydia Bock und Jochen Wilkens von der CDU, Ronald Fischer von der SPD und Claudia Maibom von der BIGW vertreten. Aufgrund dieses Termins wurde von der Gemeinde Wedemark und Susanne Brakelmann, Vorsitzende Ausschuss Bauen und Planen, auf Anfrage mitgeteilt, dass das Bauvorhaben dem Ortsrat intensiv erörtert worden sei und Ortsbegehungen stattgefunden hätten. Das lasse Außenstehende vermuten, dass der Ortsrat in diesen Belangen intensiv beteiligt worden war, was jedoch nicht der Fall sei, so die Anwohner gegenüber der Presse. Ein Gespräch zwischen Anliegern und dem Investor, das auf Empfehlung der Gemeinde Wedemark geführt wurde, habe keine Einigung gebraucht, so die Anlieger. Der Investor war für Nachfragen dieser Zeitung bis Redaktionsschluss nicht erreichbar. Die Stellungnahme wird aber nachgereicht.
Holger Zorn hatte letzte Woche in einem Schreiben an eine Anligerin geäußert, aus den Bauakten für das Wohnhaus „Wietze-Aue 33a“ sei nicht zu entnehmen, dass eine zweigeschossige Bebauung auf dem Grundstück abgelehnt worden sei. Das Gebäude sei bereits im Januar 2016 so genehmigt worden, wie es beantragt worden sei. Er halte es für nicht ausgeschlossen, so Zorn, dass in Vorgesprächen mit dem Bauherrn oder dem Bauunternehmer nur eine formal eingeschossige Bebauung als problemlos zulässig beschrieben worden sei. Die Gemeinde weise bei Anfragen darauf hin, dass eine zweigeschossige Bebauung nur nach genauerer Überprüfung der Umgebung zugelassen werden könne. Häufig bleibe es dann bei einer eingeschossigen Bebauung.
Die Beurteilung des „Einfügens“ nach § 34 BauGB sei in der Tat relativ kompliziert, zumal sich die Umgebung durch neue Baumaßnahmen ständig verändere, räumt Zorn in diesem Schreiben ein. Ausgelöst durch die Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte zu § 34 BauGB sei seit geraumer Zeit vorrangig der äußere Eindruck der Bebauung bei einigen Faktoren des „Einfügens“ maßgeblich, gibt Zorn zu bedenken und teilte gestern über Gemeindepressesprecher Ewald Nagel mit, dass die Gemeinde dem Investor eine Änderung des Bauantrages auferlegt habe, damit sich die geplanten Bauvorhaben nach dem genannten Paragrafen in die Umgebung einfügen. Die Anwohner setzen ihre Hoffnung zudem auf eine Bauleitplanung für den nördlichen Bereich der Burgwedeler Straße analog der Bebauungspläne für die Gebiete Natelsheideweg/Am Wietzestrand/Bussardweg. Eine solche könnte die weitere Verdichtung/Zersiedlung des Gebietes, die bereits in der jüngeren Vergangenheit rasant Fahrt aufgenommen habe, verhindern. Sie wünschen sich in dieser Angelegenheit noch mehr Unterstützung des Ortsrates und der Gemeinde Wedemark, betonen sie.