Apfelbaum an der Kirche gepflanzt

Joachim Steinmetzt (Mitte) veredelt den Apfelbaum, der in ein paar Jahren vier verschiedene Apfelsorten tragen wird.
 
Baumpflanzaktion vor der Kirche: Baumspender Robert Knoerk (von links), Pastorin Silke Noormann, Michael Hemme vom Kirchenvorstand und Pomologe Joachim Steinmetz.

Immer noch intensive Suche nach einer Lösung für die Krippe St. Georg

Mellendorf (awi). Gut fünf Wochen sind vergangen seit dem Brand im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde in Mellendorf. Mit der Versicherung ist alles geklärt, die Arbeiten für den Wiederaufbau des Gemeindehauses sind angelaufen. Die historische Fassade des denkmalgeschützten Gebäudes soll erhalten bleiben. Der Giebel ist fachmännisch abgestützt. Zurzeit ist eine Fachfirma damit beschäftigt, Bauschutt und verbrannte Balken aus der Ruine zu entfernen und den verkohlten Dachstuhl abzutragen.
Auch die beiden Krippengruppen der Kindertagesstätte St. Georg haben durch den Brand ihre Räume verloren. Eine der betroffenen Gruppen fand wenig später freundliche Aufnahme in der kommunalen Kindertagesstätte „KiTamiTu“. Für die übrigen Kinder wurden individuelle Lösungen gefunden. „Die Kinder und das Team der Erzieherinnen haben sich gut in der KiTamiTu eingefunden“, berichtet Lars Arneke, pädagogische Leitung der Kindertagesstätten in Trägerschaft des Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen. „Die Arbeit dort läuft sehr harmonisch und auch von der Leitung der kommunalen Einrichtung haben wir eine positive Rückmeldung bekommen.“ Zurücklehnen ist für Lars Arneke und Caren Holstein-Lemke, Leiterin der Kita St. Georg, dennoch nicht angesagt: „Wir suchen intensiv nach einer guten Lösung für die Zeit bis zur Wiederherstellung der Krippenräume im Gemeindehaus“, sagt Arneke. Diese Suche gestalte sich nicht ganz einfach, da für die Betreuung von Kleinkindern natürlich eine Reihe von Auflagen zu erfüllen sei, auf die die Landesschulbehörde als Genehmigungsinstanz achte. „Wir fahren mehrgleisig und prüfen verschiedene Optionen“, erklärt Arneke. Noch habe es keine Entscheidung für eine Lösung gegeben, zu viele Fragen seien noch offen. „Wir arbeiten in enger Abstimmung mit der Gemeinde Wedemark und der Landesschulbehörde und sind zuversichtlich, zeitnah eine tragfähige Lösung zu finden“, ist Arneke dennoch überzeugt.
Wie nah Zerstörung und Neuanfang beieinander liegen, symbolisiert derweil eine Aktion der St. Georg-Kirchengemeinde, die kurioserweise schon vor dem Brand angeschoben wurde, aber durch die Ereignisse jetzt eine besondere Bedeutung bekommen hat. „Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Dieser legendäre Satz wird Martin Luther zugeschrieben. Die Welt ist für die St. Georg-Kirchengemeinde nicht untergegangen, aber ein Schock war der Brand des Gemeindehauses schon. Um so schöner für Pastorin Silke Noormann und Kirchenvorstand Michael Hemme, dass sie mit dem Pflanzen eines ganz besonderen Apfelbäumchens vor der Kirche am Donnerstag ein Zeichen setzen konnten. Die Idee hatte Silke Noormanns Nachbar Robert Knoerk, der den Baum auch spendiert hat. Es handelt sich um einen Apfelbaum, der nicht nur eine Sorte tragen wird sondern vier verschiedene. Der Baumwart des Obstbaumpfads Hemmingen und Pomologe Joachim Steinmetz hat am Donnerstag vor Ort die fachkundige Veredelung vorgenommen. Die Früchte dürfen dann in einigen Jahren von jedermann gepflückt und probiert werden. Die „Wilkenburger Herbstreinette“ ist auch dabei. Sie geht auf den Wilkenburger Pastor Oberdieck zurück, der um 1790 einer der Top-Pomologen in Deutschland war. Steinmetz hat den Holsteiner Cox an vier starken Leitästen mit der Wilkenburger Herbstreinette, der alten englischen Sorte Discovery, einem Celler Dickstiel und einem Alkmene veredelt, so dass die Mellendorfer einmal von August bis Oktober verschiedene Apfelsorten von einem Baum ernten können. Joachim Steinmetz gab Pastorin Silke Noormann und Kirchenvorstand Michael Hemme viele interessante Informatioen dazu. Am 8. März gibt der Baumwart und Projektleiter des Obstpfades Hemmingen für Interessierte einen Obstbaumschnittkurs im Garten von Knoerk an der Wedemarkstraße 26a, Infos unter Telefon (01 63) 4 36 54 57.