Appell gegen Lebensmittel-Verschwendung

Die CDU-Landtagsabgeordnete Editha Lorberg informierte sich am Welternährungstag in Begleitung von Wedemärker Landfrauen und Resser Kommunalpolitikern im Frische-Markt Pagel in Resse über den verantwortungsvollen Umgang mit frischen Lebensmitteln. Foto: A. Wiese

CDU-Landtagsabgeordnete besucht am Welternährungstag Frische-Markt Pagel

Resse (awi). Den Welternährungstag (früher Welthungertag) am 16. Oktober nahm die CDU-Landtagsabgeordnete Editha Lorberg zum Anlass für einen Besuch im Frische-Markt Pagel in Resse, um hier stellvertretend einen Appell gegen die Verschwendung von Lebensmitteln über die Presse an die Öffentlichkeit zu richten. Begleitet wurde sie von Resser CDU-Politikern und einer Abordnung der Wedemärker Landfrauen. Sie griff damit eine Aktion der CDU-Fraktion im Landtag auf, die an diesem Tag landesweit auf das weltweite Phänomen aufmerksam machte. 800 bis 925 Millionen Menscdhen litten weltweit an Hunger und Unterernährung, so Lorberg. Täglich würden 24.000 Menschen an den Folgen von Hunger und Unterernährung sterben.
Es wird zuviel weggeworfen
Ein Drittel der für den menschlichen Verzehr bestimmten Lebensmittel werde weggeworfen, allein in Deutschland über 80 Kilogramm Lebensmittel pro Person, wovon die Hälfte noch verzehrbar wäre. Auf Grund dieser alarmierenden Zahl wendet sich Lorberg mit ihrem Appell direkt an die Verbraucher. Dazu zählt sie nicht nur Privathaushalte, sondern auch Kantinen und Krankenhäuser, wo 17 Prozent der Lebensmittel weggeworfen würden. Diese Entwicklung sei weder sozial noch ethisch akzeptabel, so Lorberg. Sie möchte die Wedemärker Verbraucher gerne für eine bessere Verwertung der Lebensmittel sensibilisieren. „Kaufen Sie Ihrem Verbrauch angepasste Packungsgrößen, verwerten sie Reste und beachten sie, dass Mindesthaltbarkeitsdatum auch genau das heißt: nämlich dass diese Lebensmittel mindestens bis zum angegebenen Datum verwendbar sind, oft aber auch darüber hinaus“, applierte die Wedemärker Landtgsabgeordnete an die Bürger. Auch bei einem Restaurantbesuch könne man mittlerweile fast überall auch kleinere Portionen wählen, die beispielsweise auf den Bedarf von Senioren zugeschnitten seien. Kaufmann Thorsten Pagel freute sich über den Besuch der Politikerin und betonte, dass es ihm in seinem Markt in Resse mit einem großen Stammkundenpotential sehr gut möglich sei, den Bedarf an frischen Lebensmitteln und Kühlprodukten einzuschätzen. Er könne so genau kalkulieren, dass er nicht mal einen Überhang für die Langenhagener Tafel habe, die er von seinem Fuhrberger Markt aus beispielsweise beliefere. In Resse, wo 8.000 bis 9.000 Artikel geführt würden, davon etwa ein Drittel Frischeprodukte, werde es so gehandhabt, dass Mitarbeiter Produkte mitnehmen könnten, die nicht mehr verkauft würden, deswegen aber noch lange nicht schlecht seien. Pagel und Lorberg waren sich einig, dass es Verbraucher gebe, die umdenken müssten, wenn sie erwarteten, dass jeder Artikel jederzeit verfügbar sei. Das gelte auch beispielsweise für Büffets in Hotels, wo gleich geschimpft werde, wenn nicht immer alles überreichlich verfügbar sei. Die Landfrauen aus der Wedemark schlossen sich Lorberg und Pagel an: Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Lebensmitteln fange bei einem gut durchdachten Einkauf für einen vorgeplanten Wochenspeiseplan an und setzte unter anderem den Einkauf regionaler und saisonaler Produkte voraus. Bei Schnäppchenangeboten hingegen sei Vorsicht geboten. Margrit Heuer aus Fuhrberg verwies auf ein Projekt des niedersächsischen Landfrauenverbandes, bei dem 137.000 Schüler ihren Ernährungsführerschein gemacht hätten.
Hauswirtschaft als Pflichtfach
Die Landfrauen sprachen sich außerdem dafür aus, das Fach Hauswirtschaft bundesweit an den Schulen einzuführen. Seinen Kühlschrank in Ordnung zu halten und den Überblick über die Produkte darin und ihre Haltbarkeit zu haben, sei außerdem wichtig. Als Anreiz für eine intelligente – und wohlschmeckende – Resteverwertung präsentierten die Landfrauen das Rezept für einen „Resteauflauf“: Für das Kartoffelgratin mit Sauerkraut für vier bis sechs Personen braucht man 500 Gramm Kartoffeln, 400 Gramm Sauerkraut, einen Apfel, eine Zwiebel, einen Esslöffel Schmalz, eine Tasse Brühe, 200 Gramm Creme fraiche oder saure Sahne, ein Bund Petersilie, 75 Gramm geriebenen Käse, Salz, Pfeffer, Kümmel und Muskat als Gewürze. Für die Zubereitung werden die Kartoffeln geschält, bissfest gekocht und in Würfel geschnitten. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Die Zwiebeln schälen und würfeln, Schmalz in die heiße Pfanne geben und die Zwiebelwürfel darin andünsten. Das Sauerkraut dazugeben. Etwas Kümmel hinufügen. Den Apfel in Würfel schneiden und zum Sauerkraut geben. Das Ganze mit Brühe ablöschen und zehn Minuten dünsten lassen. Alles in eine gefettete Auflaufform schütten. Petersilie hacken und mit Creme fraiche verrühren. Die Soße über den Auflauf gießen und mit geriebenem Käse bestreuen. Den Auflauf bei 190 Grad etwa 30 Minuten überbacken. „Guten Appetit“, wünschten Editha Lorberg und die Landfrauen zum Ende ihres Besuches.