Arbeitskreis Amtshaus sucht Mitstreiter

Die Mitglieder des Arbeitskreises Sanierung Amtshaus haben nach mehr als einem Jahr ihre Pläne am Donnerstagabend erstmals wieder öffentlich vorgestellt.Foto: A. Wiese

Sanierung des historischen Baudenkmals ist beschlossene Sache

Bissendorf (awi). Richtig konkret sind die Pläne noch nicht, aber klar ist, dass das Amtshaus saniert werden soll und muss. Wann, wie und für welche spätere Nutzung – damit beschäftigt sich seit Mai letzten Jahres ein Arbeitskreis. Er hat getagt, recherchiert, diskutiert und vergleichbare Objekte bereist, am Donnerstag wandte sich der Arbeitskreis mit Mitgliedern aus Verwaltung, Politik, dem Haus selbst und interessierten Institutionen wie dem Richard-Brandt-Museum an die Öffentlichkeit. „Wir würden uns sehr freuen, wenn wir noch interessierte Mitstreiter finden würden, die an der Erhaltung des Amtshauses für die ganze Wedemark interessiert sind und ihre Ideen einbringen“, erklärte die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf.
Ausdrücklich bedankte sie sich bei dem Grünen Ratsherr Wilhelm Lucka, von dem der Arbeitskreis wertvolle Hinweise bekommen habe, wo und wie andere Gemeinden mit baufälligen, stark sanierungsbedürftigen, denkmalgeschützten Gebäuden umgegangen seien, die zum Teil von Trägervereinen, andere von Stiftungen übernommen wurden. Die Arbeitskreismitglieder waren in Gronau, Einbeck und Gifhorn und erhielten auch wichtige Informationen über die Möglichkeiten öffentlicher Fördergelder. Wie berichtet gibt es bereits eine Förderzusage über 150.000 Euro durch das Sonderprogramm des Beauftragten für Kultur und Medien beim Bund, für das sich neben dem Arbeitskreis die Bundestagsabgeordnete Caren Marks stark gemacht hatte. Auch hier hatte Wilhelm Lucka den Arbeitskreis bei der recht komplizierten Antragstellung beraten. Es galt zunächst, eine Stellungnahme vom Landesamt für Denkmalschutz einzuholen. Das gibt die Anträge dann nach einem Ranking zum Bund zur Entscheidung in den Haushaltsausschuss weiter, wo sich dann die Abgeordneten der jeweiligen Wahlkreise einschalten. Die 150.000 Euro vom Bund sind jetzt zwar ein relevanter Betrag, aber nicht ausreichend. Zeitdruck geben es zum Glück nicht, so Beckedorf. Im Laufe der nächsten zwei Jahre müsse das Geld verbaut werden. Doch die Planungen müssen jetzt konkret werden, darum der Appell an die Öffentlichkeit, sich einzubringen und das Amtshaus in Bissendorf als ein Haus für die ganze Wedemark zu sehen. „Wir haben vor Spendengelder zu generieren. Ob als Förderstiftung oder als Trägerverein oder einer anderen rechtlich verbindlichen Organisationsform, in die der derzeitige Arbeitskreis dann mündet, das ist zurzeit noch völlig offen“, betonte Beckedorf. Gesucht würden jetzt erst einmal Menschen, die das Projekt ideell, aber natürlich gerne auch mit Spendengeldern unterstützen wollen. Es gebe noch viel zu tun. Vor den eigentlichen Sanierungsarbeiten müsse ein bauhistorisches Gutachten erstellt werden, ein weiteres über die Statik und den Zustand des Fachwerks. Vor allem gelte es, die künftige öffentliche Nutzung des Gebäudes zu diskutieren. Das einzige, was bisher gesetzt sei, sei, dass das Standesamt auch nach der Sanierung im Amtshaus sein solle. Ansonsten seien unterschiedliche Nutzungen bis hin zu Wohnungen im Obergeschoss denkbar. Natürlich werde es gewisse Restriktionen geben. Vor allem hänge die künftige Nutzung davon ab, ob der Einbau eines Fahrstuhles möglich und damit das Obergeschoss barrierefrei erreichbar sein werde. „Auf jeden Fall müssen wir jetzt versuchen, in einen planerischen Prozess zu kommen, der in ein konkretes Nutzungskonzept mündet“, stellte Beckedorf fest. Einig sind sich die Mitglieder des Arbeitskreises, dass das Gebäude lebendig sein und gut in den Rest des Ensembles passen muss. Das historische Amtshaus sei der Mittelpunkt der Wedemark, und zwar damals, heute und morgen.
Standesbeamtin Marion Meine gab aber zu bedenken, dass es nicht einfach sein werde, das Amtshaus als Wedemärker und nicht nur Bissendorfer Kulturgut in den Köpfen zu verankern. Die Gemeinde Wedemark habe in ihren Haushalten für 2014 und 2015 bereits je eine Million Euro als mittelfristige Investition für die Sanierung des historischen Amtshauses vorgesehen, berichtete die
Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf.