Arbeitskreis wählt Lenkungsgruppe

Der Arbeitskreis für Integration von Menschen mit Behinderungen wählte am Donnerstagabend eine Lenkungsgruppe, der Gabriele Wolff (v. l.), Michael Wilken und Renate Löhr angehören. Foto: A. Wiese

AK für die Integration von Menschen mit Behinderungen hat sich viel vorgenommen

Wedemark (awi). Unter dem Dach des Bündnisses für Familie hat sich der von der SPD-Ratsfraktion ins Leben gerufene Arbeitskreis für die Integration von Menschen mit Behinderungen vorgenommen, die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen in der Wedemark zu verbessern und vor allem Ansprechpartner zu schaffen. So stellten die Mitglieder des Arbeitskreises in ihrer Sitzung am Donnerstag beispielsweise fest, dass es sehr wohl einen Lifter für Körperbehinderte im Spaßbad gibt, der allerdings nachgefragt werden muss. Doch ist diese Information viel zu wenig bekannt. Und die Grundschule in Mellendorf verfügt durchaus über ein sogar sehr komfortables Behinderten-WC, das den Besuchern der Theatervorstellungen zur Verfügung stehen würde, wenn die Verbindungstür zum Hort aufgeschlossen würde. Nur wissen das die Wenigsten. Regina Niehoff vom Bündnis für Familie, Heiner Peterburs und Jürgen Benk von der SPD bemühten sich in der Sitzung am Donnerstag zunächst darum, eine Liste von Themen zusammenzustellen, die die Arbeitskreismitglieder in wechselnder Besetzung nach und nach abarbeiten möchten. Dabei konkretisierte sich heraus, dass zunächst ermittelt werden soll, welche Arztpraxen und Gaststätten in der Wedemark barrierefrei zugänglich sind und über ein Behinderten-WC verfügen. Darüberhinaus brennen den Arbeitskreis-Teilnehmern nicht abgesenkte Bordsteine, von Fußgängern und Radfahrer gemeinsam genutzte Gehwege, für die Benutzer von Rollstühlen und Rollatoren ungeeignetes Straßenpflaster und andere Dinge unter den Nägeln. „Wir wollen nicht ausgegrenzt werden“, spielte Rollstuhlfahrerin Gabriele Wolff in diesem Zusammenhang auf Veranstaltungen wie WedeMarkt und Bissendorfer Sonntag, Maibaumaufstellen und Weihnachtsmärkte an. Auseinandersetzen will sich der Arbeitskreis zudem mit dem Thema behindertengerechtes Bauen und Wohnen, dem Begriff Inklusion allgemein und der Frage, wer überhaupt unter den Sammelbegriff Behinderte fällt. Am Donnerstag verständigte sich der Arbeitskreis darauf, dass Gabriele Wolff aus Bissendorf, Renate Löhr aus Brelingen und Michael Wilken aus Scherenbostel als Dreigespann die Lenkungsgruppe für den Arbeitskreis bilden sollen. Man war sich einig, dass die Mischung mit einer Körperbehinderten, einer Hörgeschädigten und einem Schwerbehinderten eine repräsentive Vertretung des Arbeitskreises darstelle. Die nächste Sitzung des Gremiums ist für Donnerstag, 19. April, um 19 Uhr im Bürgerhaus Bissendorf geplant. Dann werden die Teilnehmer zunächst noch einmal allgemeine Themen diskutieren. In der darauffolgenden Sitzung am 24. Mai, ebenfalls um 19 Uhr im Bürgerhaus, soll dann die Leiterin des Behindertenbeirates aus Gifhorn als Referentin eingeladen werden. In seiner Sitzung am 21. Juni wird der Arbeitskreis versuchen, eine schwer sehbehinderte gebürtige Wedemärkerin einzuladen, die von ihren Erfahrungen berichten soll.