Argentinische Weinprobe mit Stil

Alexander Schwarz (von links) von der gleichnamigen Weinhandlung, Annemieke Nierob vom Weingut Salentein und Gastwirt Rolf Sülter gestalteten für ihre Gäste einen unterhaltsamen und kulinarisch anspruchsvollen Abend im Heidegasthof Löns in Resse. Foto: A. Wiese

Weinhandlung Schwarz und Heidegasthof Löns kooperieren erfolgreich

Resse (awi). Der Geruch von gegrilltem Rindersteak mischte sich mit dem angenehmen Klang aneinanderstoßender Weingläser, während nach einem herrlichen Sommertag die Sonne über der idyllischen Terrasse des Heidegasthofs Löns langsam tiefer sank: Das wahrhaft passende Ambiente für eine Weinprobe mit edlen Tropfen des argentinischen Weingutes Salentein, zu der die Weinhandlung Schwarz aus Mellendorf und der Heidegasthof Löns aus Resse interessierte Gäste eingeladen hatten. Argentinisches Rumpsteak und Filetsteak ist ein
fester Bestandteil der Karte von Gastwirt Rolf Sülter und die meisten der am Freitag vorgestellten Weine von Salenteins vom Portillo Malbec Rose über den Portillo Sauvignon Blanc und den Portillo Chardonnay bis zum Salentein Chardonnay, dem Salentein Malbec und dem hochwertigen Numina Cabernet Franc bietet Sülter ebenfalls an. Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist beziehungsweise Appetit auf diese gelungene Kombination bekommen hat, ist also jederzeit herzlich eingeladen. Während der Weinverkostung am Freitagabend servierte das Team des Heidegasthofs außerdem Lachstartar, gegrillte Scampi und diverse Salate. Durch den Abend führten Junior Alexander Schwarz, der seinen Vater Volker souverän vertrat, und Annemieke Nierob vom Weingut Salenteins in Holland. Sie erklärte die verschiedenen Weine und ihre Eigenheiten auf englisch und Alexander Schwarz übersetzte, so dass es keinerlei Verständigungsschwierigkeiten gab.
Das Weingut Bodegas Salentein liegt in der argentinischen Weinanbauregion Uco Valley-Mendoza, gut 1.150 Kilometer westlich von Buenos Aires. Der mächtige Aconcagua wacht über die Ebene von Mendoza. Ein karges Land, in dem Jesuiten und Franziskaner nach der Eroberung durch die Spanier im 16. Jahrhundert günstige natürliche Voraussetzungen für den Weinbau erkannten. Auf 1.000 bis 3.000 Metern über Meer liegt dieses älteste und bedeutendste Weingebiet des Landes. 300 Tage Sonnenschein, aber nur 200 Millimeter Regen im Jahr bedeutet zweierlei. Einerseits lässt das heisse, trockene Klima vielen Schädlingen und Rebkrankheiten keine Chance. Es kann deshalb sehr naturnah und ohne Verwendung chemischer Substanzen gearbeitet werden. Andererseits muss gezielt und kontrolliert mittels einer Tropfbewässerungsanlage bewässert werden, denn Wasser ist knapp und meist durch Wasserrechte wie anno dazumal zugeteilt.
Das Unternehmen SALENTEIN ist ein richtiges kleines Imperium und Rinder, Wein, Früchte, Gemüse und Tourismus bilden die Grundlagen dieses Agrarbetriebes. Die MP WINES steht für die Weinlabel Salentein, Callia, Portillo, Pyros und Le Nez. Zum Weingut Bodegas Salentein gehören auch die Fincas La Oasis, La Pampa, El Portillo und San Pablo, deren Geschichte teils bis ins 17. Jahrhundert zurück reicht. Die Plantagen umfassen ein Gebiet von unglaublichen 2.000 Hektar, wovon 800 mit Weinreben bepflanzt sind. Die Reben wachsen in Lagen von 1.050 bis auf 1.700 Meter Höhe am Fuss der bis zu 6.100 Meter hohen Anden-Bergkette. Der holländische Unternehmer Mijndert Pon sowie Carlos Alberto Pulenta, Mitglied einer der bedeutends-
ten Weinfamilien Argentiniens, gründeten 1992 das Unternehmen Salentei mit dem Kauf einer kleinen Estancia in Entre Ríos. Die Bodegas Salentein - mit Killka, Capilla, El Portillo und Posada - am heutigen Standort im Uco Valley wurde im Jahre 2000 gegründet. 2004 folgte die Bodegas Callia in San Juan und anschliessend die Weinlabels Pyros und Le Nez. Salentein ist heute ein grosses Unternehmen mit Stakeholders in aller Welt und wird professionell von einem grossen Führungs-Stab in Argentinien, Uruguay, Holland, USA, Australien und Asien geleitet. Der Name der Weinkellerei - Salentein - stammt ursprünglich von einer niederländischen Stadt, von wo Gründer Mijndert Pon herkam. Die unterschiedlichen Klimazonen auf den verschiedenen Höhenmetern ermöglichen den Trauben, diese Vielfalt der Geschmacksrichtungen zu entwick-eln, erläuterte Annemieke Nierob. Die Malbec-Traube komme ursprünglich aus Frankreich und wird in Argentinien auf dem unters-ten Level auf 1.100 Metern angebaut. Ihr fruchtiger Geschmack rührt von den gleichmäßigen Temperaturen her, denen sie bei Tag und Nacht ausgesetzt ist. Sie braucht zwar länger zur Reifung, behält aber ihre Fruchtigkeit. Bei Lese und Verbringung stehen die Früchte eine Weile und werden nicht sofort gepresst, so verlieren die Trauben bereits durch ihr Eigengewicht etwas Saft und hieraus wird der Rosé Malbec. Dieser Wein reift in Stahlfässern, so dass sein Aroma unbehelligt bleibt. Andere Weine wie beispielsweise der Sauvignon Blanc reifen sechs Monate in französischen Eichenfässern und bekommen davon einen Hauch Aroma, der jedoch bei weitem nicht so intensiv ist wie der von amerikanischen Eichenholzfässern. Die Teilnehmer der Verkostung hatten am Ende Gelegenheit, die Weine, die ihnen besonders gemundet hatten, bei der Weinhandung Schwarz zu bestellen und das Geschmackserlebnis so zuhause zu wiederholen.