Armenisches Wiegenlied als Zugabe

Pianistin Ruzanna Minasyan, Sopranistin Karine Minasyan und Cellist Stanislas Emanuel Kim bei ihrem großartigen Auftritt zum Neujahrskonzert in der katholischen Kirche St. Maria Immaculata in Mellendorf. Foto: B. Stache
 
Ruzanna (v. l.) und Karine Minasyan sowie Stanislas Emanuel Kim werden nach dem erfolgreichen Neujahrskonzert von Kathrin Müsken-Graucob mit einem Blumenstrauß beschenkt. Foto: B. Stache

Abwechslungsreiches Programm beim Neujahrskonzert

Mellendorf (st). Zum Neujahrskonzert in der katholischen Kirche in Mellendorf konnte Kathrin Müsken-Graucob, die Leiterin des Kirchenchors St. Maria Immaculata, zirka 60 Konzertbesucher begrüßen. Ihnen wurde am Donnerstagnachmittag mit den beiden armenischen Schwestern Karine (Sopran) und Ruzanna Minasyan (Klavier) sowie Stanislas Emanuel Kim (Violoncello) ein großartiges, gut einstündiges Konzert geboten. Die Minasyan-Geschwister sind in der Wedemark keine Unbekannten. Sie hatten im Januar 2014 ihren ersten großen Auftritt beim Neujahrskonzert. „Es ist zu hören, dass sich die beiden Künstlerinnen weiterentwickelt haben. Die Sopranistin hat ein sehr viel umfangreicheres Repertoire sowie einen viel größeren Stimmumfang und tritt sicher auf“, freute sich Gabriele Zorn nach der Veranstaltung. Die Organistin der Elzer Kirchengemeinde hatte den Kontakt zu den drei jungen Künstlern hergestellt. Schon beim Konzertauftakt mit der Arie „Endless pleasure, endless love“ aus dem Oratorium „Semele“ von Georg Friedrich Händel zeigten die 22-jährige Sopranistin Karine Minasyan und ihre 23-jährige Schwester Ruzanna am Klavier ihr ganzes Können. Den ersten lang anhaltenden Applaus spendete das Publikum der Sängerin für ihr gefühlvoll, besinnlich und ausdrucksstark vorgetragenes „Ave Maria“ von Johann Sebastian Bach. „Ich verbinde mit diesem Stück ganz viel mit Gott, Himmel und Kirche“, erklärte die Sopranistin, die als 14-Jährige ihren ersten professionellen Gesangsunterricht erhielt und 2014 mit dem 1. Publikumspreis bei der Hannoverschen Börse der Musiktalente ausgezeichnet wurde. „Die Begeisterung des Publikums gibt mir die Kraft. Wenn ich auf der Bühne stehe und singe, entwickle ich ganz viel Emotionen und Energie. Das bekomme ich doppelt vom Publikum zurück – als Applaus. Und das freut mich sehr“, gesteht die Sängerin. Im Alter von sieben Jahren hatte Stanislas Emanuel Kim seinen ersten Cellounterricht. Der heute 21-Jährige wurde in Courbevoie/Frankreich geboren. Als Solist und Kammermusiker konzertiert er regelmäßig in verschiedenen europäischen und asiatischen Ländern. Beim Neujahrskonzert in Mellendorf erfüllte er das Kirchenschiff mit dem vollen Klang seines Violoncellos und der Suite für Violoncello solo Nr. 3 C-Dur von Johann Sebastian Bach. „Das Stück spiegelt das Moderne bei Bach wieder – alte Musik auf einem neuen Musikinstrument“, erklärte der begabte Cellist. Es folgte ein virtuoses Klaviersolo von Ruzanna Minasyan. Das „Presto“ der Klaviersonate Nr. 47 h-moll von Joseph Haydn spielte sie mit großer Leichtigkeit und atemberaubender Geschwindigkeit zugleich. „Ich lebe mit der Musik und sie gibt mir viel Kraft fürs Leben“, so die Pianistin. Den ganzen Zauber der Oper versprühten die beiden Schwestern mit zwei Arien von Wolfgang Amadeus Mozart und Giacomo Puccini. Den Konzertabschluss bildete ein Klaviersolo, für das die Pianistin ein Stück von Frédéric François Chopin ausgewählt hatte. Bei ihrem rasanten Spiel glitten die Finger federleicht über die Klaviatur. Es vermittelte den Eindruck, als könne sie mit dem Musikinstrument in andere Sphären enteilen. „Ich fand den Abend sehr schön. Es war ein sehr abwechslungsreiches Programm aus verschiedenen Bereichen, nicht nur aus dem kirchlichen, sondern auch aus dem weltlichen“, begeisterte sich Gabriele Zorn. Als eine Zugabe trug Karine Minasyan ein armenisches Wiegenlied gefühlvoll vor.