Atemschutzübungen in Faßberg

Das Brandhaus in Faßberg. Foto: M.Dröge
 
Ein Einsatztrupp begibt sich auf die Suche nach dem Dummie. Foto: M.Dröge

Ehemaliges Brandhaus der Feuerwehrschule der Bundeswehr wird zur Übungsstätte für die Feuerwehren

Wedemark (md). 25 Mitglieder aus acht Wedemärker Feuerwehren machten sich am Samstag in aller frühe zum „Brandhaus“ nach Faßberg auf. In diesem „Brandhaus“ erleben die Mitglieder unter realen Bedingungen, wie man mit bestimmten Gefahren-Situationen bei Hausbränden umgehen muss. Diese Übungen dort bieten den Vorteil, dass man auf echtes Feuer und somit auch auf echten Rauch stößt. Echter (thermischer) Rauch verhält sich ganz anders als beispielsweise der Rauch aus einer Nebelmaschine. Der Rauch aus der Nebelmaschine verteilt sich nur im ganzen Raum, im Gegensatz zum echten Rauch, der immer den Weg nach oben sucht und auch viel dunkler ist. Bei der Vorführung der ‚Rauchgrenze’ wurde zu Beginn deutlich gemacht, wie sich der Rauch in geschlossenen Räumen verhält. Das Brandhaus wurde extra für solche Übungszwecke auf dem Gelände der Bundeswehr erbaut. 120 Mal im Jahr kommen Mitglieder von Feuerwehren um hier einen Ernstfall zu proben. Das Haus ist von einer Wohnbebauung weit entfernt, zu Behinderungen für die Anwohner kann es nicht kommen. Das Haus ist frei von giftigen Stoffen wie zum Beispiel Asbest, somit ist eine Gefährdung für die Umwelt und die Menschen ausgeschlossen.
Wenn die Feuerwehren beispielsweise in einem Abrisshaus üben würden, wären da zu viele Faktoren, die unvorhersehbare Risiken mit sich bringen könnten. Zum einem liegen solche Häuser in der Regel in Wohngebieten, es würden dann Anwohner gestört werden. Zum anderen sind in diesen Häusern elektrische Leitungen und andere Stoffe verbaut, die eventuell giftig sein könnten und eine Gefahr für die Rettungskräfte und die Umwelt darstellen könnten. Die Trainingsinhalte für die Freiwilligen Feuerwehrleute wurden in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil ging es hauptsächlich um die Personenrettung. 16 Kilo wiegt die Atemschutzausrüstung, die getragen werden muss, wenn man in ein brennendes Haus geht. Zwei Atemschutzgeräteträger versuchen bei der Personenrettung einen 75 Kilo schweren Dummie zu finden, der zuvor im Haus platziert worden ist. Die beiden Rettungskräfte wissen also nicht, wo sich der zu rettende Dummie befindet. Da man in dem dichten Rauch mit bloßem Auge wenig erkennen kann, kamen am Samstag erstmals neue Wärmebildkameras zum Einsatz. Sie verhelfen den Rettern eine schnelle Bergung der Personen. Durch die Temperaturunterschiede ist eine bessere Ortung der zu rettenden Menschen möglich. Bei dem zweiten Training ging es darum, den Brandherd im Haus ausfindig zu machen. Es wurde von außen versucht, die Quelle des Rauches auszumachen. Anhand der Rauchentwicklung kann man feststellen, wo das Feuer ausgebrochen ist. Die Feuerwehrleute nennen das: „Gebäude lesen“. Weiterhin ist hier für die Mitglieder der Freiwilligen Wehren wichtig zu üben, wie man rauchfreie Bereiche rauchfrei halten kann oder wie man umliegende Wohnungen vor Rauch und Wasser schützen kann. Auch das wurde mit viel Engagement geübt. Es war für alle 25 Teilnehmer wieder ein lehrreiches und immer wieder beeindruckendes Erlebnis an dieser Übung unter realen Bedingungen den Ernstfall zu üben.