Auch CDU beantragt einen Klimarat

Alexandra Backhaus (von links), Susanne Brakelmann, Jessica Borgas und Danie Leide von der CDU-Fraktion machten in einem Pressegespräch am Mittwoch deutlich, dass ihr Ratsantrag für einen Klimabeirat sich in wesentlichen Punkten von dem der Gruppe Grün & Drei unterscheide. Foto: A. Wiese

Doch soll dieser völlig unabhängig von Rat und Verwaltung sein

Wedemark (awi). Nicht nur die Grünen haben für die digitale Ratssitzung am nächsten Montag einen Antrag auf Einrichtung eines Klimarates gestellt, die CDU-Fraktion hat das auch getan und dieser Antrag steht auch im Rahmen der Nachladung auf der Tagesordnung der Sitzung. Wichtig ist der CDU-Fraktion: Das beantragte Gremium hat zwar denselben Namen wie das von Grün & Drei, werde aber anders an die Ratsarbeit angedockt werden, betonten Susanne Brakelmann, Jessica Borgas, Daniel Leide und Alexandra Backhaus als Vertreter von Fraktionsvorstand und der CDU in den zuständigen Fachausschüssen. In diese – Klimaschutz, Umwelt und Gebäude sowie Planen, Bauen und Wirtschaftsförderung – soll der Rat nämlich beide Anträge von Grünen und CDU am Montag zur weiteren Beratung verweisen. Wenn die Grünen sich in einigen Punkten kompromissbereit zeigten, sei ein gemeinsamer Beschluss durchaus denkbar, so die CDU-Vertreter. Wo sie jedoch absolut nicht kompromissbereit sind, ist die Selbstständigkeit des neuen Klimarates. Dieser soll nämlich auf gar keinen Fall wie von den Grünen angedacht aus Bürgermeister, Verwaltungsmitarbeitern und Kommunalpolitikern bestehen, sondern aus kompetenten und interessierten Bürgern, die völlig den den Themen arbeiten sollen, die sie interessieren.
Im CDU-Antrag heißt es: „Der Rat der Gemeinde Wedemark möge die Einrichtung eines ehrenamtlich arbeitenden Klimarats beschließen.Und in der Begründung: „Die Klimakrise braucht Reaktionen bei uns vor Ort. Die Gemeinde Wedemark hat es sich zum Ziel gesetzt bis 2030 CO2-neutral zu sein. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen unter anderem viele Kompetenzen aktiviert werden, kein Wissen und keine Mitarbeit darf verloren gehen. In unserer Gemeinde gibt es einige engagierte Gruppen und Einzelpersonen, die bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen mitarbeiten wollen. Beispielhaft genannt seien hier die Bürger.Energie.Wedemark, die Parents for future, der Nabu, der ADFC und der Umweltrat am Campus W. Um die in der Gemeinde vorhandenen Kompetenzen zu nutzen, wird ein Klimarat gegründet. Dieser Klimarat organisiert seine Arbeit eigenständig. Er beschäftigt sich mit den klimarelevanten Vorlagen, er stellt eigene Projektideen vor und unterstützt die Ratspolitik in der Entscheidungsfindung.“ Für ein Jahr soll der Klimarat nach dem Willen der CDU mit einem Mandat des Rates ausgestattet und in den Ausschüssen „Bauen, Plane, Wirtschaftsförderung“ und „Klimaschutz, Umwelt und Gebäude“ ein Rederecht bekommen. Ebenso soll er die Verbindung zur Task Force „Klima in Not“ halten, die die SPD ins Spiel gebracht habe. Nach diesem ersten Jahr soll eine Überprüfung und eventuell Nachbesserungen und Verlängerung des Mandates erfolgen.
Die CDU stützt sich bei ihrem Antrag auf das, was die Parents for future und die Bürger.Energie.Wedemarkl bereits erarbeitet haben und sehen rund um diese Gruppen auch den Kern des neuen Klimarates, der so oft tagen soll, wie er möchte und ganz viele, durchaus auch unkonventionelle Ideen haben darf und soll. „Wir wollen die Kompetenz unserer Bürger abschöpfen“, sagt Jessica Borgas, die vor allem auf Unvoreingenommenheit setzt. Alexandra Backhaus stellt sich einen „Pool von Expertisen und Ideen“ vor und setzt auf eine „dynamische Entwicklung“. „Es wäre auch schön, wenn Vertreter der Landwirtschaft sich am Klimarat beteiligen würden“, fügt Daniel Leide hinzu. Und Susanne Brakelmann ist es besonders wichtig, den am Thema Interessierten die Arbeitsform anzubieten, die sie wollen und sie nicht schon wieder von Beginn an in eine Schablone zu pressen.