Ausbildung hat bei Sennheiser Tradition

Zur Eröffnung der neuen Ausbildungswerkstatt bei Sennheiser gab es eine Spezial-Ausbildungstorte, die Ausbilder Bernhard Bauer und die Auszubildende Vanessa Präger anschnitten. Foto: A. Wiese

Höchste Qualität ist überregional bekannt: Neue Ausbildungswerkstatt eröffnet

Wennebostel (awi). Ausbildung habe bei Sennheiser Tradition, betonte Prof. Dr. Jörg Sennheiser gestern Vormittag bei der Eröffnung der neuen Ausbildungswerkstatt auf dem Unternehmensgelände. Sein Vater habe ihm erzählt, dass der erste Lehrling bereits 1946 eingestellt worden sei. Die jungen Leute, die als 16-Jährige direkt nach der Schule in den Krieg geschickt worden waren, kamen zurück und wollten einen Beruf erlernen. Zwar hatte das Unternehmen damals noch gar keinen Ausbildungsstatus, sah sich aber in der Pflicht. Über die Eintragung in die Handwerksrolle in Lüneburg wurde die Ausbildungsberechtigung 1947 legalisiert, „obwohl mein Vater gar kein Meister war“.
Dies sei die dritte Ausbildungswerkstatt, die er eröffnete, so Sennheiser gestern vor Auszubildenden, Ausbildern und Vertretern der Unternehmensleitung. Anfangs wären nur mechanische Berufe ausgebildet worden, später kamen dann Formenbauer und kaufmännische Berufe dazu. „Wir versuchen dort auszubilden, wo unsere Fachleute Kompetenz haben“, betonte Sennheiser. Geschäftsführer Volker Bartels stellte heraus, dass so viele junge Leute wie möglich ausgebildet würden – zurzeit 57 vom ersten bis zum dritten Lehrjahr –, auch wenn nicht alle übernommen werden könnten. Doch sei die Ausbildungsqualität bei Sennheiser bekannt und die Absolventen, die durchweg gute Abschlüsse erzielten, hätten auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen. In die neue Ausbildungswerkstatt in der Nähe der Geschäftsführung im Herzen des Firmensitzes hat das Unternehmen eine halbe Million Euro investiert.
Die Sitzanordnung in der Werkstatt fördert die Kommunikation und Teamfähigkeit: Sechs Auszubildende arbeiten jeweils an einem Tisch und können sich gegenseitig schnell helfen. Gleichzeitig wurden die Arbeitsplätze nach der Lean Strategie gestaltet: Werkzeuge sind in Schubladen mit Einsätzen aus Schaumstoff schnell griffbereit. „Damit wird Lean-Management bereits während der Ausbildung gelebt“, freute sich Volker Bartels. „Die Ausbildung der jungen Männer und Frauen geht über die üblichen Ausbildungspläne hinaus“, sagt Stefanie Mehlbauer, Leiterin Ausbildung. So lernen die Azubis Projektmanagement und Präsentationstechniken, erhalten Schulungen im Beriech Lean-Management, bekommen Englischunterricht und Telefontraining. In speziellem Teamtraining wird die Zusammenarbeit geschult. Außerdem erfahren sie in Exkursionen Wissenswertes über andere Unternehmen und Themenfelder. Neu ist zum Ausbildungsstart am 1. September die Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation sowie ein Bachelor of Science – Wirtschaftsinformatik. Nach einigen Jahren Pause wird auch wieder eine Fachkraft für Logistik ausgebildet. Die Zahl der Ausbildungsberufe beziehungsweise Dualen Studiengänge beläuft sich damit im Herbst auf insgesamt 15. Zum Abschluss der offiziellen Einweihung gab es Blumen für das „Umzugsteam“ und eine leckere Ausbildungstorte.