Auszeichnung für Hühnermobil

Auszeichnung für das Hühnermobilteam durch Rene Rakebrandt (links), den Umweltbeauftragten der Wedemark.
 
Die Kinder haben keine Berührungsängste bei den Hühnern.

Biohof Rotermund-Hemme offizielles Projekt der UN-Dekade

Brelingen. Das aufsuchende Umweltbildungsprojekt Hühnermobil „Hühner auf Exkursion“ ist als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ ausgezeichnet. Die Würdigung nahm René Rakebrandt (Umweltbeauftragter der Gemeinde Wedemark) vor. Die Region Hannover als Kooperationspartnerin war durch Birgit Roos vom Fachbereich Umwelt vertreten. Die Auszeichnung wird vorbildlichen Projekten verliehen, die mit ihren Aktivitäten auf die Chancen aufmerksam machen, die die Natur mit ihrer biologischen Vielfalt für den sozialen Zusammenhalt bietet.
Das Umweltbildungsprojekt Hühnermobil wurde im Jahr 2016 von Marie Hemme und Moritz Tepelmann (Biohof-Rotermund Hemme) in Kooperation mit der Region Hannover ins Leben gerufen. Wir freuen uns über die beständige Förderung und Zusammenarbeit durch und mit der Region Hannover (Fachbereich Umwelt). Das Projekt zeichnet sich durch seinen aufsuchenden Umweltbildungscharakter aus. Es werden Lerninhalte rund ums Huhn vermittelt und den Kindern wird durch eine Projektdauer von 4 Wochen ein nachhaltige Natur- und Tierbezug ermöglicht bei dem sie gezielt Verantwortung übernehmen.
„Wie fühlt sich das Federkleid eines Huhnes oder ein frisch gelegtes Ei an? Was braucht es damit sich Hühner wohlfühlen?“ Diesen und weiteren Fragen gehen wir gemeinsam mit den Kindern auf den Grund. Mit diesem vorbildlichen Projekt wird ein deutliches Zeichen für das Engagement an der Schnittstelle von Natur und sozialen Fragen in Deutschland gesetzt. In dem Projekt erleben Kinder einen unmittelbaren Natur-Tierbezug, bei dem sie die Möglichkeit der Verantwortungsübernahme haben. Schwerpunkte sind eine Sensibilisierung für die Natur durch Sinneserfahrungen und das handeln im natürlichen Kreislaufsystem. Die Kinder lernen Zusammenhänge zwischen artgerechter Tierhaltung, Lebensmittelerzeugung, Ernährung, Landwirtschaft, Nachhaltigkeit und Klimawandel kennen. Das Projekt als praxisbezogenes Lernfeld bietet Kindern in Krippe, Kita Grund- und Förderschule die Möglichkeit der Potentialenfaltung und des Kompetenzerwerbes. Unterschiedlichste Fragen der Kinder spiegeln ihr Wissbegierde und Begeisterungsfähigkeit wieder.
Birgit Roos vom Fachbereich Umwelt lobt besonders die hervoragende Zusammenarbeit, das Engegement und Herzblut mit der die Familie Rotermund-Hemme die betiligten Einrichtungen des aufsuchenden Umweltbildungsprojektes „Hühnermobil“ begleitet. Nicht umsonst wächst die Warteliste weiter und alle beteiligten Einrichtungen lassen sich erneut auf die lange Warteliste setzten.
Neben der offiziellen Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhält die Familie Rotermund-Hemme vom Biohof Rotermund-Hemme einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die Naturvielfalt steht. Ab sofort wird das Projekt auf der Webseite der UN-Dekade in Deutschland unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt.
Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. Ein breit verankertes Bewusstsein in unserer Gesellschaft für den großen Wert der Natur ist eine wichtige Voraussetzung. Die UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland lenkt mit dem Sonderwettbewerb „Soziale Natur - Natur für alle“ den Blick auf die Chancen, die die Natur für den sozialen Zusammenhalt bietet. Ausgezeichnet werden vorbildliche Projekte an der Schnittstelle von Natur und sozialen Fragen, die zeigen, wie konkrete Maßnahmen praktisch aussehen.
Über die Auszeichnung von Projekten entschied eine unabhängige Fachjury, an der Vertreter/innen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen beteiligt sind. Die UN-Dekade Fachjury tagte zweimal im Jahr.
Der Begriff „biologische Vielfalt“ umfasst die Vielzahl der Tier- und Pflanzenarten sowie die Vielfalt der Mikroorganismen und Pilze. Einbezogen wird auch die genetische Vielfalt innerhalb der Arten, die sich bei Pflanzen in den verschiedenen Sorten wiederspiegelt und sich bei Tieren mit den Rassen verbindet. Aber auch die verschiedenen Lebensräume und komplexe ökologische Wechselwirkungen sind Teil der biologischen Vielfalt. Die Biodiversität ist Voraussetzung für das Funktionieren der Ökosysteme mit ihren verschiedenen Ökosystemleistungen.