Band Neun zur Geschichte der Wedemark erschienen

Realschulleiter Jens Szabo, Franz Rainer Ernste, Bürgermeister Helge Zychlinski und Martin Stöber mit dem neunten Heft der Reihe. Foto: E. Rodenbostel

Kleine Hefte fassen themenbezogene Ergebnisse zusammen

Mellendorf (er). Mitglieder der Arbeitsgruppe um den ehemaligen Sprecher des Niedersächsischen Landtages, der Niedersächsischen Landesregierung und jetzigen Koordinator der Arbeitsgruppe Dr. Franz Rainer Ernste stellten den neunten Band der kleinen Hefte vor. In ihnen wird jeweils ein spezielles Thema aus der Zeit zwischen 1930 und 1950 herausgegriffen und gesondert bearbeitet. Die Bände sind zunächst zu kaufen, viel später werden sie auch online auf der Internetseite der Gemeinde zu lesen sein.
Frühere Titel waren „Integration katholischer Flüchtlinge“ oder „Erinnern – wozu(überhaupt)“ In dem aktuell erschienenen Bändchen wird das vierte Symposium dokumentiert. Es fand im Februar 2019 in Bissendorf statt und stand unter dem Titel „Erinnerungskultur in Zeiten rechtspopulistischer Tabubrüche.“ In dem Büchlein werden die Festreden und Ergebnisse der Arbeiten wieder gegeben. Vor allem Schülerinnen und Schüler befassten und befassen sich mit dem Thema und forschen unter fachkundiger Hilfe unter anderem von Dr. Sabine Paehr. Im Frühjahr 2019 war Regionspräsident Hauke Jagau der Festredner, der der Wedemark „in herausragender Weise einen Beitrag gegen Rassismus und Antisemitismus“ bescheinigte. „Mit Erreichen einer breiten Öffentlichkeit ist die Aufarbeitung der Geschichte immer leichter und umfassender möglich“, erklärte Franz Rainer Ernste.
Arbeitsgruppenmitglied Martin Stöber, vom Niedersächsischen Institut für Historische Regionalforschung e.V.: „Im nächsten Frühjahr wird das fünfte Symposium stattfinden. Es wird um den demokratischen Wiederbeginn nach 1945 gehen.“ Neben diesem Hinweis erfolgte die Bekanntgabe des Entwurfs für die Gedenk-Stele von Professor Martin Zimmermann, die vor dem Rathaus stehen soll. Sie wird mit einem Gedenktext und Nennung Wedemärker, die durch Handlungen der Nationalsozialisten gestorben sind, oder Menschen, die hierher verbracht worden sind und hier gestorben sind, versehen werden. „Ausschlaggebend ist der aktuelle Forschungsstand“, erklärte Bürgermeister Helge Zychlinski. Es gab für den Text einen wissenschaftlichen Beirat, deren Vorsitz der frühere Landtagspräsident Jürgen Gansäuer übernommen hat. „Es geht um die Aufarbeitung der Geschichte, nicht um Verrechnung von der einen mit der anderen schlechten Tat“, stellten die Anwesenden fest.