Barrierefreies Wohnen in Resse

Bürger für Resse stellen ihre Initiative „Resser Modell“ vor

Resse. Der „demografische Wandel“ ist in aller Munde. Tatsächlich werden Menschen immer älter. Bereits heute sind ein Viertel der Menschen über 60 Jahre alt. Fünf Prozent sind 80 Jahre und älter. Auch in Resse kommt man bei verantwortungsbewusster Betrachtung der Lebenssituation der Menschen im Ort nicht umhin, sich dieser Entwicklung mit den Auswirkungen auf das Leben im Ort zu stellen. Der Verein Bürger für Resse e.V. hat sich dieses Themas angenommen und will mit seinem Konzept zunächst den interessierten Resser Bürgern, aber auch den Bürgern aus den Nachbarorten, eine Möglichkeit aufzeigen, den Lebensabschnitt 60+ in Resse zu realisieren.
In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wedemark, die derzeit kommunales Bauland in Resse anbietet, wurde eine Planungsstudie von dem Architekturbüro ahrens & grabenhorst, die auch in Resse das Mooriz geplant haben, erarbeitet. In diese Studie sind auch die Anregungen des Seniorenbeirates der Gemeinde Wedemark mit eingeflossen. 16 barrierefreie Wohnungen von 65 bis 102 Quadratmeter, alle mit Fahrstuhl und großer Terrasse, sollen im nächsten Jahr von Resser Bürgern und gern auch von Interessierten aus den Nachbargemeinden bezogen werden. Eine ansprechende Architektur in zweigeschossiger Bauweise, eine hochwertige Ausstattung und eine Wärmedämmung nach neuestem Standard sollen den Interessierten aus der Altersgruppe 60 + den Schritt erleichtern, sich aus ihrem angestammten jedoch nicht altersgerechten Haus in eine barrierefreie Wohnung zu begeben und so in gesicherter und gewohnter Umgebung zu verbleiben. Die Lage des Hauses neben dem ebenfalls auf Initiative des Bürgervereins errichteten Lebensmittelmarktes, des Ärztehauses und aller anderen Einrichtungen des Ortes garantiert kurze Wege, die auch im fortgeschrittenen Alter eine Selbstversorgung der Bewohner zulassen. Besonders attraktiv ist das geplante Nutzungskonzept im Rahmen eines Genossenschaftsmodells in dem jeder Nutzer einer Wohnung gleichzeitig Miteigentümer ist, solange er in der Wohnung wohnt. Scheidet ein Bewohner aus der Gemeinschaft aus, geht die Wohnung an einen anderen Interessenten, der von den übrigen Hausbewohnern ausgewählt wird und der scheidenden Bewohner erhält das von ihm für den Erwerb des Genossenschaftsanteils eingezahlte Kapital zurück. Das vom Bürgerverein in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wedemark entwickelte und von dem Genossenschaftsverband und deren Beauftragten Prof. George von der Uni Gießen sowie einer ebenfalls genossenschaftlich organisierten hiesigen Bank geprüfte Konzept, hat gute Chancen als „Resser Modell“ seinen Platz in der Vielzahl von anderen Wohnkonzepten für das „Wohnen im Alter“ zu erobern. Die Vorstandsmitglieder des Bürgervereins sind derzeit im Lande unterwegs um auf Wunsch verschiedener öffentlich rechtlicher Organisationen, wie beispielsweise der Region Hannover, das Konzept des „Resser Modells“ in Städte und Gemeinden vorzustellen. Die mit dem Konzept vertrauten Mitglieder des Bürgervereins stehen Interessenten zur Beratung zur Verfügung. Derzeit stehen fünf ernsthafte Interessenten auf der Reservierungsliste des Vereins. In den nächsten Tagen finden mit diesen Interessenten gemeinsame und auf Wunsch auch Einzelberatungen statt. Wünsche interessierter Bürger werden gern entgegengenommen. Interessenten können sich an Jochen Pardey, Telefon (01 76) 28 06 77 05, oder Karl-Heinz Müller, Telefon (0 51 31) 45 68 13 wenden. Kostenloses Informationsmaterial steht zur Verfügung. Das bauliche Konzeptsieht die Entstehung von bis zu 16 Wohnungen vor, eine Errichtung in zwei Abschnitten von je acht Wohnungen ist möglich. Der Bedarf für diese Anzahl von barrierefreien Wohnungen ist nach Einschätzung der Initiatoren in Resse gegeben. Sie sind zuversichtlich, zumindest mit der Errichtung eines ersten Abschnittes im kommenden Frühjahr beginnen zu können, der dann Ende kommenden Jahres bezugsfertig sein könnte. Erste Einschätzungen, die aus Bankenkreisen und anderen Fachleuten zu dem im Verein ent-
wickelten Konzept, barrierefreies Wohnen in einem Genossenschaftsmodell zu verwirklichen abgegeben wurden, sind positiv.