Beekebrücke soll kein Hotspot sein

In diesem Gebiet rund um die Brücke über die Große Beeke zwischen Hellendorf und Meitze gilt die von der Gemeinde Wedemark erlassene Allgemeinverfügung über Musik- und Alkoholverbot am Vatertag, 21. Mai 2020.
 
Der neue Einsatz- und Streifendienstleiter der Polizei Mellendorf, Frank Bührmann (von links), Bürgermeister Helge Zychlinski, Kommissariatsleiter Jochen Sachweh und der Fachbereichsleiter Öffentliche Ordnung, Jürgen Auhagen, trafen sich am Donnerstag zu einer letzten Lagebesprechung für den Vatertag an der Beeke-Brücke zwischen Meitze und Hellendorf. Foto: A. Wiese

Gemeinde erlässt rundum Alkohol- und Musikverbot an Himmelfahrt

Hellendorf/Meitze (awi). Die Beekebrücke zwischen Hellendorf und Meitze soll in diesem Jahr definitiv kein Hotsport sein. Saufgelage, die in Pöbeleien und Ausschreitungen gipfelten, waren Gemeindeverwaltung und Polizei bereits in den letzten Jahren ein Dorn im Auge. Jetzt kommen Corona und das Kontaktverbot hinzu und Bürgermeister Zychlinski hat im engen Schulterschluss mit Mellendorfs Polizeichef Jochen Sachweh die Reißleine gezogen: Die Gemeinde hat eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen, die vom 21. Mai um 6 Uhr bis zum 22. Mai um 6 Uhr gilt. Sie umfasst in einem bestimmten Bereich rund um die Brücke über die Beeke, der auf einer Karte im Internet auf www.extra-verlag.de/wedemark/Lokales einsehbar ist, ein Alkoholverbot (über 15 Prozent) sowie ein Verbot des Erzeugens und Abspiels von Musik mittels Musik- und Beschallungsanlagen.
Da aber das von der Landesregierung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus erlassene Kontaktverbot nach wie vor Bestand hat, ist jegliche Ansammlung von Menschen auch am Himmelfahrtstag untersagt. Am Vatertag 2020 können Familien oder Paare Ausflüge unternehmen, aber sich nicht in Gruppen treffen. Zwar ist die bisherige Zwei-Personen-Regel ausgeweitet worden. Zusammenkünfte und Ansammlungen im öffentlichen Raum sind auch künftig in der Regel auf höchstens zwei Personen beschränkt. Davon ausgenommen sind allerdings seit dem 11. Mai Zusammenkünfte von einer Person nicht nur mit den eigenen Angehörigen, sondenr auch mit Personen, die einem einzigen weiteren Hausstand angehören. Dadurch soll vermieden werden, dass sich Gruppen zum Beispiel zum Grillen oder einem Gelage, wie es in den letzten Jahren am Vatertag zwischen Meitze und Hellendorf stattgefunden hat, treffen. Die Polizei wird in dem betroffenen Bereich mit starker Präsenz auf die Einhaltung des Kontaktverbots und der Allgemeinverfügung der Gemeinde achten, kündigten Kommissariatsleiter Jochen Sachweh, sein neuer Einsatz- und Streifendienstleiter Frank Bührmann und der Einsatzabschnittsleiter der PI Burgdorf, Christian von Schmieden, am Donnerstag bei einem gemeinsamen Ortstermin an der Brücke zusammen mit Bürgermeister Helge Zychlinski und dem Fachbereichsleiter Ordnung Jürgen Auhagen an. Bereits im letzten Jahr hatte die Gemeinde wegen der sich häufenden Vorkommnisse und der stetig steigenden Personenzahl an diesem Hotspot am Vatertag eine entsprechende Allgemeinverfügung erwogen, dann letztlich aber doch davon abgesehen. Nachdem es jedoch auch im vergangenen Jahr zu Exzessen gekommen war und dieses Jahr das Kontaktverbot in der Corona-Krise dazukommt, gebe es keine andere Möglichkeit mehr der Lage Herr zu werden, so Bürgermeister Helge Zychlinski und kündigte Bußgelder in Höhe von 200 bis 400 Euro bei Verstößen gegen die Landesverordnung und zusätzlich in Höhe von 100 bis 150 Euro gegen die Allgemeinverfügung der Gemeinde an. Ordnungsamt und Polizei würden am Vatertag in diesem Jahr rigoros vorgehen, warten Zychlinski und Einsatzleiter Christian von Schmieden, der an diesem Tag Unterstützung von der Bereitschaftspolizei hat. Gesperrt wird die Beekebrücke nicht. Normale Ausflügler können sie selbstverständlich passieren. Polizei und Gemeinde machen ihr Vorgehen durch die Medien, insbesondere auch in den einschlägigen Gruppen der sozialen Medien, bereits im Vorfeld umfassend bekannt und wollen auch verhindern, dass sich die angesprochene Zielgruppe am Vatertag an einem anderen Ort trifft. „Die Wedemark darf kein zweites Ischgl werden. Wenn es hier einen Auflauf gibt, sind die Infektionsketten nicht nachvollziehbar“, warnt ESD-Leiter Frank Bührmann.