Begraben unterm Baum in Mellendorf

Gerd Menke (von links), Alexander Stelzig, Antje Kaufmann und Jessica Borgas ließen sich von Thomas Warneke und Harald Hesse die neue Bestattungsform „Unterm Baum“ auf dem Friedhof in Mellendorf erklären, die ab sofort genutzt werden kann. Foto: A. Wiese

CDU-Fraktion nahm neue Bestattungsformen der Gemeinde in Augenschein

Mellendorf (awi). Nicht Firmenbesuche, sondern Projekte, die sie als Ratspolitiker angeschoben haben, besichtigen die CDU-Ratspolitiker und interessierte Parteifreunde bei ihrer diesjährigen Sommertour. Am Mittwoch waren neue Bestattungsformen auf den kommunalen Friedhöfen an der Reihe. Nachdem sie zunächst den neuen Waldfriedhof in Resse in Augenschein genommen hatten, ließen sich die Kommunalpolitiker auf dem Friedhof in Mellendorf die neue Möglichkeit der Bestattung „Unterm Baum“ erklären.
Anders als auf dem Waldfriedhof, sind hier nicht nur Urnen-, sondern auch Erdbegräbnisse möglich. Der Baum ist ein gar nicht allzu großer Feldahorn, der in der Mitte einer zentralen Fläche auf dem Friedhofsgelände steht. Drumherum sind bienenfreundliche Stauden gepflanzt. Die Gemeinde Wedemark hat dabei mit der Staudengärtnerei Siebler aus Schwarmstedt zusammengearbeitet. Auch darüberhinaus habe man Wert darauf gelegt, mit regionalen Firmen zu kooperieren betonten Thomas Warneke und Harald Hesse aus der Verwaltung. Die Steine und die Umrandung sind aus Obernkirchener Sandstein und von dem Langenhagener Steinmetz Uwe Spiekermann geliefert worden, mit dem die Gemeinde zusammenarbeitet, seit sich der Mellendorfer Steinmetz Rumpf in den Ruhestand zurückgezogen hat. 16 Erdbestattungen und 24 Urnen finden auf dem Areal Platz. Schwarze Bänder aus hessischem Diabas werden mit den Namen der Bestatteten versehen und sind der einzige Schmuck auf dem schlichten Stein. Zwei Namenstafeln pro Stein sind möglich, wenn man ein Partnergrab kauft. Eine Einzelgrabstelle für eine Urne kostet 2.500 Euro, ein Partnergrab 3.300 Euro. Eine Erdbestattung Unterm baum wird mit 5.200 Euro berechnet. Darin sind Stein und Namenstafel enthalten. Da es sich um Gräber ohne Pflege handelt, darf kein Blumenschmuck und Deko an dem Grabstein abgelegt werden. Der einzige Schmuck sind die blühenden Stauden, die in einem speziellen Substrat aus Mineralgemisch gepflanzt sind, das sie besonders gut gedeihen lässt, erklärte Thomas Warneke am Mittwochabend seinen aufmerksamen Zuhörern. Die Beplanzung ist auch so gewählt, dass man sie nach einer Bestattung schnell wieder nachpflanzen kann.