Behelfsampeln regeln Umleitungsverkehr

Bürgermeister Helge Zychlinski und Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier sind hocherfreut über die Installation der Behelfsampel an der Goltermann-Kreuzung in Elze. Foto: B. Stache
 
Bürgermeister Helge Zychlinski und Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier „testen“ die Behelfsampel an der Goltermann-Kreuzung in Elze als Fußgänger. Foto: B. Stache

Land Niedersachsen und Region Hannover haben in Elze und Gailhof reagiert

Elze (st). Noch bis Ende November dieses Jahres wird die Bundesautobahn A 7 in Fahrtrichtung Norden auf einer Länge von elf Kilometern zwischen Mellendorf und Schwarmstedt saniert. Soweit die Planung. Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten zur Erneuerung der Fahrbahn auf der westlichen Seite fortgesetzt werden. Bei einem solchen Bauvorhaben sei mit Umleitungsverkehr zu rechnen, stellte Bürgermeister Helge Zychlinski am Dienstagvormittag bei einem Ortstermin an der Goltermann-Kreuzung in Elze (K107) fest. „Wichtig ist aber, dass dann – und das ist aus meiner Sicht die Verantwortung zuerst des Landes – auch alles dafür getan wird, dass die Belastung für die Bevölkerung so gering wie möglich gehalten wird. Das ist in der Vergangenheit versäumt worden und wird jetzt Stück für Stück durch unseren Druck entsprechend nachgeholt. Spät, aber besser als nie“, machte Helge Zychlinski im Beisein der Ersten Gemeinderätin Susanne Schönemeier deutlich. Die Bevölkerung in den Ortschaften entlang der Umleitungsstrecken seien derzeit einer Dauerbelastung ausgesetzt. Durch die nächtlichen Vollsperrungen der Bundesautobahn während der vergangenen heißen Monate habe sich die Situation für die Bürger noch verschärft. „Die einzige Chance, in die Häuser etwas Kühle reinzubringen, war in der Nacht. Und wenn man dann seine Fenster nicht öffnen kann, weil draußen die Lkws im Nachtverkehr langrattern, ist das eine zusätzliche Belastung für unsere Bevölkerung“, erklärte der Bürgermeister. Er habe daher Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, angeschrieben und gefordert, im kommenden Jahr die geplanten Sanierungsmaßnahmen auf der Westseite der BAB 7 zurückzustellen. Der Minister möge mit einem „Moratorium“ (Aufschub) den vom Umleitungsverkehr betroffenen Bürgern in der Wedemark, aber auch im benachbarten Heidekreis, eine Ruhe- und Atempause verschaffen. Die Arbeiten an der Bundesautobahn hätten auch unmittelbaren Einfluss auf Infrastrukturmaßnahmen der Gemeinde Wedemark, machte Helge Zychlinski deutlich. „Die Verkehrssituation in unserer Gemeinde macht es uns mittlerweile kaum noch möglich, vertragliche und gesetzliche Verpflichtungen einzuhalten“, ärgert sich der Bürgermeister. „So müssten wir eigentlich auf der L 190 in Elze eine Abbiegespur bauen. Dies können wir bei der derzeitigen Verkehrsdichte auf absehbare Zeit nicht durchführen, um einen kompletten Verkehrskollaps zu vermeiden. Gleiches gilt für den Ausbau des Breitbandnetzes in der Gemeinde oder dringend nötige Sanierungsmaßnahmen auf unseren Straßen.“ Mit Genugtuung registrierten Bürgermeister und Erste Gemeinderätin am frühen Dienstagmorgen in Elze, dass die Region Hannover einer Bitte aus dem Rathaus der Wedemark zügig entsprochen und tags zuvor eine Behelfsampel an der K107 im Kreuzungsbereich vor dem Gasthaus Goltermann aufgestellt hatte. Seit Dienstag ist auch in Gailhof an der Kreuzung L310/K107 Richtung Elze eine entsprechende Ampelanlage installiert – auf Anordnung des Landes Niedersachsen. Einen Effekt scheint diese Behelfsampel jedoch zu haben: bei Rot staut sich nun auch der Verkehr im Zuge der Landesstraße 310. „Speziell der Region Hannover sind wir sehr dankbar“, betonte Bürgermeister Helge Zychlinski beim Ortstermin in Elze. Die Region habe innerhalb kürzester Zeit reagiert und die nicht ganz billige Technik an die Goltermann-Kreuzung gestellt. Nach Angaben des Verwaltungschefs hatte das Land an dieser Stelle keine Ampel aufstellen wollen und dies damit begründet, dass die Kreisstraße 107 keine ausgewiesene Umleitungsstrecke für die Autobahn-Baustelle zwischen Schwarmstedt und Mellendorf sei. Umso größer nun seine Freude über das Engagement der Region, so der Bürgermeister. „Für Schulkinder ist das eine Entlastung“, betonte Helge Zychlinski mit Hinweis auf die neuen Behelfsampeln. Eine weitere gute Nachricht verkündete die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier am Dienstag: „Der Verwaltungsausschuss hat gestern beschlossen, dass wir einen mobilen Blitzer beschaffen.“ Das Gerät zur mobilen Geschwindigkeitsmessung – Preis zirka 140 000 Euro – werde derzeit ausgeschrieben. Es könne noch in diesem Jahr zum Einsatz kommen, hofft Susanne Schönemeier. Eine zweite Information aus der VA-Sitzung hatte der Bürgermeister mitgebracht. „Es wird zur Einstellung eines neuen Umweltschutzbeauftragten kommen. Wir gehen vom 1. Dezember oder 1. Januar aus.“ Die bisherige Umweltschutzbeauftragte der Gemeinde Wedemark Ursula Schwertmann gibt ihr Amt zum 30. September 2018 ab.