Beide wollen die Infrastruktur fördern

SPD-Ortsbürgermeisterkandidat Jürgen Benk hat ein neues Hobby für sich entdeckt: Den Modell-Fachwerkhaus-Bau. Foto: A. Wiese
 
CDU-Ortsbürgermeisterkandidatin Christiane Lüßmann beschäftigt sich gern im Garten mit ihren Rosen. Foto: A. Wiese

Jürgen Benk (SPD) und Christiane Lüßmann (CDU) sind in ihren Wohnorten verwurzelt

Elze/Meitze (awi). Im Ortsrat Wedemark II, der die beiden Dörfer Elze und Meitze umfasst, treten Ortsbürgermeister Jürgen Benk aus Elze als Amtsinhaber erneut für die SPD und Christiane Lüßmann aus Meitze für die CDU als Bewerber um das Amt des Ortsbürgermeisters an. Beide kennen sich durch ihre langjährige Ratsmitgliedschaft, haben jedoch auf Ortsratsebene noch nichts miteinander zu tun gehabt.
Seit 1980 lebt Jürgen Benk (62) mit seiner Ehefrau Inge in Elze. Der gebürtige Alzeyer (Rheinhessen) war durch seinen Job bei der IG Bergbau/Chemie/Energie zunächst nach Hannover gezogen. „Doch wir sind beide vom Land und wollten wieder aufs Land“, berichtet der SPD-Ortsbürgermeister. Auf der Suche nach einem Baugrundstück entschied schließlich der Zufall: „Wir haben wirklich die Augen zugemacht und mit dem Finger auf die Grundstücksangebote in der Zeitung getippt. So hat es uns nach Elze verschlagen.“ Dass man im Elzer Ortskern zu diesem Zeitpunkt kein Wassergeld bezahlen musste – wie ihnen der Nachbar gleich bei der ersten Grundstücksbesichtigung verriet – war zu der schönen Umgebung ein zusätzliches Argument.
Seit 1968 in der SPD aktiv
Die Benks bauten gleich mit Einliegerwohnung und holten nur wenige Jahre später nach dem Tod des Vaters die Mutter aus dem Westerwald nach Elze. Seit 1968 war Benk bereits in der SPD aktiv, pausierte kurz in seiner Mannheimer Zeit und stieg 1980 in der Wedmark – angeworben durch Dieter Lorenzen – wieder voll ein, gründete Anfang der 80er Jahre dieArbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen mit und kandidierte 1986 erstmals für den Ortsrat, 1996 für den Gemeinderat, in dem er SPD-Fraktionschef ist. Von 1991 bis 2001 war er stellvertretender Ortsbürgermeister, seit 2006 Ortsbürgermeister in Elze/Meitze. „Wir haben in den letzten fünf Jahre eine Menge im Ortsrat erreicht“, freut sich der SPD-Politiker. Das fange bei der Verkehrssicherheit – „Wir haben den LKW-Verkehr aus Meitze ausgesperrt“ – an und gehe über Tempo 70 zwischen Meitze und Hellendorf über Tempo 30-Zonen in Elze über die Auflastung vor der Elzer Schule und die Bepflanzung der Hohenheider Straße, die Unterstützung des Vereins Dorfbild bei der Reaktivierung des alten Schulhofs, die Ansiedlung von FSZM im Gewerbegebiet Meitze, neue Spielgeräte für den Spielplatz und schnelles DSL für Meitze, die Renovierung des Ehrenmals und der Meitzer Kapelle bis zur Unterstützung beim Basketballplatz. „In den nächsten fünf Jahren wird uns das Dorferneuerungprogramm für Elze Arbeit ohne Ende bescheren, wir müssen uns um die Zuwegung zwischen Supermarkt und Reifendienst zum Bahnhof Bennemühlen kümmern und einen dritten großen Park+Rideplatz schaffen, um Elzes Infrastruktur erhalten und verbessern zu können, und wir müssen endlich einen Jugendtreff für Elze hinbekommen“, zählt Benk auf. Kein Hehl macht er daraus, dass sein Herz trotz allen Engagements als Fraktionschef vor allem für den Ortsbürgermeister schlägt. Die Repräsentationsaufgaben nimmt er ausgesprochen gerne wahr und spricht den Ortsräten ausdrücklich eine wichtige Funktion zu. Bei so viel ehrenamtlichem Einsatz für die Politik bleibt nicht allzuviel Zeit für andere Hobbys und doch hat Jürgen Benk das Bas-teln für sich entdeckt, „am liebsten nützliche Sachen für Haus und Hof“, verrät er. Gerade hat er ein originalgetreues Fachwerkhaus gebastelt, das größenmäßig zu einer LBG-Gartenbahn passt. Und schließlich fotografiert der Ortsbürgermeister auch noch leidenschaftlich gerne, momentan meistens Motive für die Kommunalwahl.
In der Elternarbeit engagiert
Christiane Lüßmann (52) aus Meitze ist bereits seit zehn Jahren engagierte Ratspolitikerin in den Reihen der CDU, jetzt wirft sie erstmals ihren Hut als Ortsbürgermeisterkandidatin in den Ring. Aufgewachsen als Landwirtstochter auf dem Hof Henneicke in Rodenbostel lebt sie mittlerweile bereits seit 26 Jahren mit ihrer Familie in Meitze, dem Geburtsort ihres Mannes. Für Politik interessiert hat sich die gelernte Kinderkrankenschwester, die seit fast 30 Jahren im Kinderkrankenhaus auf der Bult in Teilzeit arbeitet, schon immer. „Ich habe immer eine Meinung zu politischen Themen gehabt und sie auch ausgesprochen, aber zunächst waren die Kinder zu klein, um wirklich aktiv in die Politik einzusteigen“, berichtet sie. 2001 trat sie jedoch das erste Mal für die CDU für den Gemeinderat an und wurde auf Anhieb gewählt. In der Fraktion gilt sie unter anderem als Fachfrau für Schulpolitik, denn hier hat sich Christiane Lüßmann viele Jahren engagiert, als Frühstücksmutter und in der Elternarbeit von Kindergarten und Schule. Für den Ortsrat hatte sie 2006 kandidiert, hatte den Einzug jedoch knapp verfehlt und ist jetzt vor wenigen Wochen als Nachrückerin für den verstorbenen Ludwig Brüggemann in den Ortsrat gekommen. Krippe und Hort, Kitas und Grundschule für den Ortschaftsbereich zu erhalten, sind für sie wichtige Anliegen. Die vorsichtige Ausweisung von Bauland für Elze und die Vergrößerung des Gewerbegebietes, um Arbeitsplätze in der Region zu erhalten und zu schaffen, sind weitere Themen.„Ich finde es auf jeden Fall wichtig, dass beide Orte im Ortsrat vertreten sind, dass die Gemeinschaft und ein gutes Miteinander gepflegt und gefördert werden“, sagt sie.
Jeder Ort habe seine Struktur, Meitze sei eher ländlich, Elze etwas größer und habe eine andere Einwohnerzusammensetzung. Seit 20 Jahren leitet Christiane Lüßmann die Volkstanzgruppe im Ort und hat auf diesem Weg auch schon viele Neubürger integriert. Sie zollt der engagierten Dorfgemeinschaft in beiden Orten großen Respekt, findet das, was auf dem alten Schulhof in Elze entstanden ist, richtig klasse, will sich insbesondere für mehr Mobilität, gerade auch für Senioren, einsetzen und hat da bereits ein paar Modelle im Auge. „Ich mag die Gespräche mit den Menschen, gerade auch mit Älteren, die so viel zu erzählen haben“, sagt sie. Wichtig ist ihr auch ein gutes politisches Klima untereinander: „Ich mag den Streit und die persönlichen Angriffe gar nicht. Wir haben alle ein Ziel, nämlich das Beste für die Wedemark, beziehungsweise unsere Ortschaft, und sollten an einem Strang ziehen“, appelliert Lüßmann, deren Hobbys Krimi lesen, Schwimmen und ihr Garten mit den Rosen sind.