Belastungsübung bei CSA-Seminar

Beim Belastungstest müssen die CSA-Träger im acht Kilogramm schweren Schutzanzug ein volles Fass transportieren und umfüllen. Fotos: A. Wiese

Im Schutzanzug ist jeder Handgriff für die Träger doppelt so anstrengend

Mellendorf (awi). Acht Teilnehmer haben bei drei Terminen in insgesamt 16 Stunden bei einem CSA-Trägerseminar des Gefahrgutzuges der Feuerwehr Wedemark in Theorie und Praxis geübt, worauf es ankommt, wenn sich die Ehrenamtlichen im Einsatz der Abwehr chemischer und biologischer Gefahren stellen müssen. Dazu gehören Feuerwehrkameraden aus Mellendorf, Brelingen und Bissendorf, Elze und Wennebostel, die „nebenbei“ auch ihren „ganz normalen“ Feuerwehrdienst versehen, erklärte Gefahrgutzugführer Holger Schmidt.
Am Abschlusstag des CSA-Seminars lag der Fokus auf der Belas-tungsübung im Schutzanzug, bei der die Träger ganz schön ins Schwitzen gerieten. Alle Kameraden, die Dienst im Gefahrgutzug machen, sind auch Atemschutzgeräteträger, wodurch ihre körperliche Fitness, die sie in dieser Funktion ja regelmäßig unter Beweis stellen müssen, bereits belegt ist. Doch ein schweres Fass durch die Gegend zu rollen, in einen Schutzbehälter zu hieven oder eine Leiter emporzuklettern, ist im acht Kilogramm schweren CSA-Schutzanzug auch für körperlich fitte Feuerwehrleute eine Herausforderung.
Auf maximal eine halbe Stunde ist die Einsatzzeit im CSA-Anzug begrenzt. Für das Seminar wurden ausrangierte Übungsanzüge benutzt. Für Einsätze lagern im Mellendorfer Feuerwehrgerätehaus sechs „scharfe“ Anzüge, berichtete Holger Schmidt. Seit 30 Jahren gibt es den Gefahrgutzug. Einsätze hatte er sehr wenige – zum Glück, wie Schmidt betont. Aufsehenerregendstes Ereignis war vor Jahren der Ammoniakaustritt im Spaßbad. Doch sind die CSA-Träger auch immer dann gefordert, wenn auf einem verunglückten Fahrzeug das orangefarbene Schild mit der entsprechenden Aufschrift entdeckt wird, und das kann auf der Autobahn 7 ganz schnell der Fall sein.
„Unsere Leute sollen sich an den Anzug gewöhnen und die Handgriffe kennen“, erläutert Holger Schmidt. Beim Seminar, das in Mellendorf in Absprache mit dem Regionsausbilder durchgeführt wurde, hatte Schmidt Unterstützung von Dirk Brockmann, Maren Hanebuth, Timo Witte, Achim Klipphahn, Werner Siebert und Carsten Bohlmann. Am Abschlusstag informierte sich auch Gemeindebrandmeister Maik Plischke vor Ort. Insgesamt gehören dem ABC-Zug der Feuerwehr Wedemark 30 ausgebildete CSA-Träger an, darunter zwei Frauen. Seit zwei Jahren ist die Region dabei, das Ausbildungskonzept zu überarbeiten. Städte wie Langenhagen mit großen Gewerbegebieten oder auch die Autobahn seien typische Einsatzorte, es könne aber auch jede Tankstelle sein, so Holger Schmidt. Die überörtliche Zusammenarbeit soll daher intensiviert werden.
„Ein ABC-Alarm ist eine Schadenslage, die bei ganz vielen Menschen große Ängste auslöst“, betont Gemeindebrandmeister Maik Plischke und erinnert an besagten Ammoniakunfall im Freibad. Ein hochqualifizierter Erstangriff sei daher von entscheidender Bedeutung, ebenso die Ruhe beim Einsatz, der dann sehr viel strukturierter ablaufe, so dass ein bestmögliches Ergebnis erzielt werden könne.