Bengt Pflughaupt-Preis für Inken Alber

ECHO-Verlagsleiter Thorsten Schirmer (v. l.) mit Inken Alber, der Siegerin des Bengt Pflughaupt-Preises 2011 und den beiden Zweiplatzierten Hendrike Hartmann und Kathrin Schobel sowie der FFGM-Vorsitzenden Karen Drews und der Leiterin des Gymnasiums, Swantje Klapper. Foto: A. Wiese

Neujahrsempfang von Gymnasium und Förderverein mit besonderem Highlight

Mellendorf (awi). Zum zweiten Mal ist am Donnerstagabend der Bengt Pflughaupt-Preis für journalistische Nachwuchsarbeit – ausgeschrieben unter Schülern ab Klasse zehn des Gymnasiums Mellendorf – verliehen worden. Der Neujahrsempfang von Gymnasium und Förderverein mit annähernd 100 Gästen bot den passenden Rahmen für diese Preisverleihung. Gewonnen hat den vom ECHO gemeinsam mit Gymnasium und FFGM ausgeschriebenen Bengt Pflughaupt-Preis 2011 Inken Alber aus Mellendorf.
Sie überzeugte die Jury – bestehend aus Schulleiterin Swantje Klapper, Deutschlehrerin Daniela Bögershausen, der FFGM-Vorsitzenden Karen Drews, ECHO-Verlagsleiter Thorsten Schirmer und ECHO-Redakteurin Anke Wiese mit ihrem Beitrag zum Thema Selbsthilfegruppen. Das Ranking der beiden Anwärterartikel auf Platz zwei fiel der Jury so schwer, dass sie sich schließlich entschloss, in diesem Jahr zwei zweite Plätze zu vergeben. Sie gingen an Hend-rike Hartmann aus Lindwedel und Kathrin Schobel aus Elze. Der Förderverein des Gymnasiums honorierte den Sieg des Wanderpreises auch in diesem Jahr mit einem Seminar für Nachwuchsjournalisten, die beiden Zweitplatzierten erhielten Buchgutscheine im Wert von jeweils 50 Euro vom ECHO. „Der Bengt Pflughaupt-Preis soll die Erinnerung an den am 29. September 2009 im Alter von 47 Jahren verstorbenene Journalisten und Autor Bengt Pflughaupt in der Wedemark wach halten und zugleich den Schülern des Gymnasiums, das auch Bengt Pflughaupt besuchte, die Chance bieten, sich zu profilieren“, erklärte ECHO-Verlagsleiter Thorsten Schirmer und ist sich sicher: „Was wir gemeinsam mit dem Gymnasium und dem Förderverein geschaffen haben, ist im Sinne von Bengt Pflughaupt und würde ihn freuen!“ Im Sinne von Bengt Pflughaupt, der selbst bis zuletzt für die Christoffel Blindenmission im Einsatz war und mit seinen Büchern über den blinden Marathonläufer Henry Wanyoike und die in Pakistan tätige Lepra-Ärztin Ruth Pfau literarische Meilensteine gesetzt hat, sollte auch den Wettbewerbsbeiträgen für den Bengt Pflughaupt-Preis ein sozial- oder gesellschaftskritischer Ansatz beziehungsweise ein Thema zu Grunde liegen. Ausdrücklich lobte auch Bürgermeister Tjark Bartels die Initiative von ECHO, Gymnasium und Förderverein. Bengt Pflughaupt habe eine besondere Rolle in der Wedemark gespielt und unter anderem mehrfach Henry Wanyoike in die Wedemark geholt.
Henry Wanyoike ist der Wedemark auch nach dem Tod seines Freundes Bengt Pflughaupt weiter eng verbunden. So besuchte er auf Initiative des Bürgermeisters vor nicht allzu langer Zeit die Wedemark und trug sich im Bürgerhaus in Bissendorf in das Goldene Buch der Gemeinde ein. Bengt Pflughaupt hatte die Verbundenheit zu seiner Heimatgemeinde auch dann nicht verloren, als er im Auftrag der Blindenmission und bei seinen Recherchen für Bücher und Artikel quer durch die Weltgeschichte reiste und von seinen Erfahrungen unterwegs auch immer gern den Lesern des ECHO berichtet. Das ECHO fördere den Nachwuchsjournalismus nicht nur durch den nach dem verstorbenen Autor benannten Preis, sondern kooperiere auch bei Praktika und ersten journalistischen Schritten der Schüler eng mit dem Gymnasium, betonte ECHO-Verlagsleiter Thorsten Schirmer. Er verwies auf die Bedeutung des kritschen Journalismus, der „das Gewissen unserer Gesellschaft“ sei. „Journalismus“, so Schirmer, ist eine große Verantwortung, wie nicht zuletzt die Causa Wulff belegt, und ein Geschenk unserer freien Gesellschaft“.
Doch nicht nur um den Bengt Pflughaupt-Preis ging es am Donnerstagabend beim Neujahrsempfang von Gymnasium und Förderverein. Die Schule hatte mit ihrem Umzug ein turbulentes Jahr hinter sich. Dazu kam eine schon
mysterös anmutende Verkettung unglücklicher Umstände, die zu krankheitsbedingten Ausfall so vieler Lehrer – gerade auch im Kontext mit den Abiturprüfungen – führte, dass Improvisation und gegenseitige Hilfe unter den Kollegen einen großen Stellenwert hatten, wie den humoristisch angehauchten Schilderungen von Swantje Klapper zu entnehmen war. Neben dem Umzug war das Ehemaligentreffen im Sommer letzten Jahres ein großes Ereignis für das Gymnasium. Die Rückmeldungen waren so positiv, dass das nächste Treffen – dann im neuen Gebäude – schon nachgefragt werde, berichtete Organisatorin Karen Drews. Sie freue sich wieder auf ein abwechslungsreiches Schuljahr – das Jahrbuch von 2011 liege druckfrisch vor – und der Förderverein werde das Gymnasium wie bisher nach besten Kräften unterstützen. Das setzte Drews gleich in die Tat um, indem sie Sportlehrer Tore Böttcher ein Laptop und eine Kamera übereichte, die der Sportbereich sich für Bewegungsstudien gewünscht habe. Etwas zu übergeben hatte auch Schulleiterin Swantje Klapper, nämlich eine Urkunde für den Sieg im bundesweiten Fremdsprachenwettbewerb an Corinna Lüdecke, Abiturientin des Jahrgangs 2011, die sich mit vier Sprachen ins Finale durchkämpfte.
Musikalisch umrahmt wurde der Empfang von der Schülerband Classic reloaded. „Wir modernisieren Klassik, machen sie attraktiver, gehen ein bisschen ins Rockige“, stellte Vincent Lubbe sich und seine Musiker vor. Den Zuhörern gefiel das Debüt sichtlich.