Berkhofer Wehr sagt ja zum Autotausch

Berkhofs Ortsbrandmeister Michael Hartmann (Dritter von rechts) wurde einstimmig wiedergewählt. Zusammen mit dem stellvertretenden Gemeindebrandmeister Christoph Boss (von rechts) und dem stellvertretenden Ortsbrandmeister Jörn Kahlmeyer gratulierte er den Beförderten: Patrick Lamwersiek, Bjarne Steinmetz, Mayke Klühs-Kurfürst, Carsten Dalmer und Christian Behrens. Foto: A. Wiese

„Wir wollen in der Feuerwehr Wedemark mit gutem Beispiel vorangehen“

Berkhof (awi). Die Gemeinde Wedemark greift für ihre Feuerwehr tief in die Tasche: Neue Fahrzeuge, neue Feuerwehrhäuser, neue persönliche Schutzausrüstung, neue Helme. Da kommen schnell Millionenbeträge zusammen. Die Feuerwehr Berkhof hat jetzt ein Signal gesetzt, dass sie das durchaus wahrnimmt und ihren Teil dazu beitragen möchte, um mit dem Gel der Steuerzahler verantwortungsvoll umzugehen, wie der stellvertretende Ortsbrandmeister Jörn Kahlmeyer es ausdrückte: Sie übernimmt das in Bissendorf ausrangierte LF 86, das zwar vom Baujahr her zehn Jahre älter als das Berkhofer TSFW ist, aber mehr Personal mitkriegt und einen Tank hat, der wieder auf 600 Liter aufgelastet wird.
„Bis auf das Alter ist alles besser. Das Fahrzeug hat seit 2002 erst 25.000 Kilometer gelaufen. Es wird so umgebaut, dass das gesamte Material drauf passt, das wir auf der Autobahn brauchen und auch entsprechend auffällig beklebt“, betonte Jörn Kahlmeyer. Durch die Wiederauflastung des Tanks, den die Bissendorfer abgeflext hatten, ist das Fahrzeug dann zwar wieder ein 8,6 Tonner, doch der stellvertretende Gemeindebrandmeister Christoph Boss sagte zu, dass die Gemeindefeuerwehrführung dafür sorgen werde, dass die Berkhofer Feuerwehrkameraden entsprechende Führerscheine machen könnten. „Wir wollen Beispielfunktion haben in der Feuerwehr Wedemark beim Fahrzeugtausch“, so die deutlichen Worte von Kahlmeyer, nachdem Christoph Boss den geplanten Fahrzeugtausch in der Jahreshauptversammlung am Sonnabend vorgestellt hatte. Welche Wehr das Berkhofer TSFW bekommt, steht noch nicht fest. Zuvor hatten die Aktiven in der Versammlung ihren langjährigen Ortsbrandmeister Michael Hartmann für eine dritte Amtsperiode. also weitere sechs Jahre gewählt. Ebenfalls einstimmig wiedergewählt wurden Jugendfeuerwehrwart Martin Tornow, sein Stellvertreter Christian Behrens, Gerätewart Cristof Orlowski und sein Stellvertreter Andreas Korn. Ortsbrandmeister Michael Hartmann bedankte sich bei allen Gewählten für die zuverlässig geleistete Arbeit, die ihm und seinem Stellvertreter den Rücken freihalte. Hartmann erklärte, er stehe gerne auch weiterhin für die Führungsposition in der Feuerwehr Berkhof zur Verfügung, allerdings nur bis zu sienem 63. Geburtstag und nicht länger. Die Erhöhung der Altersgrenze für die Aktiven bezeichnete er mit ziemlich deutlichen Worten als „schwachsinnig“. Er sei guter Hoffnung, spätestens bis zu seinem 63. Geburtstag einen kompetenten Nachfolger aus den Reihen des Feuerwehrnachwuchs gefunden zu haben.
Sehr erfreut zeigte sich Hartmann über die rückläufigen Einsatzzahlen der Feuerwehr Berkhof im letzten Jahr, die mit 15 Mal 2019 deutlich weniger ausrückte als in den Vorjahren. Hartmann schrieb das der Baustelle zu, die so ganz offensichtlich auch positive Konsequenzen habe. Denn der größte Teil des Berkhofer Einsatzgeschehens spielt sich auf der A 7 ab. Daran hatte sich 2019 nicht geändert, nur gingen die Einsätze wesentlich glimpflicher ab. Einen Toten mussten die Berkhofer Feuerwehrkameraden allerdings auch in 2019 bergen. Ein Transporter war unter einen Lastwagen gefahren und für den Fahrer kam jede Hilfe zu spät, berichtete Hartmann.
Einen weiteren Toten habe es bei einem Einsatz in Hohenheide gegeben, als Gas ausgetreten sei. Herrchen und Hund hätten dies nicht überlegt, riss der Ortsbrandmeister das tragische Geschehen kurz an. Hartmann berichtete von 24 Ausbildungsdiensten und dass die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger im AGT-Bereich Nord in diesem Jahr wieder intesiviert werden soll. Elf Veranstaltungsdienste, ein Arbeitsdienst und 17 überörtliche Dienste sorgten dafür, dass bestimmt keine Langeweile aufkam bei den 29 Aktiven der Feuerwehr Berkhof, der außerdem noch 92 passive Mitglieder angehören. Lehrgänge wurden besucht, es gab eine Objektbesichtigung bei SK Bikes und der KFZ-Werkstatt Hake sowie die Heißausbildung im Brandcontainer in Elze. 1.695 Stunden „Ausbildung und Belustigung“ rechnete Michael Hartmann seinen Zuhörern vor, zu den neben dem stellvertretenden Gemeindebandmeister Christoph Boss auch Bürgermeister Helge Zychlinski gehörte. Der versprach, dass die Berkhofer Feuerwehrleute anfangen könnten, für ihre Einweihungsfeier zu sparen. Ein bisschen sparsam müssten sie nämlich sein, hatte sie der Kassenwart ermahnt und an die Spendenbereitschaft der Bevölkerungs appelliert. Es sei nur ein Glück, dass Veranstaltungen wie Osterfeuer und Weihnachtsmarkt ein wenig Geld in die Feuerwehrkasse spülten. Doch zurück zum Neubau des Feuerwehrhauses: Der Vertrag sei zwar noch nicht unterschrieben, aber Gemeindeverwaltung und Eigentümer seien sich einig, auch über den Kaufpreis, bestätigte Zychlinski. Das Bauleitplanverfahren sei angelaufen und werde den Rat bis zum Sommer passiert haben. „Das Ganze nimmt jetzt Fahrt auf, 2022 kann die Versammlung wohl dort stattfinden“, versicherte der Bürgermeister wiederholt. Er bedankte sich bei der Berkhofer Wehr herzlich für die Einsätze in 2019. Er freue sich, dass die Baustelle auf der Autobahn ganz offensichtlich für einen Rückgang der Fallzahlen für die Feuerwehgr gesorgt habe. Die nächste Bauphase stehe bereits vor der Tür. Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Christoph Boss ließ bezüglich des Neubaus des Feuerwehrgerätehauses anklingen, dass im Bereich Bauen offensichtlich großer Nachholbedarf bestehe. „Die Gemeindeverwaltung muss sich in diesem Bereich erst mal an uns gewöhnen. Wir sind dynamisch. Wir brauchen keine goldenen Wasserhäne aber Platz und wir wollen zukunftsorientiert bauen“, so Boss in Richtung Bürgermeister. Die Kinderfeuerwehr berichtete von 1.134 Stunden für 15 Kinder unter zehn Jahren plus Betreuerstunden. Die Jugendfeuerwehr hatte für ihre acht Mitglieder inklusive Zeltlager in Grömitz und Jubiläumszeltlager in Bissendorf sogar 2.597 Mannstunden zu bieten. Befördert wurden Bjarne Steinmetz, Mayke Klühs-Kurfürst und Patrick Lamwersiek zu Feuerwehrmännern beziehungswesei -frau, Christian Behrens zum Oberfeuerwehrmann und Carsten Dalmer zum Lösch-meister.