BfW legt Pläne für Ortsmittelpunkt vor

Architekt Christian Heimberger hat ein Dorfgemeinschaftshaus und einen Kindergarten entworfen, der vom Stil her zu den Neubau-Plänen der Montessori-Schule passt. Foto: A. Wiese

Kleinke: „Rat soll am Montag nicht letztes gemeindeeigenes Grundstück verpachten“

Bissendorf-Wietze (awi). Manfred Kleinke und Christian Heimberger haben am Donnerstag der Presse den Entwurf für einen Ortsmittelpunkt in Bissendorf-Wietze auf dem jetzigen Schulgrundstück präsentiert. Dabei sind die geplanten Neubauten der Montessori-Schule im Dänemark-Häuschen-Stil im hinteren Bereich, Dorfgemeinschaftshaus und Kindergarten stilmäßig angeglichen im vorderen Teil des Grundstücks angesiedelt. Die BfW hat diese Pläne mittlerweile im Rathaus eingereicht und hofft, dass der Rat der Gemeinde sich am Montag nicht wie im Verwaltungsentwurf vorgesehen für eine Verpachtung an die Montessori-Schule für die nächsten 40 Jahre ausspricht, erklärte Manfred Kleinke. Dabei betonte Kleinke ausdrücklich, die BfW sei keineswegs gegen den Neubau der Schule in Bissendorf-Wietze, kritisiere aber das von der Gemeinde gewählte nicht öffentliche Verfahren, vor allem die „totale Ausschaltung des Ortsrates“. Der Ortsrat hätte nach Kleinkes Ansicht beteiligt werden müssen.
Die BfW sei entsetzt darüber, dass der mit vielen Geldern und Engagement der Bürger errichtete Anbau an die Schule abgerissen werden solle. Die BfW erwarte, dass die Gemeinde dem Ort für den Abriss einen Ausgleich in Form eines Zuschusses oder eines Ersatzbaus verschaffe. „Über die größte Investition in Bissendorf-Wietze sollte in kommunalen Hinterzimmern entschieden werden“, kritisiert Kleinke. Nur durch eine Anfrage der BfW im Rat sei die Sache zum Glück öffentlich geworden. Die BfW kritisiere außerdem die Hektik, mit der die Angelegenheit durch Verwaltungsausschuss und Rat gepeitscht werde, „zumal die Verwaltung in die Sache seit einem Jahr involviert ist“, so die Darstellung des BfW-Sprechers. Weiter kritisierte er, dass langjährige Mieter des Schulgebäudes, die ihre familiären Bindungen in Bissendorf-Wietze haben, „aus ihren Wohnungen vertrieben werden sollen und möglicherweise den Ort verlassen müssen“. Es sei enttäuschend, dass Rat und Ortsrat, Bürgermeister und Ortsbürgermeister, auf ein demokratisches Verfahren unter Beteiligung der Bürger verzichtet hätten.
Die BfW habe sich zu dem Grundstück mittlerweile ihre Gedanken gemacht, und zwar habe Architekt Christian Heimberger einen Entwurf ausgearbeitet. Das Grundstück sei 6.050 Quadratmeter groß, etwa 36,5 Meter breit und 165 Meter lang. Die neue Schule habe er im hinteren Teil gestaffelt angeordnet, erläuterte Heimberger seinen Entwurf der Presse. Etwa in der Mitte sei eine parkähnliche Anlage mit einem Brunnen und Ruhebänken für junge Mütter oder ältere Herrschaften vorgesehen. Der Spielplatz des nach Süden ausgerichteten Kindergartens liege in Sichtweite. Der Kindergarten sei etwa 90 Quadratmeter plus Nebenräume groß, hell mit viel Glas und hellem Holz. Ein gleichartiges, auch mit einem gefalteten Dach versehenes Gebäude sei zur Straße orientiert und für Versammlungen, Konzerte, Lesungen, Gymnas-tik, Musik, Ausstellungen und als Wahlbüro vorgesehen. Ein überdachter Gang verbinde den entstehenden Ortsmittelpunkt mit den beschriebenen Anlagen. Am Wietzestrand liege ein Lokal mit Außenplätzen, die jetzige Kneipe könne man renovieren. Hier könnten unter den Birken kleine Märkte stattfinden, wie in Isernhagen zu beobachten. Vielleicht gebe es einen Kiosk für Getränke und Eis, lässt die BfW ihrer Fantasie freien Lauf. Es seien genügend Parkplätze vorhanden, gegenüber liege das Gemeindehaus, ein Schulbus könnte halten, ein verkehrsberuhigter Bereich angeordnet werden. Die Anlage lasse sich je nach vorhandenen Mitteln in zwei Baustufen erstellen und wäre mit der neuen Schule eine Bereicherung für die Ortschaft, sind Kleinke und Heimberger überzeugt. Auf die Nachfrage der Presse, wie sie sich die Finanzierung des Projekts vorstellen, das sie selbst mit „irgendwas zwischen 300.000 und 400.000 Euro“ beziffern, haben beide allerdings keine Antwort. „Das ist nicht unsere Sache, wir liefern schon die Planung“, so Kleinke. Er erinnert hingegen nachdrücklich an den Anbau eines Klassenraumes an die Grundschule Bissendorf-Wietze 1998. „Die Bürger wollten erreichen, dass ihre Kinder um ein Jahr länger an der Wietze bleiben. Dazu fehlte ein Klassenraum, den die Gemeinde nicht bauen wollte. Eine Initiative von Bürgerinnen und Bürgern, die heute auch teilweise bei BfW sind, formierte sich und setzte den Bau des Klassenraumes in Verhandlungen mit der Gemeinde durch. Von den benötigten
90.ooo D-Mark, habe die Gemeinde 30.000 Mark bezahlt, die Bürger 60.000 Mark durch Veranstaltungen und Spenden aufgebracht.