Biogasanlage in Mellendorf besichtigt

Die Besichtigung der Biosgasanlage war nur eine von vielen Aktivitäten der Mellendorfer Alterskameradschaft. Foto: S. Birkner

Alterskameraden der Mellendorfer Feuerwehr bleiben „gefühlte Aktive“

Mellendorf (sb). „Wir sind kein zusammengewürfelter Haufen. Unsere Arbeit hat einen offiziellen Charakter“, sagt Rolf Hanebuth nicht ohne Stolz über die Mellendorfer Alterskameradschaft. Der Ehrenbrandmeister war lange Zeit Sprecher der Gruppierung und entscheidend an deren Gründung im Jahr 1992 beteiligt. Vor gut zwei Jahren wurde er von Hermann Homeier abgelöst, der die Alterskameradschaft seither anführt.
Noch vor 20 Jahren wurden aktive Kameraden beim Erreichen der Altergrenze von 62 Jahren mehr oder weniger aus der Feuerwehr entlassen. Zwar wurden sie offiziell zu fördernden Mitgliedern, hatten aber kaum noch aktive Gestaltungsmöglichkeiten. „Ich hielt es damals für unwürdig, verdiente Feuerwehrleute einfach fallenzulassen“, erinnert sich Hanebuth. Mit der Alterskameradschaft wollte er deshalb eine Gruppierung schaffen, in der die scheidenden Aktiven aufgefangen und bes-tenfalls weiterhin als engagierte Kameraden wahrgenommen werden. Ein Konzept, dessen Erfolg bis heute unumstritten ist: 19 ehemalige Aktive treffen sich noch heute mindestens einmal monatlich zu Diensten, bei denen nicht nur die bloße Pflege langjähriger Kameradschaftlichkeit im Vordergrund steht. „Wir sind an aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen interessiert und nutzen unsere monatlichen Treffen, um uns selbst ein Bild von den Gegenständen der Diskussionen zu verschaffen“, sagt Hanebuth. Bestes Beispiel hierfür ist die Besichtigung des in die Schlagzeilen geratenen Wilhelmshavener Jade-Weser-Ports, die für Juni geplant ist. Im Rahmen ihres März-Dienstes besuchten die Kameraden die kürzlich fertig gestellte Biogasanlage Brelinger Berg in Mellendorf. Nach theoretischen Erläuterungen im Feuerwehrhaus ließen sie sich von Miteigentümer Cord-Peter von der Wroge vor Ort die Wirkungsweise der Biogasanlage vorführen. „Als gestandene Feuerwehrleute interessiert uns natürlich auch der technische Aspekt solcher Anlagen“, meint Hanebuth. Längst nicht immer sind die Feuerwehr-Senioren bei ihren Aktivitäten alleine unterwegs. „Viele unserer Unternehmungen führen wir gemeinsam mit unseren Ehefrauen durch. Sie gehören einfach dazu“, findet Homeier. Doch nicht nur die Frauen, auch die aktiven Feuerwehrleute freuen sich, wenn von der Alterskameradschaft organisierte Aktivitäten ins Haus stehen. So wird zum Beispiel die Besichtigung des Jade-Weser-Ports als Tagesausflug in einer großen Gruppe stattfinden.
Die Alterskameraden beschränken sich trotz der Vielzahl an Unternehmungen nicht auf die reine Freizeitgestaltung. „Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, für die Entlastung der Aktiven zu sorgen“, erzählt Hanebuth. Dass sie laut Gesetz nicht mehr an Einsätzen teilnehmen dürfen, bedeute nicht, dass die Alterskameraden keine feuerwehrtechnischen Aufgaben mehr übernehmen könnten. Aus diesem Grund beteiligen sich die Männer im Alter von 62 bis 80 Jahren beispielsweise an der regelmäßigen Hydrantenüberprüfung in Mellendorf. Außerdem übernehmen sie sämtliche Geburtstagsbesuche und sorgen dafür, dass die Feuerwehr auf Beerdigungen langjähriger Weggefährten vertreten ist.
In Anbetracht der Erfüllung solcher Aufgaben ist ihr offizieller Status Bestätigung für die Alterskameraden. „Wir gelten versicherungsrechtlich als Aktive und haben einen offiziellen Dienstplan, den unser Ortsbrandmeister gegenzeichnet“, erläutert Hanebuth den von ihm angesprochenen „offiziellen Charakter“. Nichtsdestotrotz bleibe die Alterskameradschaft ein eigenständige Gruppierung und stehe in keiner Abhängigkeit von den Aktiven. Was die ins Haus stehenden Frühlingsmonate anbetrifft, freuen sich Hanebuth, Homemeier und ihre Kameraden auf einige spannende Unternehmungen: Während sie morgen das Kohlekraftwerk in Stö-cken besichtigen und im Mai zum Bogenschießen nach Scherenbos-tel fahren werden, steht im Juni die traditionelle Fahrradtour mit anschließendem Spargelessen auf dem Dienstplan.