Biogasbetreiber probieren es mit Rüben

Interessiert lauschten die Mitglieder der CDU-Ratsfraktion den Ausführungen von Cord-Peter von der Wroge.Foto: A. Wiese

Cord-Peter von der Wroge stellte die neue Anlage in Mellendorf der CDU-Fraktion vor

Mellendorf (awi). Der Mais ist in Deutschland mit Abstand die Energiepflanze Nummer Eins, wenn es um die Erzeugung von Biogas geht. Ganze 88 Prozent macht er an den pflanzlichen Gärsubstraten aus. Diese Entwicklung wird in der Bevölkerung nicht unkritisch gesehen. Bei der Suche nach Alternativen ist die Zuckerrübe ein vielversprechender Kandidat. Das erklärte auch Cord-Peter von der Wroge aus Brelingen am Mittwoch seinen Parteifreunden von der CDU-Ratsfraktion bei der Besichtigung der Biogasanlage am Salhop 4 in Mellendorf. Diese Anlage betreibt von der Wroge zusammen mit zwei Berufskollegen, Georg Kohne aus Negenborn und Ulrich Blanckenburg aus Mellendorf, auf von Blanckenburgs Hofgrundstück. Seit Dezember ist die Anlage am Netz, vorausgegangen sind mehr als ein Jahr Planung und Bauzeit. Von der Abwärme profitieren nicht nur Wohnhaus und Sauenstall der von Blanckenburgs, sondern auch die nahegelgene Gärtnerei Borgas. Zurzeit werden die Bakterien im Fermenter rund um die Uhr alle 40 Minuten mit Mais und Gülle „gefüttert“. Doch von der Wroge erklärte den interessierten Zuhörern, dass die Betreiber es ab Herbst auch mit Rüben probieren wollen. In Niedersachsen ist die Rübe als Biogassubstrat kein Neuling. Vieles spricht dafür, die Zu-ckerrübe als Ergänzung zum Mais für die Biogasgewinnung einzusetzen. Durch ihren hohen Zucker-anteil enthält sie viel Energie. Auch die Methanausbeute kann sich sehen lassen. Nach bisherigen Erfahrungen aus der Praxis lässt sich schon mit einem Rübenanteil von 20 bis 30 Prozent im Gärsubstrat der Methangehalt im Biogas um zwei Prozent steigern. Dank der zügigen und hohen Abbaurate wird das Substrat zudem insgesamt rührfähiger, was den Strombedarf für die Rührtechnik der Anlage reduziert. Allerdings brächten Rüben auch Steine und Sand ein. Die Betreiber der Mellendorfer Anlage, die sich unter dem Namen „Drei B Energie GmbH und Co.KG“ – die drei B stehen für Brelinger Berg Biogasenergie – zusammengeschlossen haben, werden daher zunächst gewaschene und geschnittene Rüben aus einer Zu-ckerfabrik in ihre Anlage einbringen, und sich bei Erfolg des Experiments Gedanken über die Anschaffung einer eigenen Anlage machen. Nachfragen aus der CDU, ob Pläne, Großabnehmer wie Kirche und Schule in Brelingen mit Wärme zu versorgen, noch aktuell sind, bestätigte von der Wroge. Diese Pläne hätten die Betreiber nicht aus den Augen verloren.