„Bissendorf im Wandel der Zeit“

Dr. Hellmuth Hahn zeigte mit technischer Unterstützung durch Rainer Gerth Bilder von Bissendorf gestern und heute. Foto: A. Wiese

Ortshistoriker Dr. Hellmuth Hahn referierte zwei Stunden lang

Wennebostel (awi). Kaum einer kennt sich in Bissendorf so gut aus wie Hellmuth Hahn: 1927 wurde er hier geboren, ist dort aufgewachsen, hat später dort von 1964 bis 1990 als Internist praktiziert und mittlerweile die komplette Hofgeschichte aufgearbeitet. Wer wäre als Führer durch „Bissendorf im Wandel der Zeit“ besser geeignet als Hellmuth Hahn? Anhand der alten Brandkassen-Nummern geleitete er die Besucher der Geburtstagsveranstaltung des Verschönerungsvereins letzten Mittwoch angefangen an der Burgwedeler Straße auf einem reich bebilderten Rundgang durchs Dorf. Zwei Stunden lang dauerte es, bis die Zuhörer mit ihm wieder an der Kirche angelangt waren. Dabei wurde jeder Hof wirklich nur kurz angerissen, ein Bild von früher und eins aus heutiger Zeit gezeigt. Die aktuellen Bilder hatte Rainer Gerth beigesteuert und am Computer alt und neu gegenüber gestellt. Früher prägte die Landwirtschaft Bissendorf über viele Jahrhunderte. Heute gibt es einige Höfe gar nicht mehr, andere sind umgebaut und umgenutzt – als Geschäftshäuser oder zum Wohnen. Es gibt aber auch Gebäude wie die Gastwirtschaft Schrader, die waren früher der Mittelpunkt des Dorfes und stehen heute leer. Viele alte Bissendorfer wurden durch die Aufnahmen in ihre Kindheit zurückversetzt. Da stand früher dieSchule, wo heute die Sparkasse ist. Da zeigten die alten Fotos eine große Scheune auf dem Amtshof, wo heute ein freier Platz ist, auf dem jeden Donnerstag Markt abgehalten wird. Da stand früher die Sägemühle mit ihren Nebengebäuden, wo heute das ECHO seine Geschäftsstelle hat. Aus dem alten Dangershof wurde das Hotel Brunnenhof und aus dem Geschäft Mohlfeld die Anwaltskanzlei von Charlie Mrosko. Viele alte Häuser mussten weichen, wurden abgerissen und die Hauptbalken mit den Inschriften als Wiesenpfähle am Beekeweg weiterverwendet. Auch Brände haben ihre Spuren in Bissendorf hinterlassen. Leider seien die Unterlagen, deren er noch habhaft werden konnte, sehr spärlich, bedauerte Hahn. Viel sei nach dem Krieg verbrannt worden, weil Hakenkreuze darauf waren. Als absolute Rarität präsentierte er ein Farbbild von Kochs Haus aus den Jahren 1908 bis 1910, dem früheren Pfarrwitwenhaus.