Bissendorf – sattelfest und radverliebt?

Eingerahmt von Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann und Kontaktbeamten Andreas Kremrich die Ortsratmitglieder und Vortragende Foto: E. Rodenbostel 
 
Thomas Buchheit mit dem zu erwartenden kostenlosen Lastenfahrrad Hannah Foto: E. Rodenbostel

Ortsrat hatte zur Informationsveranstaltung eingeladen

Bissendorf (er). Bissendorf – sattelfest und radverliebt
Diese Frage stellte das Ortsratmitglied Thomas Buchheit am Dienstag Abend im Bürgerhaus in Bissendorf. Im gut gefüllten Saal hörten die Teilnehmenden interessante Vorträge rund um das Thema: Radfahren und konnten schon in den ersten Sätzen den Einsatz der CDU zum Thema Radfahren erkennen indem Thomas Buchheit erläuterte: „Wir erwarten in diesem Frühjahr zehn Fahrradgaragen. Sie können für sechs oder zwölf Monate gemietet werden. Ein erster Schritt in Bezug auf mögliche Unterstellmöglichkeiten!“
Anwesend waren neben dem fast vollständig vertretenden Ortsrat mit Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann unter anderem Ellen Bruns von der Gemeindejugendpflege und Antonia Hingler, die Wirtschaftsförderin der Gemeinde Wedemark.
Es wurde eine bunte Themenpalette rund um das Thema Radfahren vorgestellt. Zunächst wurden den interessierten Zuhörern verschiedene Vorgehensweisen und Kenntlichmachungen von Fahrradwegen in der ganzen Welt an der Leinwand anschaulich gezeigt. Dann eine Zukunftsvision, die wir vielleicht noch erleben:. Thomas Buchheit: „Menschen werden sich ihr Lastenfahrrad – das per App und Telefon allein vor die Haustür fährt – bestellen können und es fährt nach Gebrauch allein wieder weg. Im Moment wird an der Otto Guericke Uni Magdeburg dazu geforscht.“
Ein Vortrag des Geschäftsführers Edwin Süselbeck der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommune Niedersachten/Bremen schloss sich an. Er erläuterte die Planung der Radschnellwege und die Ideen anderer Länder in Bezug auf hoteleigene Fahrradgaragen , öffentliche kostenlose Parkhäuser für Fahrräder – im Gegenzug dazu sehr teure Autoparkhäuser oder Garagen, die das Fahrrad auf drei Etagen allein verteilen. Der Nutzer muss es nur unten hineinschieben, alles andere geschieht automatisch. Edwin Süselbeck: „Die erste größere Fahrradgarage wird in nächster Zeit in Wunstorf am Bahnhof gebaut. Leider gibt es manchmal für den Bau solcher Garagen einfach nicht genügend Platz.“
In der stattfindenden Diskussion wurde deutlich, dass eine angestrebte Fußwegbreite von 2,50 Metern zum Teil illusorisch ist. Durch verschiedene Maßnahmen wie Schutzstreifen, befahren von Fußwegen oder Teilnahme am Straßenverkehr, im sogenannten „Mischverkehr“ und vor allem durch Rücksicht ist das Fahrradfahren im Moment möglich. Dieses wurde jedoch anhand von vielen Beispielen vermehrt gefordert.
Kostenlose Fahrradbügel – ein erster Schritt
Diese für die Regionsverwaltung erste Veranstaltung für den Radverkehr wurde von Klaus Geschwinder und Wiebke Schepelmann vom Team Infrastruktur Straße gelobt. Beide stellten das Klimapaket 2020 vor, das einen verminderten Ausstoß von CO² anstrebt und erläuterten den Ausbau der Radverkerhrsinfrastruktur. Dabei werden verschiedene Ansätze verfolgt. Die Fahrradwege sollen weiter ausgebaut oder erneuert werden, dazu konnte Wiebke Schepelmann detaillierte Daten nennen, die vor allem in Bezug zu Beantragung und Bewilligung von Fördermitteln standen. Die Mitnahmezeiten von Fahrrädern im öffentlichen Personennahverkehr sollen erweitert werden, im Moment so ein Zuhörer: „parke ich an vier Bahnhöfen jeweils ein Fahrrad, das sorgt auch für volle Bahnhöfe.“ Das Team Infrastruktur bietet zum Thema Sicherheit Fahrradbügel zur Abholung. Sie geben Geschäftsinhabern die Möglichkeit sich bei der Gemeinde zu melden und sich kostenlose Fahrradbügel abzuholen und bei sich selbst zu installieren. Die Gemeinde sammelt die Wünsche und wird die Bestellung dann weiterleiten.
Jetzt kommt Hannah
Das Lastenfahrrad „Hannah“ wurde von Ronald Brandt vom ADFC vorgestellt. Es wird für Bissendorf reserviert und ist kostenlos für ein bis drei Tage zu nutzen, wahrscheinlich wird es vor einem Supermarkt abgestellt und ist dann auch wieder dorthin zurück zu bringen. Dazu werden einige Daten der Nutzer benötigt um den Verbleib des Fahrrads zu verfolgen. In und um Hannover sind jetzt insgesamt 34 Räder in Benutzung und sie werden sogar zu Umzügen oder bei Hochzeiten als Brautwagen genutzt. Roland Brandt: „Die Lastenräder mit oder ohne elektrische Unterstützung liegen im Trend. Die Ausnutzung beträgt in der Stadt 99 Prozent, auf dem Land 76 Prozent. Ein voller Erfolg. In jedem Monat nehmen 50 neue Lastenräder in Hannover am Straßenverkehr teil.“ Das letzte der in Betrieb genommenen und frei zur Nutzung zur Verfügung gestellten Räder soll Bissendorf bekommen.
Schutzstreifen für Radfahrer - für Autofahrer neue Richtlinien!
Andreas Kremrich, der Kontaktbeamten der Polizei Mellendorf erläuterte noch einmal die Bedeutung der Schutzstreifen für Radfahrer und Autofahrer. Sie dürfen den Schutzstreifen für Radfahrer nur bei Bedarf überfahren und Radfahrer dabei nicht gefährden. Das zu fahrende Tempo gibt der Radfahrer an. Außerdem ist das Parken auf dem Schutzstreifen verboten – eigentlich klar. Soll der Fahrradfahrer dann auf die Straße ausweichen müssen? Die neuen Regeln müssen noch stärker kommuniziert werden.
Die Situation der Elterntaxis wurde noch einmal zum Thema gemacht, auch die nicht ausreichend mit heller Kleidung versehenen Schülerinnen und Schüler, die teilweise sehr schnell mit dem Roller daherkommen. Ein Blinki am Ärmel oder an dem Roller würde allen Verkehrsteilnehmern sehr helfen.
ADFC und Verkehrswacht
Der Vorsitzende des ADFC Ortsgruppe Wedemark, Wolfgang Leichter stellte den Verein vor und erinnerte an den jeden ersten Montag im Alten Zöllnerhaus stattfindenden Stammtisch und die regelmäßigen, ab April wieder Mittwochs stattfindenden Fahrradtouren ab 18.30 Uhr. Die Situation der Fahrradwege in Bissendorf wurde noch einmal erläutert und der geforderte Mindestabstand von Autofahrern zu Fahrrädern mit 1,50 Metern anschaulich gezeigt. Auf engen Straßen sind Fahrradfahrer dann nicht zu überholen, vor allem, da sie als Verkehrsteilnehmer ja selbst einen Mindestabstand von 80 bis 90 cm zu parkenden Autos einhalten müssen.
Den abschließenden Vortrag gestalte Sandra Winkler als Vorsitzende der Deutschen Verkehrswacht Wedemark. Sie verdeutlichte die Arbeit der Ehrenamtlichen bei Veranstaltungen, Verkehrserziehung und die Mitwirkung bei Werbemaßnahmen wie: „Tippen tötet“. Als neues Projekt wird es einen größeren Übungsplatz in Bissendorf geben, der mit Roller oder Fahrrad befahren werden kann.
Ein langer Abend mit interessanten Beiträgen, der Versicherung der CDU Ortsgruppe an dem Thema dranzubleiben und dem Wunsch aller auf mehr Rücksicht im immer schneller werdenden Straßenverkehr.
Rad 1
Thomas Buchheit mit dem zu erwartenden kostenlosen Lastenfahrrad Hannah Foto: E. Rodenbostel
Rad 2
Eingerahmt von Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann und Kontaktbeamten Andreas Kremrich die Ortsratmitglieder und Vortragende Foto: E. Rodenbostel