Bodenaushub muss auf die Deponie

Die Bauarbeiten für den neuen Kindergarten der Lebenshilfe Langenhagen-Wedemark direkt neben dem Bauhof in Hellendorf begannen mit einer unangenehmen Überraschung: Ein großer Teil des Bodenaushubs ist mit einer noch unbekannten Substanz kontaminiert, die jetzt abgedeckt ist und untersucht wird. Foto: A. Wiese

Unangenehme Überraschung bei Bauarbeiten für den neuen Kindergarten

Hellendorf (awi). Die schlechte Nachricht zuerst: Bei den Vorbereitungen für die Bodenplatte des neuen Kindergarten der Lebenshilfe Langenhagen-Wedemark direkt neben dem Bauhof auf dem ehemaligen Butenhoff-Gelände am Mellendorfer Kirchweg ist im Bodenaushub eine unbekannte weißliche Substanz entdeckt worden. Schon jetzt weiß Bauherr Florian König, Geschäftsführer der Lebenshilfe: „Das steigert auf jeden Fall die Kosten und kostet hoffentlich nicht auch noch zuviel Zeit!“
Doch da es neben schlechten auch immer gute Nachrichten gibt: Auch wenn noch nicht feststeht, um was genau es sich bei der weißlichen Substanz handelt, die als Z2-Schadstoff gewertet wird, sondermüll ist es nicht. Eigentümer des Baugrundstücks ist nach wie vor die Gemeinde, die das Grundstück für ihren Bauhof vor einigen Jahren von der Firma Butenhoff, die ins Gewerbegebiet Bissendorf umgezogen ist, gekauft und einen Teil davon jetzt auf Erbpacht an die Lebenshilfe für den Kindergarten-Neubau abgegeben hat. Es ist der dritte Kindergarten der Lebenshilfe und auch dies soll ein integrativer Kindergarten werden wie Domino in Mellendorf und die Einrichtung in Langenhagen. „Am Erdbeerfeld“ soll das jüngste Kind der Lebenshilfe heißen und dazu passen Schadstoffe im Boden nun überhaupt nicht, räumt Geschäftsführer Florian König ein. Sowohl die Lebenshilfe, die von den NH Architekten aus Hannover begleitet wird – die Firma 180 Grad Freiraum erstellt als Generalunternehmer den Bau – als auch die Gemeinde hatten Bodengutachten anfertigen lassen, bei denen die undefinierbare Substanz nicht aufgefallen sei, so König. Fünf Gruppen wird der neue Kindergarten, der im Frühsommer nächsten Jahres eröffnet werden soll, umfassen: Zwei integrative Kindergartengruppen mit je 18 Kindern, zwei Krippengruppen mit je 15 Kindern und eine heilpädagogische Kindergartengruppe mit acht Kindern. Noch hält sich die Verzögerung übrigens in Grenzen, denn mit dem Bau konnte jetzt im April etwas früher begonnen werden als geplant. 3,5 Millionen Euro werden dort insgesamt investiert. Die Finanzierung läuft über die Gemeinde Wedemark, Fördermittel gibt es vom Land Niedersachsen und der Region, berichtet Geschäftsführer König. Die Lebenshilfe wird in dem neuen Kindergarten etwa 20 Fachkräfte beschäftigen, unter anderem Erzieher, Sozialassitenten, heilpädagogische Fachkräfte und Therapeuten. Erste Bewerbungen gebe es bereits, obwohl der Markt für diese Berufsgruppe bekanntlich eng sei. Die offizielle Grundsteinlegung für den neuen Kindergarten „Am Erdbeerfeld“ ist im Mai geplant, bis dahin hat sich die unangenehme Überraschung mit dem Bodenaushub hoffentlich geklärt, davon geht der Geschäftsführer aus. Mit der Gemeinde Wedemark sei man noch nicht im Gespräch, was die Mehrkosten betreffe, sie sei bisher nur von dem Fund informiert worden. „Wir brauchen erst einen ungefähren Kostenrahmen. Ich hoffe, dass das in der nächsten Woche klarer wird, wenn die Region Hannover uns eine Deponie für die Entsorgung zuweist.“, so Geschäftsführer Florian König im Gespräch mit dem Echo. In Hellendorf und Umgebung hatte die Entdeckung des offensichtlich kontaminierten Erdreichs für Besorgnis und Spekulationen gesorgt. Da dürfte die Nachricht, dass kein gefährlich Stoff, weil zumindest schon mal kein Sondermüll, Erleichterung bringen. Vermutlich handele es sich um eine Kalkmischung, so Florian König.