Braucht die Wedemark ein Hallenbad?

Bis zum 15. August möchte Helge Zychlinski eine Antwort von den Wedemärkern auf die Frage haben, ob sich die Wedemark ein Hallenbad leisten sollte und könnte. Foto: A. Wiese
 
Nähere Informationen gibt es von Helge Zychlinski auf seiner Website www.hallenbad-frage.de.

Helge Zychlinski und die SPD wollen das mit den Bürgern herausfinden

Wedemark (awi). Sollen sich Bürger, Rat und Verwaltung mit der Frage auseinandersetzen, ob die Wedemark ein Hallenbad braucht? Eine Antwort auf diese Frage möchten Initiator Helge Zychlinski und die SPD Wedemark bis 15. August von den Bürgern haben. Antworten können sie darauf über das Abstimmungsformular auf der eigens dafür eingerichten Website www.hallenbad-frage.de im Internet oder an Informationsständen zu diesem Thema in den nächsten zwei Wochen an verschiedenen Standorten in der Gemeinde Wedemark.
Am Sonntagabend ging die Seite ans Netz, am Montagmorgen wurden die Banner aufgestellt, wenige Stunden später erklärte Helge Zychlinski das in den letzten Monate gewachsene und sorgfältig vorbereitete Projekt den örtlichen Pressevertretern. Dabei betonte er ausdrücklich: „Es handelt sich nicht um ein Wahlkampfversprechen mit dem Inhalt, wählt mich und es gibt ein Hallenbad. Was ich anschieben möchte, ist eine groß und breit angelegte Diskussion in der Bürgerschaft, ob wir hier in der Wedemark ein Hallenbad – in welcher Form und Größe, privat oder öffentlich gebaut oder finanziert – haben wollen? Dieser Prozess wird völlig ergebnisoffen geführt.“
Zychlinski stellt zudem fest: „Dies ist meine private Seite als Wahlkämpfer. Ich möchte mich für die Zukunft ausrichten und dafür möchte ich wissen, wie die Bürger darüber denken.“ Das könne er am besten über eine öffentliche Befragung herausfinden, so Zychlinski. Natürlich sei das mit seiner Partei, der SPD, abgestimmt, die diese Willenserkundung ebenfalls in ihrem aktuellen Wahlprogramm habe. Ihm gehe es in erster Linie um die Bedeutung des Schwimmens, betont Zychlinski. Die durch offizielle Studien von DLRG und Robert-Koch-Institut belegte Tatsache sei, dass die Schwimmkompetenz von Kindern abnehme. Das liege aktuell auch daran, dass durch die coronabedingte Schließung der Bäder in diesem und im letzten Jahr keine Schwimmkurse stattgefunden hätten. Aber es liege auch allgemein daran, dass es weniger öffentliche Schwimmbäder gebe und Schwimmen nicht mehr selbstverständlich auf dem Lehrplan von Grundschulen und weiterführenden Schulen stehe.
Auch in der Wedemark stelle die nötige Anreise zum Hallenbad in Schwarmstedt die Schulen vor Probleme, zudem sei das Bad wegen Sanierung schon seit über einem Jahr geschlossen. Er wolle zunächst einmal nur wissen, ob das Thema Hallenbad überhaupt ein Thema für die Wedemärker sei. Wenn die Umfrage dazu ein klares Ja ergebe, müsse der Prozess weitergeführt werden. Dann gehe es darum Informati9onen zu sammeln und zu bewerten, modellprojekte zu besichtigen, Veranstaltungen zu planen, Fachgespräche zu führen, Einwohnerversammlungen zu organisieren und sich über die Finanzierung Gedasnken zu machen. Sei man an diesem Punkt angekommen und gebe es ein Gesamtkonzept, sei der richtige Zeitpunkt für eine offizielle Bürgerbefragung gekommen, so Zychlinski zum möglichenAblauf.Falls diese ergebe, dass die Mehrheit der Bürger ein Hallenbad wolle, müsse der Gemeinderat dies mit einer Abstimmung bestätigen oder im anderen Fall den Prozess beenden. Im günstigsten Fall werde das Hallenbad, das Zychlinski auf seiner Seite fiktiv Wedebad nennt gebaut.
Doch mehrfach weist er im Pressegespräch darauf hin, dass alles absolut offen sei: Die Standortfrage – auch wenn sich zugegebenermaßen Synergieeffekte in Kombination mit Spaßbad und Eishalle auf dem Gelände Am Freizeitpark anböten, die Größe – vom reinen Lehrschwimmbecken bis zum Erlebnisbad mit Saunawelt, der Bauherr und das Betreiberkonzept. Er habe sich über Kosten für Bäder mit 25-Meter-Becken informiert und festgestellt, dass zwischen achtund 16 Millionen alles möglich sei, so Helge Zychlinski. Da gebe es eine Riesenbandbreite. „Wenn man so etwas seriös umsetzen will, ist das ein langer Prozess“, ist dem Initiator der Umfrage klar und darum möchte er von den Wedemärkern jetzt wissen, ob dies eines der ersten Themen für seine neue Wahlperiode als Bürgermeister im Falle der Wiederwahl werden soll. Bis zur offiziellen Bürgerbefragung würden rund eineinhalb Jahre ins Land gehen, schätzt Zychlinski und betont noch einmal: „Dass da keine Irritationen aufkommen: Ich verspreche nicht den Bau eines Hallenbades, aber dass wir den Prozess führen, wenn der Wunsch bei der Mehrheit der Bürger da ist und die Bürger mitentscheiden können, was für ein Bad das wird.“ Das Thema betreffe zwar was das Schwimmenlernen betreffe, vor allem Kinder, aber weitergedacht sei die regelmäßige Ausübung des Schwimmsports ein Thema für alle Kinder und Jugendlichen, aber auch ganz besonders für Senioren. Interessierte dürfe sich gerne einbringen und ihn und die SPD bei der Moderation des Prozesses unterstützen, bietet Helge Zychlinski an, der schon jetzt sehr gespannt auf die Resonanz ist.