Brelinger Mitte hat den Durchblick

Das denkmalgeschützte Gebäude der Brelinger Mitte hat neue Fenster bekommen. (Foto: Bettina Arasin)
 
So sah der Einbau der Fenster von innen aus. (Foto: Bettina Arasin)

Zehn neue Fenster für denkmalgeschütztes Haus

Brelingen. Mit dem Einbau von zehn neuen Fenster mit Schalldämmglas zum Jahresende kann die Brelinger Mitte erwartungsvoll in das neue Jahr blicken. Ermöglicht wird diese Sanierung mit einem Umfang von rund 25.000 Euro durch das Programm LAND INTAKT mit der Fördersumme von 17.870 Euro. Der Eigenanteil beläuft sich auf 7000 Euro. Diese Arbeiten konnten in den letzten Tagen abgeschlossen werden. Die Fenstersanierung hat zu allereste natürlich eine energieeffizente Bilanz zur Folge, die Heizkosten werden sinken. Aber auch die Qualität der Veranstaltungen wird steigen, da die Fenster mit schalldämmendem Glas angefertigt wurden. Da es sich bei der Brelinger Mitte um ein denkmalgeschütztes Haus handelt, mussten die Fenster einzeln angefertigt werden, um den äußeren Eindruck des Hauses nicht zu verändern. Dies ist Jürgen Bombeck aus Bennemühlen gelungen, der sich auf diese Art Fenster spezialisiert hat, der Betrieb hat auch schon zum Beispiel das große Bogenfenster über der Eingangstür fachgerecht erneuert.
Im Jahr 2020 startete die Breinger Mitte im Januar wie gewohnt mit ihrem Programm. Den Einstand gab der Kabarettist Felix Janosa, dann folgte das Winte-Jazz-Doppelkonzert MØA und DIE LETZTE HOFFNUNG. Die Vorbereitungen für „Kultur im Dorf 2020“ liefen auf Hochtouren. Die Nähwerkstatt hatte die dekorativen Riesenschmetterlinge genäht. Und dann haben sich die Brelinger Kulturschaffenden, ganz nach ihrem gewählten Motto „Alte Wege – Neue Wege“ im zurückliegenden Jahr aufgemacht und viele neue Wege erkundet.
Im Frühjahr bauten sie spontan das Glashaus auf. Es entwickelte sich zum Umschlagplatz kreativer Ideen und gab allen Brelingern die Möglichkeiten Projekte umzusetzen. Das Organisationsteam sensibilisierte mit den Veranstaltungen zum Kriegsende am 8. Mai und zum Aktionstag „Unteilbar # So geht solidarisch“ am 14. Juni für Themen, die alle heute betreffen. Dafür nutzten die Organisatoren wie noch nie zuvor den öffentlichen Raum rund um die Brelinger Mitte. Die Resonanz war großartig, weshalb das Team auch im nächsten Jahr dieses Format fortführen möchte.
Im gleichen Zuge wurde die Idee für die Kulturpassage entwickelt. Zuerst stellten Kinder ihre Werken zum Thema „75 Jahre Frieden“ aus , im Anschluss präsentierten Kunsthandwerkerinnen ihre Gestaltungen. Weitere Ausstellungen folgten unter den Überschriften "Was mir in die Finger kommt“ „Vom Riesen“ „Von Pizzen und Möwen“ und „Ein-Druck-Sache“. Im Sommer war dann die Zeit gekommen, einen neuen Veranstaltungsort zu entdecken und zu erschließen. Unter dem Motto „Kultur unterm Schauer“ wurde von engagierten Mitgliedern der Schauer auf dem Hof Meinheit für Veranstaltungen hergerichtet. Ab Mitte August fanden dort wöchentlich Konzerte, Lesungen, das Sonntags-Café und anderes statt. So konnten die Brelinger Kulturschaffenden fast alle Künstler begrüßen, die sie unter Vertrag genommen hatten. Der Charme des Schauers und die fast immer ausverkauften Veranstaltungen haben die Organisatoren davon überzeugt, dass es sich lohnt, diesen Spielort auch weiterhin zu pflegen und als Außenstelle zu bewahren.
An beiden Standorten fanden dann auch Aktionen zum „Zehnten Riesengeburtstag“ in Zusammenarbeit mit der Grundschule, den Wortakrobaten und ansässigen gestaltenden Künstlern statt. Ein besonderer Tag wurde rund um die „Empty Bowls“ gefeiert: Etwa 200, in Workshops getöpferte Schalen, standen gegen Spende gefüllt mit Suppe bereit. Diese Aktion trug zu einer großartigen Unterstützung im Kirchenkreis Odi in Südafrika bei.
Im Oktober konnten die Brelinger Aktiven dann endlich mit einem Dorfspaziergang bei herrlichstem Herbstwetter das „Bänke Fest“ feiern und die in ganz Brelingen verteilten 17 selbst gestalteten Sitzgelegenheiten bewundern und besetzen. Der Rundgang wurde von den Big Beats Brelingen begleitet. Im Dorf verteilt konnten Ausstellungen in der Zimmerei Bohm, bei Agata Malek, bei Tanja Primke und in der Brelinger Mitte besucht werden. Die Schmiede lud zum Workshop ein. An diesem Tag wurde die erste Brelinger Boulebahn feierlich eröffnet und es rollten auch gleich die ersten Kugeln. Die ebenfalls in diesem Jahr neu entstandenen Kräuterbeete am Backhaus luden zur Ernte ein. Alle Aktionen, konnten durch den Einsatz vieler zupackender Hände und dauerhaftem Interesse vieler Brelinger umgesetzt werden.
Mit der alljährlichen „Keks und Kunst“-Aktion ging das Jahr 2020 in der Brelinger Mitte zu Ende. Sabine Glandorf stellte am zweiten und dritten Advent ihre Kunstwerke in der Kulturpassage aus und der Keksladen öffnete am zweiten Advent im Glashaus seine Fenster. Bei nasskaltem Wetter konnten die Veranstalter erfreuliche 203 Euro Spenden einnehmen. An Stelle der Senioren-Weihnachtsfeier wurden die nicht verkauften Kekstüten mit einem Gruß der Brelinger Mitte an Senioren verteilt. Die Brelinger Kulturschaffenden
sagen Danke für ein außergewöhnliches Jahr mit vielen neuen Wegen, auf denen viele Brelinger sie begleitet und unterstützt habt mit Ideen, Tatkraft und helfenden Händen.