Bürger beschwert sich über Müll und Dreck

Achtlos weggeworfener Müll in und um Bissendorf ärgert Bürger, Kommunalpolitker und Gemeide. Foto: Privat
 
Müll in der Feldmark rund um Bissendorf ist ein Ärgernis. Foto: Privat
 
Müll verschandelt Ortsbild und Landschaft. Foto: Privat

Gemeinde und Ortsbürgermeisterin geben ihm teilweise Recht

Bissendorf. Der Bissendorfer Heinz Sonnemann hat bei seinen täglichen Spaziergängen durch den Ort immer wieder festgestellt, dass es an vielen Stellen unsauber ist. Auf dem Gelände des Amtshofes am Bürgerhaus wachse seit einigen Wochen wieder das Gras aus den Steinen bei den Sitzbänken an dem Fußweg, was sehr unschön aussehe. Auch an der Seite beim Café Vatter an der Fußgänger-Ampel die kleine Insel vor der Ampel sehe sehr ungepflegt aus und auch dort wachse das Gras unkontrolliert. Das gleiche Problem habe er am Gehweg vor dem Rewe-Markt festgestellt. Diese Grünflächen könnten doch durch die Gemeinde Wedemark gestaltet und neu angelegt werden, so Sonnemanns Anregung. Diese Punkte sollte man bei der nächsten Grünflächen-Gestaltung des Ortsrates Bissendorf mit einbeziehen, um den Ortskern und die Scherenbosteler Straße mit diversen Pflanzen zu gestalten.
Auch er hae sich zumThema „Bissendorfer planen beim Dorfkern mit" eingebracht. Auch habe er darauf hingewiesen, dass der Ortsrat seine Hinweise mit in die Planung aufnehmen möge. Aber seit vier Jahren habe er in dieser wichtigen Angelegenheit nichts mehr gehört.
Auch der Bahnhof in Bissendorf sei immer wieder vermüllt. Wegen der Unsauberkeit im Ort schlägt Sonnemann vor, unter Hinzuziehung aller betroffenen Fachbereiche der Gemeinde Wedemark, der Bürger sowie weiterer Partner eine Arbeitsgruppe einzusetzen, deren Aufgabe es sein könnte, einen Maßnahmenkatalog zu diesem Thema „Sauberes Dorf“ zu erarbeiten.Das Thema Sauberkeit eines Dorfes spielt eine zentrale Rolle in der Wahrnehmung seiner Bürger und auch für die Besucher des Ortes.
Daher seiendie Grünanlagen, das Straßenbegleitgrün und die öffentlichen Plätze in einem ordentlichen Zustand zu erhalten. Dies stärke insbesondere auch das bürgerschaftliche Engagement in der Ortschaft und trage zu einem gesteigerten Bewusstsein für das eigene Umfeld bei. Das Wohlfühl-Gefühl der Einwohner und Gäste sei stark von der Sauberkeit der Umgebung beeinflusst. Sauberkeit sei ein Indikator für das Image des Ortes. DieGrünflächen und die öffentlichen Plätze dienen als Visitenkarte, mahnt Sonnemann.
Es sei daher notwendig, neue Akzente zu setzen. Es seien alle Anstrengungen durch die Gemeinde Wedemark zu unternehmen, um einen möglichst optimalen Sauberkeitsstandard in Bissendorf und vielleicht auch in den anderen 15 Gemeindeteilen zu erreichen. Wichtig sei, dass das Bissendorfer Ortsbild und damit auch die Ortsqualität positiv wahrgenommen werde.
„Wir freuen uns über die Anregungen von Herrn Sonnemann", so die Reaktion der Gemeinde Wedemark auf den offenen Brief des Bürgers an den Bürgermeister. Solche konstruktiven Hinweise seien wichtig, denn die Gemeindemitarbeiter könnten ihre Augen nicht überall gleichzeitig haben. Die Verwaltung nehme ungewollt manche Situationen auch anders wahr, als diejenigen, die tagtäglich an ihnen vorbeikämen. Solch ein Engagement mit produktiven Vorschlägen zeichne das funktionierende Miteinander in der Kommune aus. Deshalb sei es auch gut, dass die Wedemärker regelmäßig das Online-Portal auf der Homepage der Gemeinde nutzen, und Schäden und Mängel melden, die sie in der Gemeinde feststellen. In der Regel beseitigten die Fachverwaltungen diese Missstände dann schnell und unbürokratisch.
Das Thema Sauberkeit spiele in der Wahrnehmung der Gemeinde eine wichtige Rolle, da stimme man Herrn Sonnemann unumwunden zu. Umso ärgerlicher sei es immer wieder, wenn rücksichtslose Menschen ihren Müll auf öffentlichen Plätzen, Bahnhöfen oder in der Feldmark hinterließen. Das Thema habe die Gemeinde in der Vergangenheit beschäftigt, und werde sie auch in Zukunft nicht loslassen.
Die im Brief genannten konkreten Vorschläge klängen vielversprechend und würden gewissenhaft geprüft. Dabei werde die Gemeinde zunächst die unterschiedlichen Ansprechpartner kontaktieren. Denn die Gemeinde habe nicht ohne Weiteres Zugriff auf alle im Brief genannten Punkte. Unterschiedlichste Vereinbarungen seien zu treffen, wenn die Gesprächspartner sich entsprechend flexibel zeigten. Das geltefür private Eigentümer, die Deutsche Bahn, die Region Hannover oder aber gegebenenfalls auch für zuständige Landesbehörden. „Wir versprechen aber, dass wir auf jeden Fall prüfen, ob die Pflege der genannten gemeindeeigenen Flächen noch weiter optimiert werden können", so Sprecher Ewald Nagel und erklärt: „Wir sind sicher: Wenn alle weiterhin alle an einem Strang ziehen, werden wir es nicht nur in Bissendorf schaffen, eine liebens- und lebenswerte Wohlfühlgemeinde zu bleiben."
Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann sagt: „Rund um das Bürgerhaus hat Herr Sonnemann Recht. Da muss die Taktung der Pflegemaßnahmen dichter sein. Schließlich ist der Bereich ein Aushängeschild der Wedemark. Die Mülleimer sind oft übervoll, der Wind verteilt den Unrat. Auch an der Sparkasse platzen die Mülleimer aus allen Nähten.
Über die angesprochenen Pflanzinseln bei Rewe und Vatter müssen wir uns unterhalten, da kann sicherlich eine neue Anpflanzung das Unkraut ersticken. Der Grünbereich vor Rewe und Penny liegt in der Verantwortung der Handelsketten. Auf beiden Parkplätzen gibt es Mülleimer. Trotzdem werfen Passanten ihren Kleinkram und leer Flaschen in die Sträucher.
Im Bereich Bahnhof ist tatsächlich die Bahn zuständig. Hier geht es einmal um die Pflege der Pflanzungen und um den Müll. Obwohl es hier Mülleimer gibt, werfen die Bürger ihren Müll auf das Pflaster, auf die Wiesen, in die Sträucher. Der Bahnhof wird im Zwei-Jahresrythmus vom Verschönerungsverein mit Ehrenamtlichen gesäubert. Genauso wie die Wegeränder in der Feldmark rund um Bissendorf. Man sollte meinen, dass unsere Gesellschaft so aufgeklärt sei, dass die Bürger wissen: was ich irgendwohin trage, kann ich auch wieder hinaustragen. Das ist aber anscheinend kein Allgemeinwissen. Munter werden Zigarettenschachteln, Snackpapierchen und Schnapsflaschen in die Seitenräume geworfen. Ich sammle bei meinen Hunderunde jedes Mal verschiedenen Unrat von den Wegen. Andere tun das auch, ohne diese Helfer wäre die Wegeränder voll davon. Und da träumen wir von einer Verkehrswende und anderen Veränderungen. Viele machen einfach ihr Ding, ohne über Folgen nachzudenken. Noch nicht mal die Basics werden beachtet. Viele Mülleimer wurden aus Kostengründen aus den Orten entfernt. Bürger entsorgten dort ihren Hausmüll. Mittlerweile gibt es Mülleimer, in denen das nicht so gut geht. Aber die Leerung belastet natürlich die kommunalen Finanzen und verbraucht Gelder, die wir an anderer Stelle nötig haben. Und , siehe am Bahnhof, die Menschen werfen ihren Krempel trotzdem achtlos auf den Boden. Und leere Pizzakartons blockieren die vorhandenen Mülleimer. Schaffen wir mit mehr Mülleimern tatsächlich eine Verbesserung? Ich bin skeptisch! Also mein Statement: Beim Müll bin ich skeptisch, bei der Pflege der Grünflächen stimme ich Herrn Sonnemann an einigen Stellen zu.“