Bürger brachten innovative Ideen ein

Achim von Einem trug am Sonnabendnachmittag – unterstützt von Dittmar Blanke – die Ergebnisse der Gruppe Arbeit und Wirtschaft vor dem Plenum am Nachmittag vor und stellte Ziele und die möglichen Wege zu deren Umsetzung vor. Foto: A. Wiese

Dritte Veranstaltung zur Gemeindeentwicklungsplanung mit greifbaren Ergebnissen

Wedemark (awi). Zum dritten Mal hatten Bürger der Gemeinde Wedemark am Sonnabend Gelegenheit, in thematischen Arbeitsgruppen zum Gemeindeentwicklungsplan mitzuarbeiten. Drei Gruppen tagten vormittags, drei nachmittags, jeweils im Anschluss wurden die Ergebnisse im Kurzraffer den Teilnehmern der anderen Gruppen und der interessierten Öffentlichkeit präsentiert.
Vormittags ging es um zentrale öffentliche Einrichtungen, Freizeit, Erholung und Sport und Natur und Landschaft. Nachmittags befassten sich die Arbeitsgruppen mit Wohnen, Wirtschaft und Arbeit und der Infrastruktur. Achim von Einem trug die Ergebnisse für Arbeit und Wirtschaft vor: Wünschenswert sei die Bestandsaufnahme von Betrieben und die Abfrage ihrer Entwicklungsplanung, die Förderung autobahnnaher Gewerbebereiche und die Möglichkeit, Flächen zugunsten von Gewerbeentwicklung aus dem Landschaftsschutz zu entlassen. Optimal für Gewerbeansiedlung wäre es, wenn die Hebesätze unverändert blieben, so von Einem für seine Gruppe. Maximal dürften sie jedoch im Mittelbereich der umliegenden Gemeinden liegen. Die Gruppe forderte außerdem einen effizienten und intelligenten Einsatz von Haushaltsmitteln für eine wirtschaftlich starke Gemeinde. Erhalten werden müsse eine wirtschaftliche Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen, kombiniert mit der Erleichterung der Vermarktung von regionalen Erzeugnissen der Landwirtschaft.
Für die Arbeitsgruppe Wohnen trug Fachbereichsleiter Kay Petersen vor, dass die Teilnehmer sich intensiv mit dem Wohnumfeld, dem Verhältnis von Wohnen zu Grün, der Versorgung der Ortsteile, Wohnraum für bestimmte Gruppen und der Bedarfsentwicklung beschäftigt hätten. Besonders ausführlich sei der Wohnbedaf für besondere Bevölkerungsgruppen diskutiert worden. Dabei sei herausgekommen, dass inbesondere der Bedarf an rollstuhlgerechten Wohnungen in der Wedemark zurzeit nicht gedeckt werde. Zudem sei die Arbeitsgruppe zu dem Schluss gekommen, dass man Wohngebiete nicht nur für besondere Alters- oder Bevölkerungsgruppen vorhalten sollte. „So schön Homogenität anfangs ist, später führt sie unter Umständen zu Problemen. Wir brauchen mehr Durchmischung“, referierte Kay Petersen und sprach auch das Thema Mehrgenerationenhäuser an. Vergabekriterien in neuen Baugebieten sollten dementsprechend überarbeitet werden, so dass nicht mehr nur Familien mit kleinen Kindern bevorzugt würden. Planer Holger Zorn war der Sprecher für die Arbeitsgruppe Infrastruktur. Die These „Alle Bürger sollen an einer ausreichenden Grundversorgung teilhaben können“ war die Ausgangsbasis für die Diskussion dieser Gruppe. Die Verbesserung der Grundversorgung in der Fläche, Stärkung des Einzelhandels vor Ort und Anbindung kleiner Ortsteile durch Bring- und Holdienste sowie die Bindung junger Ärzte an den Ort seien mittelfristige Ziele. Das gelte auch für die Verbesserung des ÖPNV und die Ergänzung durch Alternativen, eventuell einen Bürgerbus sowie die Überarbeitung des Ruftaxi-Angebots. In Sachen Energiepolitik sei das Ziel eine energieautarke Gemeinde, zum einen durch Energieeinsparungen, zum anderen durch finanzielle Förderungen, zum Beispiel für Solarenergie auf Dächern, Repowering von Windenergieanlagen in Elze und Meitze und die Ausweisung weitere Standorte.
Die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf, die das Plenum moderierte, bedankte sich herzlich bei den engagierten ehrenamtlichen Teilnehmern der dritten Veranstaltung zur Gemeindeentwicklungsplanung für ihre aktive Mitarbeit.