Bürgermeister setzt weiter auf Windkraft

Bürgermeister Tjark Bartels möchte, dass Windkraft in der Wedemark auch in der Realität Modellcharakter hat. Er ist guten Mutes, mit der Region bezüglich neuer Standorte noch auf einen Nenner zu kommen. Foto: A. Wiese

Gespräche mit Region werden fortgesetzt – Infoabend zu Genossenschaftsgründung

Wedemark (awi). Obwohl weiteren Windkraft-Standorten in der Wedemark aus Sicht der Region Landschaftsschutz und andere Argumente entgegenstehen, setzt Bürgermeister Tjark Bartels darauf, dass Gespräche mit der Region zu Lösungen und der Berücksichtigung neuer Standorte im Regionalen Raumordnungsprogramm 2015 führen, und zwar derart, dass wie in anderen Kommunen auch, bereits vorher mit der Planung in der Wedemark begonnen werden kann. Und da er weiß, dass die Grundeigentümer in vielen Ortsteilen ungeduldig darauf warten, hat er alle Windkraftinteressierten, Grundbesitzer und Vertreter der Ratsfraktionen am Mittwoch, 9. Mai, um 19 Uhr im Bürgerhaus in Bissendorf zu einem Informationsabend eingeladen. Das Ziel: eine Genossenschaftsgründung.
Die Politik in der Wedemark habe sich quer durch die Parteien zur Windkraft bekannt, so Bartels. Die Landwirte und Grundbesitzer versuchten möglichst schnell eine Realisierung auf ihren Flächen zu erreichen und mehrere Bürger würden gerne in Anlagen investieren, auch wenn sie selbst keine Grundbesitzer sind. Ein Besuch bei Enercon und im Windpark Wittmund im November letzten Jahres sei lehrreich und kontaktfördernd gewesen. Und auch als Bürgermeister habe er sich klar dazu bekannt, dass die Wedemark ihren Beitrag zur Energiewende liefern und großes Interesse habe, daran teilzuhaben – gegebenenfalls über die Gemeindewerke. Allerdings hingen die Bemühungen um die Ausweisung weiterer Standorte im Moment
zentral daran, was der Regionale Raumordnungsplan der Gemeinde an Entwicklungsmöglichkeiten jetzt schon lasse und welche Wünsche die Gemeinde für die Erneuerung des RROP, dessen Inkrafttreten für 2015 geplant sei, an die Region formulieren wolle, so Bartels. Erst dann folge die Diskussion in Orts- und Gemeinderat und die Abwägung mit weiteren Interessen, die ebenfalls gebührend beachtet und gewahrt werden müssten. Der Argumentation der Region, die die drei von 31 aufgelisteten Standorten, die die Gemeindeverwaltung gerne angehen würde, nämlich Fuhrberger Feld, Südlich Brelingen und Große Heide/südlich Negenborn, vorwiegend aus Landschaftsschutzgründen nicht befürwortet, kann Bartels so nicht folgen. „Wir haben mit Herrn Kinder und Herrn Niebuhr von der Region Ortstermine gehabt und sind im Gespräch. Ich bin zuversichtlich, dass wir zu einer Einigung kommen“, so Bartels am Montag bei einem kurzfris-tig einberufenen Pressegespräch. Zunächst liegt ihm jetzt erst einmal am Herzen, die Interessen der Grundeigentümer, politischen Parteien und der Verwaltung nach außen wahrnehmbar zu bündeln. Hierfür kommt nach seinem Dafürhalten eine Genossenschaft in Frage, in die auf verschiedenen Wegen Anteile eingebracht werden könnten. Die Mitglieder der Genossenschaft würden damit gegen Dritte stärker und vor allem gemeinsam auftreten können. Mitglieder der Genossenschaft könnten Grundeigentümer, interessierte Kapitalgeber und zum Beispiel auch die Gemeindewerke sein, schlägt der Bürgermeister vor. An der Diskussion am 9. Mai sollen neben der Verwaltung jeweils ein Vertreter der im Gemeinderat vertretenen Fraktionen, vom Landvolk, vom Genossenschaftsverband sowie aus den bisher vorstellig gewordenen Eigentümergruppen teilnehmen, außerdem Gemeinde und
E.ON als Gesellschafter der Gemeindewerke.