CDU befürchtet Identitätsverlust

Susanne Brakelmann, Christiane Lüßmann, Editha Lorberg und Rudi Ringe (v.l.) sicherten Heike Hartung politische Unterstützung gegen die Büchereiansiedlung im Hauptschulgebäude zu. Foto: S. Birkner

Erweiterung der Bücherei als Lösung angeregt

Mellendorf (sb). Die CDU-Fraktionen in Orts- und Gemeinderat befürchten im Falle eines Umzugs der Gemeindebibliothek ins Gebäude der Konrad-Adenauer-Schule schwerwiegende Folgen für das Zusammenleben an der Schule. Die derzeitige SPD-Ratsmehrheit plant die Umsiedlung der Bücherei ins Erdgeschoss des Gebäudes für das Jahr 2012 oder 2013. Damit würden nicht nur eine Reihe von Klassenräumen umgesiedelt werden müssen, auch der reibungslose Zugang zu verschiedenen Fachräumen wäre in Gefahr.
Bei einem Besuch in der Konrad-Adenauer-Schule suchte Ortsbürgermeister Rudi Ringe gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Editha Lorberg am vergangenen Montag nach Lösungen für das Problem. „Für die Fraktionen steht fest, dass wir die Entscheidung der Umsiedlung in dieser Form nicht unterstützen können“, sagte Ringe. Er gab zu bedenken, dass die Hauptschule mit ihren Räumlichkeiten im Falle einer Ansiedlung der Bücherei im Erdgeschoss in die erste Etage ausweichen müsste. „Diese Art der Planung ergibt wenig Sinn, weil die Schüler den Büchereibesuchern dann regelrecht auf den Köpfen herumtrampeln würden“, sagte Ringe. Wie die stellvertretende Schulleiterin Heike Hartung erklärte, sei das Thema für die Verantwortlichen der Schule so ernst, dass für Donnerstag, den 12 Mai, eine außerordentliche Gesamtkonferenz angesetzt wurde. „Solche Sonderansetzungen kommen nur in sehr dringenden Fällen vor“, sagte sie.
Editha Lorberg kritisierte die politisch Handelnden scharf. Sie beklagte fehlende Nachhaltigkeit in der Politik der Gemeinderatsmehrheit und kritisierte, dass die Kommunalwahl sichtlich großen Einfluss auf den Entscheidungsprozess habe. „Für uns als CDU gilt in jedem Fall die Maxime Sorgfalt vor Eile“, sagte Lorberg hinsichtlich der Umbauplanungen. Die Landtagsabgeordnete ging sogar noch einen Schritt weiter und bezichtigte insbesondere die SPD, die verschiedenen Schulformen „gegeneinander auszuspielen“. „Wir alle wissen schließlich, dass die präferierte Schulform der SPD die IGS ist. Für uns ist es offensichtlich, dass mit diesen Maßnahmen versucht wird, die Konrad-Adenauer-Schule unattraktiver zu machen“, sagte sie.
Als Alternative zur Büchereiansiedlung im KAS-Gebäude sieht die CDU den Platz der Ausleihstelle kurzfristig im neuen Schulzentrum, um auf lange Sicht die Räumlichkeiten in Bissendorf zu erweitern und die Konrad-Adenauer-Schule damit zu entlasten.