CDU Burgwedel kritisiert Gemeinde

Dieses Großplakat vor einer Burgwedeler Betriebskita ist der CDU Burgwedel ein Dorn im Auge.

Wedemark wirbt vor Betriebskita in Großburgwedel um Erzieher

Wedemark/Burgwedel. Aus ungewohnter Richtung ist jetzt die Gemeinde Wedemark angeschossen worden: Die CDU Burgwedel hat ausdrücklich die Werbung auf Großplakaten um Erzieher auf Burgwedeler Stadtgebiet kritisiert. Bürgermeister Helge Zychlinski kann das ganz und gar nicht nachvollziehen. Bereits seit längerer Zeit werbe die Gemeinde Wedemark in der gesamten Region und darüber hinaus um Erzieher, bisher meistens in Zeitungsanzeigen, jetzt jedoch auch mit einer speziellen Plakatkampagne, für deren Aufstellungsorte eine Agentur verantwortlich zeichne.  Das sei völlig legitim, zumal garantiert auch in Kitas der Stadt Burgwedel Mitarbeiter aus anderen Kommunen beschäftigt seien, so Wedemarks Pressesprecher Ewald Nagel.
Wer aus der Wedemark Richtung Autobahnauffahrt fährt, kann die bunte Werbetafel im Gewerbegebiet Großburgwedel nicht übersehen, schimpft indes die CDU Burgwedel um Marc Sinner. Ausgerechnet vor einem Betriebskindergarten werbe die Gemeinde Wedemark auf einem Großplakat um Erzieher/innen – ein prima Standort, um ortsansässige Erzieher/innen abzuwerben und in die Wedemark zu holen.
Was aus Sicht von Wedemarks SPD-Bürgermeister Helge Zychlinski möglicherweise ein gelungener Werbeschachzug sei, ist aus Sicht von Burgwedels stellvertretendem CDU-Vorsitzenden Marc Sinner ein „unfreundlicher Akt“. „Jeder weiß, dass alle Städte und Gemeinden derzeit händeringend Fachkräfte für ihre Kitas suchen. Bei uns in der Stadt Burgwedel haben wir derzeit sieben offene Stellen für Erzieher/innen durch die Kommune ausgeschrieben“, berichtet er. „Es ist schon verwunderlich, dass die Gemeinde Wedemark bei ihrer Fachkräftesuche so ungeniert hier in Burgwedel unterwegs ist. Noch verwunderlicher ist allerdings, dass unser Bürgermeister Axel Düker seinem Amtskollegen und SPD-Parteifreund noch nicht die rote Karte für diesen „Schild-Bürger(meister)streich“ gezeigt hat“, findet Sinner. Auch der Großburgwedeler Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller empfindet dies als stillos.
„Wettbewerb hin oder her – so geht man einfach nicht mit seinen Nachbarn um“, meint seine Kollegin Ortrud Wendt, ebenfalls stellvertretende Vorsitzende der CDU Burgwedel. Wendt fordert nun eine klare Ansage des Burgwedeler Bürgermeisters und fragt sich, ob Axel Düker Rücksicht auf seinen Wedemärker Parteikollegen nimmt, wenn er dies jetzt nicht rasch anspricht. Mit einem Augenzwinkern empfiehlt sie der Stadt Burgwedel, ansonsten künftig auch Werbung vor Wedemärker Kitas zu machen.
Die Gemeinde Wedemark mache schon seit Jahren über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt, wenn es offene Stellen in der Gemeindeverwaltung zu besetzen gebe, lautet die Stellungnahme der Gemeinde Wedemark.  Bisher habe man das über die Internetpräsenzen und über Zeitungsannoncen getan. Über die Fachpresse werbe die Wedemark sogar bundesweit dafür, in der Wedemark eine Arbeitsstelle  anzutreten.
Dem Fachkräftemangel könnten Kommunen nur begegnen, wenn sie über ihre Grenzen hinaus um Mitarbeiter werben, die eigenen personellen Ressourcen deckten die Bedarfe nicht, gibt Sprecher Ewald Nagel zu bedenken. Die aktuelle Plakatierung sei über kommunale Grenzen hinaus angelegt und Burgwedel wie gesagt nur eine von vielen Kommunen in der Region, in denen die Werbung platziert ist.