CDU kritisiert Bürgermeisters „Alleingang“

Erste Gemeinderätin hält dagegen: Die vhs-Gremien waren informiert

Wedemark (awi). Die Wedemärker CDU stehe einem möglichen Wechsel der Gemeinde Wedemark von der vhs Hannover-Land im Zweckverband zu einer Kooperation mit der vhs Langenhagen nicht unbedingt negativ gegenüber, sei aber „ein wenig
schockiert über die Art und Weise, wie der Bürgermeister diese Absichten über die Presse verkündet habe, ohne dasss darüber zuvor in einem politischen Gremium der Wedemark gesprochen worden sei, erklärten am Montag die CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Editha Lorberg, Frakti0nsvorsitzender Rudi Ringe und Karen Drews, die für die CDU im Zweckverbandsausschuss sitzt. Alle erklärten übereinstimmend, von Bartels Plänen aus der Presse erfahren zu haben. Und auch die vhs Hannover-Land und ihre Gremien beziehungsweise die Vertreter der anderen Kommunen im Zweckverband hätten von den Wedemärker Absichten nichts gewusst.
Genau das dementiert die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf energisch. Sie legt Wert auf die Feststellung, dass es sich zurzeit lediglich um einen „Gedankenprozess“ handele, ob es die „Idee geben könne, mit Langenhagen zu kooperieren, was die vhs betreffe. Der Zweckverbandsausschuss sei über diese Absichten umfänglich informiert gewesen, als Tjark Bartels und sein Langenhagener Kollege Friedhelm Fischer vor die Presse getreten seien. Allerdings sei zu diesem Thema einvernehmlich absolute Verschwiegenheit vereinbart worden, die jedoch von irgendeiner Seite gebrochen worden sei, betonte Beckedorf. Um den „nebulösen Ankündigungen in einem Presseorgan“, die eindeutig auf Angaben aus einer undichten Stelle beruhten, entgegenzuwirken, so Beckedorf, seien Bartels und Fischer vor die Presse getreten. Aktueller Status quo sei, dass eine Arbeitsgruppe mit Beteiligung aus Verwaltung und Politik in Langenhagen und Wedemark eingerichtet werden solle, die prüfen solle, ob es ein gemeinsames Modell für eine Volkshochschule geben könnte. Fakten seien bisher noch überhaupt nicht geschaffen worden. Eine Kündigung im Zweckverband, wenn sie denn gewollt sei, müsse bis 31. Juli 2014 ausgesprochen werden und werde erst Ende 2015 wirksam werden.
Gegen eine Prüfung der Fakten und Möglichkeiten sei nichts einzuwenden, ist sich die Wedemärker CDU einig, die einzig und allein die Vorgehensweise des Bürgermeisters kritikwürdig findet. Die Nachbarkommunen seien dadurch verständlicherweise „angefasst“ und beurteilten das Wedemärker Vorgehen als „äußerst problematisch“. Und das gerade zum aktuellen Zeitpunkt, wo vor wenigen Wochen die Neubesetzung der Besetzung der Stelle des Geschäftsführers gescheitert sei, und zwar unter aktiver Mitwirkung der Gemeinde Wedemark. Die Thematik stand gestern abend erneut auf der Tagesordnung des Verbandsausschusses. Das Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor. „Wenn man ohnehin vor hat, sich rauszuziehen, wäre dies der richtige Zeitpunkt gewesen, die anderen Mitglieder des Zweckverbandes darüber zu informieren“, findet Editha Lorberg: „Herr Bartels hat bei dem Pressegespräch mit Herrn Fischer gesagt, er habe nichts Negatives aus der Politik gehört. Das ist auch kein Wunder, wenn die Politik nicht informiert ist.“ Dieser Vorgang sei erneut ein Zeichen dafür, dass der Bürgermeister der Wedemark eine „One-Man-Show“ abziehe, in die die politischen Gremien nicht einbezogen seien, ärgerte sich Lorberg. Jetzt müsse man sich erst eimal Gewissheit über die Kosten verschaffen, die für die Wedemark bei einem Wechsel nach Langenhagen anfielen, findet Karen Drews. Bartels habe gegenüber der Presse erklärt, die Qualität würde im Falle eines Zusammengehens mit Langenhagen steigen, die Kos-ten allerdings nicht. „Bisher war bei Bartels Projekten immer das Gegenteil der Fall: Die Kosten stiegen und die Qualität wurde trotzdem nicht besser“, hält Editha Lorberg dagegen.