CDU Wedemark stellt ihren Kandidaten vor

Der 31-jährige Marco Zacharias, politischer Referent und stellvertretender Pressesprecher der CDU-Landtagsfraktion, hat sich am Dienstag online den Mitgliedern des CDU-Gemeindeverbandes Wedemark als möglicher Bürgermeisterkandidat vorgestellt. Foto: Privat

Ex-Langenhagener Marco Zacharias will Bürgermeister Helge Zychlinski nach Kommunalwahl beerben

Wedemark (awi). Noch hat Corona alles fest im Griff, doch das Jahr 2021 hat noch mehr zu bieten, zum Beispiel die Kommunalwahlen am 12.September. Dann wird erstmals seit 2006 wieder parallel zu Ortsräten, Gemeinderat und Regionsparlament auch der Bürgermeister gewählt. Die SPD hatte bereits Ende vorigen Jahres angekündigt, dass sie erneut auf Amtsinhaber Helge Zychlinski setzen möchte, der seit Februar 2014 Bürgermeister der Wedemark ist. Gestern Abend hat der Vorstand des CDU-Gemeindeverbandes bekannt gegeben, wer sein Wunschkandidat ist: Der 31-jährige ehemalige Langenhagener Marco Zacharias, Referent für Grundsatz und politische Planung und stellvertretender Pressesprecher der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag.
Wie Zychlinski in der SPD hat auch Zacharias ein einstimmiges Vorstandsvotum hinter sich. In beiden Fällen steht allerdings wegen der Pandemie noch das Votum der Mitgliederversammlung aus. Die Vorstellung per Videokonferenz am Dienstagabend ist aus Sicht des Hannoveraners sehr gut gelaufen. Zacharias freute sich über ein großes Interesse an seinem Werdegang und seiner Zielsetzung und nutzte die Gelegenheit, sich und seinen politischen Stil vorzustellen. In Hannover wohnt der studierte Kommunikationswissenschaftler übrigens erst seit ein paar Jahren. Sein Abitur hat der gebürtige Langenhagener am Gymnasium Langenhagen gemacht und hier hat er auch politisch laufen gelernt. Er war in der Jungen Union und in der Langenhagener CDU aktiv, übernahm 2009 den Ortsvereinsvorsitz und 2011 den Vorsitz des CDU-Stadtverbandes Langenhagen bis 2013. Im Rat der Stadt war er eine Periode bis 2016. Dann legte er sein Mandat nieder, um in Brandenburg seinen Berufseinstieg zu managen. Bereits von 2013 bis 2016 war er drei Jahre Freier Mitarbeiter beim Norddeutschen Rundfunk. Es folgte ein Jahr als Marketing-Leiter eines Restaurant in Brandenburg. Seit 2017 ist Zacharias Referent der CDU-Landtagsfraktion und stellvertretender Pressesprecher und persönlicher Referent von CDU-Fraktionschef Dirk Toepffer. Ehrenamtlich organisierte Marco Zacharias unter anderem den Wahlkampf des CDU-Oberbürgermeisterkandidaten in Hannover, Eckhard Scholz. Nicht erst da wurde ihm klar, dass er sich das Amt des Bürgermeisters auch für seine Person vorstellen konnte. Als ihn dann sein ehemaliger Schulleiter am Gymnasium Langenhagen, Gerd Menke, bei einem Ehemaligen treffen 2019 fragte, ob er sich nicht vorstellen könnte, in der Gemeinde Wedemark zu kandidieren, war der Grundstein gelegt. Er warf seinen Hut in den Ring, doch es waren noch viele Gespräche notwendig, bis der CDU-Gemeindeverbandsvorstand jetzt Marco Zacharias als seinen Wunschkandidaten für das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Wedemark präsentierte. Dass ein spannender und vor allem in Corona-Zeiten völlig anderer Wahlkampf vor ihm liegt, ist Zacharias klar.
Und auf eine Frage ist er schon gut vorbereitet: „Ja, natürlich würde ich im Falle meiner Wahl zum Bürgermeister in die Wedemark ziehen“, sagt der Junggeselle. Bereits die letzten Wochen vor der Wahl möchte er sich hier ein Zimmer nehmen, um morgens beim Bäcker beim Brötchen holen und abends bei den verschiedensten Anlässen mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen – soweit die Corona-Regeln das dann zulassen. „Dieser Wahlkampf wird neue Formate brauchen“, sagt Marco Zacharias, der nicht nur, aber natürlich auch alle digitalen Wege nutzen will, um mit den Wedemärkern ins Gespräch zu kommen und sich ihre Sorgen und Nöte anzuhören, mit den Vereinen und verschiedenen Initiativen und Interessenvertretungen in Kontakt zu kommen. „Ich kenne Helge Zychlinski noch nicht persönlich, aber ich weiß, welche Hausmacht er hat. Und es ist immer eine Herausforderung, gegen den Amtsinhaber anzutreten“, ist der designierte CDU-Kandidat für das Bürgermeisteramt realistisch. Aber er lässt auch keinen Zweifel daran, dass es ihn reizt, sich dieser Herausforderung zu stellen, die politische und berufliche Erfahrung, die er auch mit seinen erst knapp 32 Jahren schon vorzuweisen hat, einzubringen. Marco Zacharias wird sich derweil daran machen, die CDU-Mitgliederliste abzutelefonieren und sich auf diese Weise den Fragen der Mitglieder stellen. Ganz wichtig ist ihm übrigens, nicht ausschließlich auf seine Parteiaktivitäten reduziert zu werden, auch wenn diese immer eine große Rolle in seinem Leben gespielt haben. Doch aktiv war er auch in anderen Bereichen: zum Beispiel alsSchülersprecher am Gymnasium Langenhagen und Mitglied des Schulvorstandes und auch als Mitglied des Kirchenvorstandes der Matthias-Claudius-Gemeinde Krähenwinkel-Kaltenweide.
Im Rat der Stadt Langenhagen war er zuletzt schulpolitischer Sprecher und Vorsitzender des Stadtplanungs- und Umweltausschusses. Seit seinem Wegzug aus Langenhagen 2016 ist er Vorsitzender des Förder- und Ehemaligenvereins des Langenhagener Gymnasiums und seit 2020 Fußballschiedsrichter im Kreis Region Hannover, denn auch sportliche Ambitionen hat der Mann, der sich jetzt zum Sturm auf das Bürgermeisteramt in der Wedemark warm läuft und dazu sagt: „Aus meiner Sicht ist ein Bürgermeister in erster Linie Chef der Verwaltung, der in der Gemeinde lebenmuss, für die er arbeitet: Ich möchte Wedemärker Bürger werden, die Beschlüsse des Gemeinderates umsetzen, die Mitarbeiter führen, motivieren und weiterentwickeln, geeignete neue Beschäftigte im umkämpften Arbeitsmarkt gewinnen und nicht zuletzt im Rahmen der Haushaltsplanung die wichtigsten Maßnahmen priorisieren.“