Darf ich den Hund mal streicheln?

Vorsichtige Annäherung an Hunderüde Fin. Foto: B. Stache

Kinder lernen richtiges Verhalten gegenüber Hunden

Resse (st). Je sicherer Kinder das Verhalten von Hunden erkennen und verstehen, umso sicherer sind sie in einer Begegnung mit den Vierbeinern. Dadurch entstehen weniger Ängste und die Begegnung mit den Tieren verläuft ruhiger. Auf diesen Lernerfolg setzt Tierärztin Sylke Gratz mit ihrem Beiß-Präventions-Programm. Von Montag bis Mittwoch dieser Woche gab sie ihre Kenntnisse über den richtigen Umgang mit Hunden an die drei- bis sechsjährigen Kinder der evangelischen Kindertagesstätte (Kita) Resse weiter. „Draußen üben wir den Kontakt mit dem Hund, drinnen wird die Theorie behandelt“, erklärte die Tierärztin. Sie hatte ihren Königspudel Fin, einen dreijährigen Rüden, mitgebracht. „Auf keinen Fall die Arme hochreißen und wegrennen“, lautete ein Rat von Sylke Gratz für konfliktfreien Umgang mit Hunden. Richtig sei, sich wie eine Steinsäule – vom Hund abgewendet – hinzustellen, erklärte sie. Die Kinder erfuhren auch, wie sie sich verhalten sollten, wenn sie beispielsweise beim Spielen in der Nähe eines Hundes stolpern: Dann sei Niederkauen als sogenanntes „Päckchen“ angesagt. Die Tierärztin übte mit den Kindern die richtige Annäherung an fremde Hunde. „Immer zuerst den Besitzer fragen, ob ich den Hund streicheln darf“, lautete der erste Hinweis. „Wenn der Hund alleine ist, kann auch niemand gefragt werden – dann fasse ich auch keinen fremden Hund an.“ Gegen Ängste mit Wissen angehen – so lautet die Devise von Sylke Gratz. Nacheinander durften die Kinder sich ihrem Fin nähern. Nach der Streichel-Erlaubnis-Frage an die Besitzerin hielten sie eine Hand Richtung Hundeschnauze – zum ersten Kennenlernen. Danach konnte das Tier gestreichelt werden. Nicht alle nahmen an dieser freiwilligen „Prüfung“ teil. So manches Kind beobachtete die Szenerie lieber aus sicherer Entfernung. Ein kleines Mädchen überwandt ihre erste Scheu und näherte sich in Begleitung einer Freundin dem Hund. Die Kinder konnten Fin auch noch an der Leine herumführen. Nach den praktischen Übungen gab die Tierärztin noch etwas Theorie mit auf den Weg. Die Jungen und Mädchen erhielten zudem das kleine Heft „Tapsi, komm…“ mit allen Verhaltensregeln im Umgang mit Hunden, um es mit den Eltern zu lesen. „Prävention ist oberstes Gebot und spielt auch für uns in der Erziehung der Kinder eine große Rolle“, erklärte Bärbel Stöcker, Leiterin der Kita Resse anlässlich des Beiß-Präventions-Programms. „Wer gut informiert ist, der weiß sich auch richtig zu verhalten – in allen Lebenslagen“, fügte sie an.