„Das ist eine Herzensangelegenheit“

Die neue Wirtschaftsförderin Antonia Hingler ist mit Begeisterung bei der Sache und offen für neue Ideen und Anregungen. Foto: A. Wiese

Wirtschaftsförderin Antonia Hingler hat ihre Stelle bereits auf Vollzeit aufgestockt

Wedemark (awi). „Das geht nur gemeinschaftlich. Diesen Satz werden Sie heute von mir noch ein paar Mal hören“, schmunzelt Antonia Hingler. Die neue Wirtschaftsförderin hat am 1. Juli – am Sonntag der Wirtschaftsmesse – ihre Stelle angetreten und zog nun vor der Presse erste Bilanz. Die fiel positiv aus – und leidenschaftlich. „Wirtschaftsförderung hier in der Wohlfühlgemeinde Wedemark – das ist eine Herzensangelegenheit für mich“, sagt Antonia Hingler ernst. Und daher hat sie ihre Stelle von zunächst 30 Stunden mittlerweile auch auf eine Vollzeitstelle aufgestockt. Denn das Arbeitspensum, das sie zu bewältigen hat und die Art und Weise, wie sie es für sich definiert, ist sportlich. Die Kurzbilanz: Sie hat Kontakt mit ihren Ansprechpartnern in Gislaved und Jacobstad. Die drei Kommunen hoffen auf eine gemeinschaftliche EU-Förderung für die Nachwuchswerbung – „es geht nur gemeinschaftlich“. Sie hat sich beim Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser in Hildesheim gemeldet, um zu signalisieren, dass die Stelle in der Wedmark wieder besetzt ist. Ihr Fazit: „Wir wollen die Kooperation bei Projekten aufrecht erhalten, Einzelkämpfer sind hier nicht gefragt.“
Doch ihre Hauptaufgabe ist die lokale Wirtschaft, die ihr einen herzlichen Einstieg bereitet habe. Bei den Gesprächen mit den drei Wirtschaftsverbänden IBK, MPM und GZE sei herausgekommen, dass es gemeinsames Ziel sei, die Ortsteile in der Wedemark lebendig zu halten. Sie werde daher noch dieses Jahr als Multiplikatorin ein Seminar bei der IHK zu Standort- und Stadtmarketing besuchen und ihre Erkenntnisse gebündelt bei einem gemeinsamen Termin an die Vertretungen aller drei Gewerbeverbände weitergeben, so Hingler.
„Im Einzelhandel muss wieder was passieren, dieser Geist, dass wir hier was bewegen wollen, muss spürbar werden“, ist der neuen Wirtschaftsförderin wichtig. Ein Konzept zur Einzelhandelsstärkung muss her. 30 Prozent der Kaufkraft wandern ab. Das sei zu viel, bestätigt Hingler. Leerstand müsse vermieden beziehungsweise wieder gefüllt werden. „Ich stehe in Kontakt mit dem Makler, der das Gebäude der Volksbank in Elze anbietet. Ich möchte ein Auge da-rauf haben, was da reinkommt.“ Ein Leerstandsverzeichnis in dem Sinne gebe es jedoch nicht. Wenn die Wedemark Wohlfühlgemeinde bleiben wolle, müsse sie als Wirtschaftsstandort attraktiv sein, ebenso für Arbeitnehmer und Kleinakteure. „Aber ich kann auch nicht mit dem Zauberstab wedeln und alles ist gut. Da müssen wir gemeinsam dran arbeiten“, mahnt Antonia Hingler. Wer am Wirtschaftsstandort Wedemark inte-ressiert sei, erhalte Informationen zu freien Gebäuden und Flächen auch über das Portal der Wirtschaftsförderung der Region Hannover, da treffe Nachfrage auf Angebot. In Kontakt stehe sie übrigens nicht nur zu den Gewerbeverbänden, sondern auch mit der MIT habe es ein Treffen und gute Gespräche gegeben. Wirtschaftsförderung in der Wedemark – das sei eine Herzensangelegenheit, sei ihr schon jetzt nach wenigen Wochen klar, so Hingler. Dass die Unternehmer hier verwurzelt seien, ihre Liebe zum ländlichen Standort und zur Heimat sei spürbar. Um diese Firmen hier halten und neue anwerben zu können, benötige die Gemeinde jedoch auch neue Gewerbeflächen. Hier sieht Antonia Hingler nicht überraschend großen Handlungsbedarf in verschiedenen Bereichen. Die Gebiete in Gailhof, Berkhof und Elze müss-ten jetzt schnellstens so beplant werden, dass sie in die Vermarktung gehen könnten. In der Zwischenzeit werde sie sich unter anderem um eine Gewerbedatenbank beziehungsweise eine Aktualisierung der vorhandenen Firmendaten unter Berücksichtigung des neuen Datenschutzgesetzes kümmern. Sie stehe deswegen schon mit der IT-Abteilung in Kontakt, so Hingler, die zudem dabei ist, die Vielfalt an Angeboten für Tourismus und Naherholung in der Gemeinde zu sichten.