Das Osterbacken hat Tradition

Kirchengemeinde Brelingen lädt zum Tischabendmahl ein

Wie schon seit mehr als 15 Jahren lädt die Kirchengemeinde Brelingen auch am kommenden Gründonnerstag wieder zum „Tischabendmahl“ um 19 Uhr in die St. Martin-Kirche ein. Viele Menschen, die einmal hier auf diese besondere Art das Abendmahl gefeiert haben, kommen gerne in jedem Jahr wieder; anderen ist diese Form des gemeinsamen Abendmahls sicher unbekannt.
Den Hintergrund des Tisch-abendmahls erklärt Ulla Wißmann aus der Brelinger Kirchengemeinde: „Am Abend vor dem Karfreitag fand sich Jesus mit seinen Freunden zu einem letzten gemeinsamen Mahl zusammen, um sie auf seinen bevorstehenden Tod vorzubereiten. In diesem Andenken versammeln sich auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Tischabendmahls im Altarraum der St. Martini-Kirche an festlich gedeckten Tischen, um in einem ersten Teil Brot und Traubensaft miteinander zu teilen. Dabei reicht jeder das Brot und den Kelch mit einem Segenswort an seinen Nachbarn weiter. Auch Kinder können ganz selbstverständlich an dieser Handlung teilnehmen und sie begreifen. Umrahmt wird dieser Teil des Abends von gemeinsam gesungenen Liedern, an der Orgel oder am Flügel begleitet.“
Im zweiten Teil bekommt das (Abend-)Mahl dann seine eigentliche Bedeutung: Nun wird an den gedeckten Tischen gemeinsam gegessen, getrunken und erzählt, zwischendurch kann man kurzen Geschichten oder einem Musikstück zum Thema des Abends lauschen. In diesem Jahr heißt das ausgewählte Thema „Toleranz“. Dabei ergibt sich bestimmt manch interessantes Gespräch mit der Tischnachbarin oder dem Tischnachbarn. „Wenn die Teilnehmer sich später nach etwa anderthalb Stunden gestärkt auf den Heimweg machen, sieht man überwiegend lächelnde Gesichter“, berichtet Ulla Wißmann. „Wahrscheinlich ist es diese entspannte und gleichzeitig feierliche Atmosphäre, die die Menschen dazu bewegt, in jedem Jahr gerne dabei zu sein.“
Eine weitere Brelinger Tradition ist das Osterbacken am Karsamstag im historischen Backhaus neben der Kirche. Der im Jahr 1988 restaurierte steinerne Backofen im Pfarrgarten wird von einem erfahrenen Team angeheizt, und Jedermann kann ab 14 Uhr seine zu Hause vorbereiteten Backwaren hierher bringen. Während Brote, Kuchen, Osterzöpfe und vieles mehr im Ofen backen, sitzen die Bäckerinnen und Bäcker bei einer Tasse Kaffee gemütlich zusammen, tauschen vielleicht Rezepte aus oder klönen. Dabei wird dann auch nicht selten das Frischgebackene gleich einmal probiert.
Am Ostersonntag treffen sich die Menschen dann um 6 Uhr morgens wieder, um singend und pilgernd, hörend und betend die Osterbotschaft zu erleben. Gemeinsam gehen sie auf neuen Gedankenwegen zur Auferstehung. Im Anschluss an den Gottesdienst wird zu einem gemeinsamen Osterfrühstück in den Gemeindesaal eingeladen, wo das geteilt wird, was alle mitgebracht haben. Wer lieber etwas später aufstehen möchte, ist herzlich zum Oster-Festgottesdienst um 10 Uhr eingeladen.