Debatte um DG-Haus erhitzt Gemüter

Die ehemalige Gaststätte „Am Wietzestrand“ ist als mögliches Dorfgemeinschaftshaus ins Gespräch gebracht worden. Der Ortsrat wird beraten. Foto: A. Wiese

Ehemalige Gaststätte „Am Wietzestrand“ als möglicher Standort im Gespräch

Bissendorf-Wietze (sch). Im Nachgang der Bürgerbefragung in Bissendorf-Wietze zum Thema eines möglichen Dorfgemeinschaftshauses wollen die Initiatoren trotz eher negativer Grundstimmung der Einwohner an ihren Plänen festhalten. So war denn auch von Seiten des Ortsbürgermeisters Daniel Leide und seines Stellvertreters Florian Beier Anfang des Monats angedeutet worden, dass man bereits eine geeignete Immobilie ganz in der Nähe des ursprünglich favoritisierten Schulgrundstücks ausgemacht habe. Offensichtlich scheint es sich hierbei um die ehemalige Gaststätte „Am Wietzestrand“ gegenüber der Montessorischule zu handeln. Anlieger scheinen dies zumindest als gesichert anzunehmen und haben sich gegenüber Gemeindebürgermeister Tjark Bartels in Form eines offenen Briefes sowie einer Unterschriftensammlung gegen ein höheres Verkehrsaufkommen in ihrer Straße verwahrt. Die 41 Unterzeichner kritisieren in dem von Kerstin Zanger verfassten Schreiben „nicht mehr hinnehmbare Belästigungen“, hervorgerufen durch die parkenden und haltenden Autos vor der Schule. Dieser Zustand werde nach Ausbau der Schule mit dann rund 60 Schülerinnen und Schülern noch weiter verschlimmern. „Besonders irritiert“ äußerten sich die Anlieger zu einer möglichen Realisierung des Dorfgemeinschaftshauses in der ehemaligen Gaststätte und fordern im Falle einer Umsetzung dieser Pläne den Umbau der Straße auf Kosten der Gemeinde. Weiterhin kritisieren die Unterzeichner, dass all diese Planungen „im Geheimen und nicht in öffentlichen Sitzungen“ betrieben worden seien. Für die Gemeindeverwaltung nahm Gemeindesprecher Hinrich Burmeister Stellung. Zunächst verwies er in Sachen möglicher Belastungen durch parkende Autos vor der Schule auf den Umstand, dass bereits früher ein reger Schulbetrieb vor Ort mit einer entsprechend hohen Zahl an Schülereinnen und Schülern stattgefunden habe. Mögliche Pläne zur Einrichtung eines Dorfgemeinschaftshauses in der Gaststätte „Am Wietzestrand“ seien bisher nicht bei der Gemeindeverwaltung eingereicht worden. „Diese Initiative muss aus dem Ortsrat kommen. Wir werden gerne unsere Hilfe anbieten. Bevor wir uns aber als Verwaltung einbringen, muss zunächst ein tragfähiges Konzept stehen“, äußerte sich Burmeister gegenüber dem ECHO zu den Spekulationen. Ortsbürgermeister Daniel Leide bestätigte zwar auf Nachfrage des ECHO, dass vom Vermieter der ehemaligen Gaststätte diese ins Spiel gebracht worden sei, doch sei noch überhaupt nichts beschlossen. Der Ortsrat werde sich mit der Thematik Dorfgemeinschaftshaus in Ruhe und ergebnisoffen auseinandersetzen und öffentlich beraten. Über den Vorstoß der Anlieger zu diesem Zeitpunkt zeigte sich Leide verwundert und nicht informiert. Eine klare Position bezog auch der Trägerverein der Montessorischule, deren Sprecherin Kirsten Feld-Türkis die angenommenen Schülerzahlen der Beschwerdeführer deutlich nach unten korrigierte. Die mittelfristige Planung nach dem Neubau liege bei 40 Schülerinnen und Schüler. Natürlich werde die Schule im Zuge der weiteren Planungen auch Bewerten, wie die Parksituation zukünftig besser zu lösen sei, so Feld-Türkis weiter. Warum die Anwohner das kurzfristige Parken vor der Schule in der recht kurzen Zeit zu Schulbeginn und Schulschluss aktuell als „nicht mehr hinnehmbar“ beschreiben, wirft zu dem die Frage auf, wen dies so vehement belästigt, schließlich ist die Gaststätte gegenüber der Schule nicht in Betrieb.