„Den Suedlink weiter im Fokus behalten“

FDP-Ratsherr Erik van der Vorm (links) und FDP-Landesvorsitzender Stefan Birkner raten der Bürgerinitiative weiter in Hab-Acht-Stellung zu bleiben. Foto: A. Wiese

FDP-Politiker begrüßen Neuplanung und Erdverkabelung, sind aber weiter wachsam

Wedemark (awi). Der FDP-Landesvorsitzende und Landtagsabgeordnete Stefan Birkner sei einer der kompetentesten Politiker in Sachen Suedlinksproblematik in der Region, betonte FDP-Ratsherr Erik van der Vorm in einem Pressegespräch am Mittwoch. Daher habe er ihn gebeten, die aktuelle Situation für die Wedemark zu erläutern, nachdem die bisherige Planung nicht mehr Gegenstand des Verfahrens sei. Dass dies so gekommen sei, sei dem sachlichen und engagierten Widerstand der Bürger und Initiativen wie der Suedlink-Initiative in Brelingen zu verdanken, betonte van der Vorm. Er versäumte aber auch nicht, den Verdienst des ehemaligen Wedemärker Bürgermeisters Tjark Bartels zu erwähnen, der als Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont und als Sprecher der anliegenden Kreise sich in Sachen Suedlink engagiert und viel bewegt habe. Stefan Birkner erklärte, Tennet warte jetzt darauf, dass die Gesetzesnovelle zur zwingenden Erdverkabelung umgesetzt werden, um den Suedlink dann komplett neu zu planen. Entscheidend sei, dass die Bewertungskriterien, die neu definiert werden müssten, frühzeitig öffentlich gemacht würden , damit alle Beteiligte gleichzeitg die Möglichkeit zur Beratung hätten. Er hoffe zudem, so Birkner, dass Tennet aus den Fehlern in den vergangenen Beteiligungsverfahren gelernt habe und es nicht wieder Bürgerbeteiligungen zweiter Klasse geben werde, weil kurzfristig Alternativen ausgegraben würden. Die Infoveranstaltungen, das räumte Birkner ein, seien für die Bürger nicht aussagefähig gewesen. Für die Wedemark und die Region drumherum bedeute die aktuelle Entwicklung: Wachsam bleiben, nicht zurücklehnen, die Trassenführung quer durch die Wedemark und möglicherweise den Brelinger Berg sei keineswegs für alle Zeiten vom Tisch. Die Leitung an sich werde und müsse kommen. Die planerischen Informationen für dieses Gebiet seien bei Tennet vorhanden und man müsse damit rechnen, dass die Wedemark auch bei einer Erdverkabelung wieder in den Fokus komme. FDP-Ratsherr Erik van der Vorm sieht das Problem bei der Erdverkabelung in dem vorgeschriebenen 40 Meter breiten Schutzstreifen, in dem es keinerlei Pflanzungen geben dürfe. Birkner berichtete, er habe sich kürzlich Erdkabelbaustellen von Tennet in Ostffiesland angesehen. Allein die Kabel nähmen zwischen fünf und zehn Meter Breite in Anspruch. Für die Verbindung seien Muffenbauwerke notwendig, allerdings keine Versorgungsbauwerke, habe er erfahren. Verlegt würden die Erdkabel in einem Kies-Sand-Bett zur Wärmeableitung. Er habe erfahren, dass eine Bepflanzung möglich sei. Werde die Vegetation auf einer landwirtschaftlichen Fläche durch die Wärmeentwicklung geschädigt, hätten die betroffenen Landwirte so wie es zurzeit aussehe Anspruch auf Entschädigung. Auf jeden Fall werde die Erdverkabelung viel erleichtern, so Birkner, ein Allheilmittel sei sie allerdings nicht. Wie sie sich in den Mooren verwirklichen ließe, bleibe abzuwarten. Ärgerlich sei, dass eine noch nicht defininierte Summe an Planungs-
kosten in den Sand gesetzt worden sei, dies werde sich bei den Strompreisen bemerkbar machen und damit die Verbraucher treffen. Den Bürgerinitiativen riet Birkner abschließend, die Mobilisierung zwar nicht auf dem bisherigen hohen Niveau zu halten, damit sie sich nicht abnutze, aber weiter untereinander und mit den Politikern im Gespräch zu bleiben.