Der „Blitzeranhänger“ ist da

Der neue Geschwindigkeitsmessanhänger fällt in die Verantwortung von Fachbereichsleiter Jürgen Auhagen. Aktuell steht er an der L190 in Mellendorf. Foto: A. Wiese

Gemeinde hat die Anschaffung auf ausdrücklichen Bürgerwunsch hin getätigt

Wedemark (awi). Jürgen Auhagen vom Fachbereich Ordnung und öffentliche Sicherheit der Gemeinde Wedemark möchte ihn lieber als „Geschwindigkeitsmessanhänger“ betitelt haben, aber im Volksmund wird er immer der „Blitzeranhänger“ sein. Und der ist jetzt eingetroffen und von der Gemeinde auch unverzüglich seiner Bestimmung zugeführt worden. Erster Standort war am Donnerstag und Freitag die L 190 in Mellendorf kurz vor der Einmündung Teichgartenstraße. Hier misst die 3-D-Technik-Einheit in dem insgesamt 143.000 Euro teuren Anhänger die Geschwindigkeit der Fahrzeuge, die aus Richtung Hellendorf kommen und kann Verstöße bis zu 330 km/h aufnehmen. Das Gerät misst über mehrere Fahrspuren, kann Lastwagen und Personenwagen unterscheiden und so programmiert werden, dass unterschiedliche Geschwindigkeiten zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten erfasst werden, beispielsweise wenn zwischen 22 und 6 Uhr Tempo 30 gilt. Gemessen wird 24 Stunden am Tag, als auch nachts. Etwa alle zehn Tage müssen die acht Lithium-Akkus etwa eine Nacht lang aufgeladen werden. Ob der Anhänger im Zusammenhang damit dann auch alle zehn Tage den Standort wechselt, darauf möchte sich Auhagen nicht festlegen. Auf jeden Fall wird der „Blitzeranhänger“ aber ziemlich nahtlos in der Wedemark an von der Polizeidirektion Burgdorf genehmigten Messpunkten im Einsatz sein, kündigte Auhagen an. Er ist so eingestellt, dass er beispielsweise bei vorgeschriebenem Tempo 50 ab einer Geschwindigkeit von 58 km/h auslöst. Die erfassten Daten werden verschlüsselt an die Region übermittelt, die dann in der Regel im Zeitraum von drei Monaten die Ahndung der Verstöße vornimmt. Bei einer mobilen Anlage wie diesem Anhänger erhält die Kommune 50 Prozent der Einnahmen aus den Bußgeldern, bei einer stationären Anlage wären es nur 40 Prozent. Den Rest behält die Region für die Bearbeitung ein. 150 Meter Abstand der Messeinrichtung vom Ortsschild sind Pflicht, rund 200 Meter davon entfernt ist der Anhänger bei seinem ersten Einsatz an der L 190 aufgestellt. Auhagen muss nicht nur darauf achten, dass der nötige Abstand eingehalten wird, sondern die Seitenfläche, wo der Anhänger steht, muss auch breit und stabil genug dafür sein. Immerhin wiegt das gute Stück 1.300 Kilogramm, es ist schusssicher und mit einer Alarmanlage gegen Vandalismus und Diebstahl gesichert. Zudem ist der Anhänger so abgesenkt, dass er so nicht an ein Zugfahrzeug angekoppelt werden kann. Seit vielen Jahren werde die Verkehrssituation in den Ortsdurchfahrten in der Bevölkerung und in den Ortsräten diskutiert, so Auhagen. Insbesondere überhöhte Geschwindigkeiten und die Verkehrsmenge mit damit verbundenen Beeinträchtigungen der Verkehrssicherheit seien wesentlicher Teil der Diskussion. Durch die Dauerbaustelle auf der A7 und den Umleitungsverkehr sei das Thema wieder verstärkt in den Fokus gerückt und eine durchgängige Verkehrsüberwachung daher gefordert worden. Deren Ziel sei es Unfälle zu verhüten, Unfallfolgen zu mindern, größtmögliche Sicherheit für besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer sowie partnerschaftliches und rücksichtsvolles Verhalten aller zueinander zu schaffen.