Der Landmarkt in Corona-Zeiten

Der Bissendorfer Landmarkt in Corona-Zeiten: Deutlich weniger Stände und Abstandsmarker sowie Schilder, die auf die EInhaltung der gebotenen Regeln hinweisen. Die Kunden halten die Abstände korrekt ein. Foto: A. Wiese

Auf dem Markt an frischer Luft kauft es sich sicherer ein als im Supermarkt

Bissendorf (awi). Das Erscheinungsbild des Bissendorfer Landmarkts hat sich in Corona-Zeiten deutlich verändert: Noch immer reihen sich am Donnerstagnachmittag zwischen 14 und 18 Uhr Stände regionaler Erzeuger auf dem Amtshof aneinander – aber wesentlich weniger als vor der Corona-Krise und mit deutlich größerem Abstand zueinander. Die Stände vom Weinhandel Müsken, der Burgwedeler Brauerei, der Crêperie von tour, Kafkao Republik, der Gärtnerei Koch und der Imbisswagen der Fleischerei Dettmers fehlen wegen der Auflagen während der Corona-Krise komplett. Sebastian Manstein darf seine Crêpes zurzeit nicht vor Ort produzieren. Martin Müsken, Sven Harder und Edgar Luttermann dürfen Wein, Bier und Kaffee nicht auf dem Markt ausschenken und für den reinen Flaschenverkauf lohne sich der Aufbau nicht, bedauert Martin Müsken. Was den Blumenverkauf betrifft, ist das rechtliche Hin und Her der Vorgaben verwirrend. Möglicherweise ist die Gärtnerei nächste Woche wieder vor Ort. Bäcker Achim Tenner konnte krankheitsbedingt bereits zweimal nicht kommen und wird wohl auch nächste Woche noch nicht wieder dabei sein. Die Gemeinde kontrolliert vor Ort streng, ob die Auflagen eingehalten werden, keine Tische und Bänke aufgebaut und Abstands- und Hygieneregeln befolgt werden. Landmarktvereinsvorsitzender Carsten Dettmers steht in engem Austausch mit dem Fachbereich Öffentliche Ordnung, gibt deren Anmerkungen sofort an seine Mitglieder weiter. „Ich bin froh, dass unsere Marktbeschicker alle so vernünftig sind und sich an die Vorgaben und Auflagen halten“, so Dettmers, der auf keinen Fall riskieren kann, dass die Gemeinde denMarkt schließt. Die Kunden nutzen das Angebot, auch wenn es durch die fehlenden Stände verringert ist, deutlich mehr als vorher. „Der Einkauf hier bei uns an der frischen Luft ist auf jeden Fall sicherer, was die Ansteckung betrifft als in den geschlossenen Supermärkten“, ist Carsten Dettmers überzeugt. Wartezeiten an den Ständen würden geduldig in Kauf genommen. Das war auch beim letzten Markt zu beobachten. Da wird dann in der Warteschlange halt ein Buch gelesen oder das Gesicht entspannt in die Sonne gehalten. Viele Kunden auf dem Markt trugen Mundschutz wie auch einige der Verkäufer und hatten auch Verständnis für die Aufforderung auf dem Aufsteller: Gehen Sie bitte nach Erledigung Ihres Einkaufs nach Hause. „Das sollte man ohnehin“, ergänzt Carsten Dettmers, denn die Kühlkette der Waren sollte so kurz wie möglich unterbrochen werden“ Die Beschicker des Bissendorfer Landmarktes, zu denen auch in den nächsten Wochen auf jeden Fall die Fleischerei Dettmers, Fisch Schmidt, die mediterranen Spezialitäten, die Vollkornbäckerei Bundschuh, die Eilter Bauernkäserei, Imker Cord Hemme und die Gemüsehändler Hof Schönhoff und der Biohof Rotermund-Hemme gehören werden, freuen sich auch an den nächsten Donnerstagen trotz aller Einschränkungen auf ihre Kunden.
Zur Unterstützung bäuerlicher Betriebe und regionaler Erzeuger ruft übrigens aktuell auch der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) auf. Denn auch wenn die Versorgung mit Lebensmitteln weiterhin gesichert sei: Die Logistik bei der Versorgung mit Lebensmitteln stehederzeit vor großen Herausforderungen, mit denen auch landwirtschaftliche Betriebe konfrontiert seien. Menschen, die Lebensmittel produzieren und vermarkten, sind systemrelevant und benötigen die Unterstützung der Verbraucher sowie eine faire Bezahlung. Langfristig müssen die Verbraucher regionale landwirtschaftliche Kreisläufe fördern, da diese weniger krisenanfällig sind, betont der BUND und wirbt für den Einkauf ökologisch erzeugter und regionaler Lebensmittel direkt beim Bauern beziehungsweise auf den regionalen Wochenmärkten.
Auch viele Hofläden haben weiterhin geöffnet. Mit dem Einkauf bei den Erzeugern unterstützen die Kunden deren Direktvermarktung, es kommt mehr Geld direkt bei den Landwirten und regionalen Erzeugern anderer Produkte an. Viele Betriebe informieren auf ihren Internetseiten, ob die Abholung von Produkten auf dem Hof möglich ist und welche Sonderregelungen derzeit bestehen. Oft kann der Weg zum Markt oder zum Hofladen klimafreundlich mit einer Fahrradtour verbunden werden.