Der MTV freut sich aufs Umziehen

Schon bald werden die Plätze bespielbar sein: Die MTV-Vorsitzenden Günter Stechmann (rechts) und Rudi Ringe (links) beraten mit Holger Zorn von der Gemeinde (2. von links) und Außenanlagenplaner Karl-Heinz Geßner auf der Baustelle über das weitere Vorgehen. Foto: S. Birkner

Fußballer werden alten Sportplatz Anfang Oktober verlassen

Mellendorf (sb). Wer noch einmal Fußball auf dem Sportgelände an der Hermann-Löns-Straße sehen will, muss sich allmählich beeilen. Wie der Mellendorfer TV und die Gemeindeverwaltung gestern bekannt gaben, werden spätestens Anfang Oktober die letzten Tore auf der alten Sportanlage fallen.
Grund dafür sind die Fortschritte beim Bau der neuen Fußballplätze. Das 4,5 Hektar große neue Zuhause des MTV an der Industriestraße wird innerhalb kürzester Zeit zwei wettbewerbsfähige Spielfelder aufweisen. So wird der B-Platz mit Rollrasen ausgestattet, dessen Verlegung in den kommenden Wochen erfolgen soll. Auch das zweite Feld, der Kunstrasenplatz, wird innerhalb weniger Tage bespielbar sein. Spätestens Anfang Oktober sollen beide Plätze voll zur Verfügung stehen. Provisorische Umkleiden und Duschen in Spezialcontainern ermöglichen die Aufrechterhaltung des Trainings- und Spielbetriebs, wenn der alte Sportplatz schon als Bauland erschlossen wird. Um Gastmannschaften angemessene Wettbewerbsbedingungen bieten zu können, werden zumindest die Punktspiele der Herrenteams ins Wedemark-Stadion verlegt.
Holger Zorn vom Team Bauplanung und Bauaufsicht der Gemeinde beleuchtete beim gestrigen Ortstermin an der Industriestraße die Kostenkalkulation. „Die Größenordnung von 2,9 Millionen Euro, die die Gemeinde für den Sportplatzbau veranschlagt hat, wird eingehalten werden“, versicherte er. Zwar seien auf dem neuen Gelände mehr Torflinsen als angenommen im Boden gefunden worden, Einsparungen an anderer, nicht genannter Stelle glichen die Kostenkalkulation aber aus.
Während der Umzug der Fußballsparte also unmittelbar bevorsteht, lässt die endgültige Fertigstellung der Anlage weiter auf sich warten. Der Rasen auf dem A-Platz soll im Spätsommer gesäht werden und Mitte nächsten Jahres einsatzbereit sein. Verzögerungen sind in erster Linie beim Bau des Gebäudekomplexes zu erwarten. Der Hochbau hatte ursprünglich bereits im Juni beginnen sollen, liegt aber nach wie vor auf Eis. Der Grund: Am Bau der Sporthalle und des Clubheims beteiligt sich der MTV abzüglich aller Zuschüsse mit 1,2 Millionen Euro. Weil Banken dem Sportverein nicht die notwendige Kreditwürdigkeit einräumen, wird eine Ausfallbürgschaft seitens der Gemeinde notwendig. Diese sichert die Banken im Falle einer MTV-Insolvenz ab. Darüber, ob die Gemeinde das Volumen von 1,2 Millionen Euro schultern wird, informierte Gemeindebürgermeister Tjark Bartels die MTV-Verantwortlichen gestern nach Redaktionsschluss.
Günter Stechmann pochte am Morgen auf diese notwendige Zusage der Kommune. Der MTV-Vorsitzende berichtete von Vertragsangeboten, die dem Verein seitens verschiedener Baufirmen schon vorlägen. „Falls wir die Firmen aufgrund der fehlenden Bürgschaft weiter hinhalten müssen, werden die Ergebnisse der Ausschreibungen nicht aufrechtzuerhalten sein“, sagte er und hoffte auf ein Entgegenkommen des Bürgermeisters. Eine nicht-öffentliche Gemeinderatssitzung am vorigen Montag könnte bereits Klarheit gebracht haben. Das Wedemark ECHO berichtet in Kürze über den weiteren Verlauf des Sportplatzbaus.