Der Ortsrat Bissendorf hat getagt

Investor Rainer de Groot plant, diese Eiche in das Bauvorhaben „Neue Höfe“ in Bissendorf zu integrieren. Foto: B. Stache

Verhindert die alte Eiche das Bauvorhaben „Neue Höfe“?

Bissendorf (st). Mit einem deutlichen Votum für das Bauvorhaben „Neue Höfe“ des Investors Rainer de Groot spiegelte der Bissendorfer Ortsrat während seiner öffentlichen Sitzung am Montagabend im Bürgersaal des Bürgerhauses die Auffassung eines Großteils der zirka 70 Zuhörer wider. „Wir sind einer Meinung, dass wir dieses Projekt für Bissendorf wollen. Der Ort muss irgendwie in die Zukunft geführt werden. Wir sind kein Museumsdorf. Es muss eine positive Entwicklung passen, ohne das Ambiente zu zerstören. Und dazu schien uns die Planung von Herrn de Groot geeignet“, machte Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann während der Ortsratssitzung deutlich. De Groot hatte zuvor Gelegenheit, seine bisherigen Pläne zur Neugestaltung des Gebäudekomplexes mit integrierter Tiefgarage in zentraler Lage in Bissendorf vorzustellen. Die mächtige, alte Eiche im Bereich der Straße Am Markt ist in die Pläne des Investors integriert. Um den Baum, den manch einer unter Naturschutz gestellt sehen möchte, entwickelte sich eine lange, teilweise konträre Diskussion. Der Ortsrat lehnt die Ausweisung der alten Eiche als Naturdenkmal ab und folgt damit einer Empfehlung der Wedemärker Verwaltung. In der entsprechenden Verwaltungsvorlage heißt es: „Nach Abwägung aller für eine Ausweisung der Eiche als Naturdenkmal und der gegen eine solche Ausweisung sprechende Gründe wird die Verwaltung die Region Hannover bitten, von einer Ausweisung der Eiche in Bissendorf, Am Markt 10 Abstand zu nehmen. Das entsprechende Schreiben wird am 13.05. an die Region übersandt. Die Verwaltung wird gemeinsam mit dem Investor einen Maßnahmenkatalog erarbeiten und den Investor bei der Umsetzung begleiten, um die Eiche größtmöglich zu schützen und um sie zu erhalten.“ Rainer de Groot erklärte dazu: „Wird der Baum ein Naturdenkmal, werde ich das Projekt nicht realisieren. Dann bleiben die Gebäude so liegen wie sie jetzt sind.“ Das Problem für die geplante Bebauung stellt das ungewöhnlich weite Wurzelwerk der Eiche dar. Ein Gutachter hat festgestellt, dass bis zu 26 Meter lange Wurzeln in den Bereich der Baumaßnahme reichen. „Ich bin bereit, 150 000 Euro in den Erhalt des Baumes fließen zu lassen“, versprach der Investor für den Fall, dass er das Bauvorhaben „Neue Höfe“ umsetzen kann. Susanne Brakelmann gab den Ortsratsmitgliedern folgenden Text zur Abstimmung, der die Einbindung des Ortsrates in die weiteren Schritte auf dem Wege des Bauvorhabens „Neue Höfe“ gewährleisten soll: „Der von der Verwaltung und dem Investor noch zu erarbeitende Maßnahmenkatalog soll schriftlich abgefasst werden und ist nach Erstellung dem Ortsrat unverzüglich zur Kenntnis zu geben. Über das laufende Verfahren und die Abstimmungen zwischen dem Investor und der Gemeinde Wedemark ist der Ortsrat ebenfalls regelmäßig zu informieren.“ Von den anwesenden Ortsratsmitgliedern stimmten sieben zu, Horst Menze (GRÜNE) enthielt sich der Stimme.