Deutsch-Französisches Partnerschaftstreffen

Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier (von links), die Bürgermeister Helge Zychlinski und Pascal Delnef, Virginie Delnef sowie Ludivine Goy-Cordellier beim Erinnerungsfoto vor dem Amtshaus in Bissendorf. Foto: B. Stache
 
Helge Zychlinski (von links) bringt Bürgermeister Pascal Delnef, dessen Ehefrau Virginie und Ludivine Goy-Cordellier die Wedemark mit einer Präsentation näher. Foto: B. Stache

Bürgermeister Helge Zychlinski begrüßt seinen Amtskollegen Pascal Delnefs aus Roye

Bissendorf (st). Die Städtepartnerschaft Roye – Wedemark besteht seit 1984. Seitens der Wedemark ist das Partnerschaftskomitee mit seiner Vorsitzenden Andrea Giese Bindeglied zur französischen Stadt Roye im Département Somme, zirka 100 Kilometer nördlich von Paris gelegen. Seither hat es vielfältige Begegnungen zwischen Sport- und Kulturvereinen, Feuerwehren, Soldatenkameradschaften, Verwaltung und privaten Gruppen gegeben. Die beiden Bürgermeister Pascal Delnef (Maire de Roye) und Helge Zychlinski hatten im November 2018 mit Kranzniederlegungen am französischen Kriegerdenkmal in Roye und auf einem deutschen Soldatenfriedhof der Toten des Ersten Weltkriegs gedacht. Zu einem dreitägigen Informations- und Arbeitsbesuch war am vergangenen Wochenende der Bürgermeister von Roye mit Ehefrau Virginie Delnef und Ludivine Goy-Cordellier, Leiterin des Bereichs „Soziales“ der Gemeindeverwaltung Roye, sowie einer Delegation in der Wedemark zu Gast. Bürgermeister Helge Zychlinski begrüßte die Gäste am Freitagmorgen im Bürgerhaus in Bissendorf und zeigte ihnen im Beisein der Ersten Gemeinderätin Susanne Schönemeier eine informative Präsentation der Wedemark. Ursula Tammenhein bewährte sich als Übersetzerin. Bürgermeister Pascal Delnef erinnerte an den Beginn der Städtepartnerschaft. Im Sommer 1975 trafen sich die Familien Stüble aus Brelingen und Tabaka aus Roye auf einem französischen Campingplatz und lernten sich näher kennen. Dass sich aus dieser Bekanntschaft eine feste Städtepartnerschaft ergeben würde, hätte damals niemand geahnt. Mittlerweile existiert diese Partnerschaft über eine Distanz von 700 Kilometern. Das Besuchsprogramm vom Wochenende war gut gefüllt und beinhaltete auch Arbeitsgespräche, die sich mit der Frage beschäftigten, wie die Partnerschaft noch mehr mit Leben erfüllt werden kann. Am Freitag besichtigten die Gäste in Wennebostel die Firma Sennheiser Electronic, das Schulzentrums Campus W, Jugendhalle, das Eisstadion mit benachbartem Spaßbad sowie das Sportgelände des MTV. Für Sonnabendvormittag standen eine Führung durch das Moor-Informationszentrum MOORiZ und eine kurze Wanderung über den Moor-Erlebnispfad in Resse auf dem Programm. Am Nachmittag fand ein Arbeitstreffen statt. Sonntagvormittag ging es zur Kranzniederlegung auf den Friedhof in Elze, an der auch der Musikzug Elze teilnahm. Anschließend wurde die Gedenkstätte Bergen Belsen besucht. Auf die Frage nach dem aufkeimenden Nationalismus in Europa und anderen Teilen der Welt sowie die Bedeutung der Städtepartnerschaft Roye-Wedemark erklärte der französische Bürgermeister, dass dieses Thema Nationalismus in Roye und Frankreich sehr sensibel gehandhabt werde und man ihm entgegenwirke. „Ein schweres, ernstes und wichtiges Thema“, übersetzte Ursula Tammenhein. Pascal Delnef möchte mit der Städtepartnerschaft ein Zeichen gegen nationalistische Bestrebungen und für ein demokratisches Europa setzen. Helge Zychlinski nahm wie folgt Stellung: „Ich bin der Auffassung, gegen dieses Gift des Nationalismus gibt es nur ein einziges Gegenmittel – die Begegnung mit Menschen anderer Länder. Und dafür ist eine solche Partnerschaft geradezu prädestiniert.“ Die Gäste aus Roye traten am Montagmorgen die Rückreise nach Frankreich an.