Dialog zwischen Funktion und Ästhetik

Peter Asendorf mit dem Jahrbuch Metall Design 2013. Foto: A. Wiese

Wedemärker Metallgestalter Peter Asendorf im Jahrbuch Metall Design

Brelingen (awi). Einmal mehr hat ein Wedemärker Künstler weit über die Grenzen seiner Heimatregion hi-
naus Bekanntheit gewonnen: Der Metallgestalter Peter Asendorf, der seine Werkstatt seit vielen Jahren am Twegten in Brelingen hat, ist im Jahrbuch Metall Design international 2013 des Hephaistos-Verlages mit knapp 30 Seiten vertreten.
Hephaistos ist in der griechischen Mythologie der Gott der Schmiedekunst und des Feuers, der in seiner unterirdischen Schmiede berühmte Götter-Attribute und Waffen fertigt. Ein passender Name also für einen kleinen Verlag, der seit rund 15 Jahren jedes Jahr ein Buch herausgibt, in dem herausragende Metallgestalter und ihre Werke porträtiert werden. Bereits vor einigen Jahren hatte Peter Asendorf eine Anfrage gehabt, die Umsetzung verzögerte sich aber aufgrund eines Wechsels in der Chefredaktion. Doch jetzt hat es geklappt. Auf vielen Fotos, die auch viele bekannte Dinge aus der Wedemark zeigen, sind Werkstücke des Brelinger Metallgestalters abgebildet und erklärt. Die Fotos hat Asendorf selbst gemacht beziehungsweise eingereicht, die endgültige Auswahl hat die Redaktion getroffen. Auch der Text stammt in den Grundzügen von ihm selbst und ist in Deutsch und Englisch abgedruckt, denn das Jahrbuch des Hephaistos-Verlages stößt auch international auf großes Interesse. Druckfrisch ist das Buch jetzt auf dem Markt und im örtlichen Buchhandel bestellbar. Es kann aber auch bei Peter Asendorf direkt erworben werden. Das Buch hat mit 42 Euro seinen Preis. Den ist es aber wert, denn auch qualitativ ist das Werk hochwertig. Zunächst ist Asendorfs Werdegang skizziert: Geboren 1950 in Bremen, Schmiedelehre nach dem Abschluss der Volksschule in Bad Zwischenahn in der Kunstschmiede Gerd Standstede. Im Lehrabschluss-jahr 1969 Bezirks- und Landessieger im Leistungswettbewerb der Handwerksjugend der Handwerkskammer Odelnburg. Nach dem Wehrdienst 1971 Geselle in der Kunstschmiede Schindler in Stuttgart und Studium an der Fachhochschule in Aachen. 1976 Abschluss als „Produkt-Designer grad“ und Eröffnung einer Werkstatt in Bad Harzburg. 1984 kam Asendorf in die Wedemark und pachtete die Schmiede in Brelingen. Einen repräsentativen Ausstellungs- und Verkaufsraum hat Asendorf gemeinsam mit seiner Frau, der Goldschmiedin, auch in dem Geschäft gold + stahl in Bissendorf, Am Markt. Seit 1978 beteiligte sich Asendorf immer wieder an Ausstellungen und Treffen im In- und Ausland und wurde mehrfach ausgezeichnet. So bekam er 1982 den Jugendförderpreis der Stadt Bad Harzburg, 1983 den Förderpreis für das gestaltende Handwerk des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft und Verkehr. Im gleichen Jahr nahm Asendorf an einem Schmiedetreffen in den USA teil. 1985 stellte er auf der Sonderschau „Feuer + Stahl“ des Landesinnungsverbandes Niedersachsen und Bremen aus, erhielt 1989 den Staatspreis für gestaltendes Handwerk Niedersachsen und 2001 die Silbermedaille für ein Grabkreuz auf der Bundesgartenschau in Potsdam. Seine Lehrlinge haben ihre Abschlussprüfung fast alle mit Auszeichnung bestanden. In dem Buch erklärt der Künstler seine Philosophie „gehaltvollen, zeitgemäßen Metalldesigns“: Seine Formensprache folge einem ähnlichen Anspruch wie die eines Hermann Gradinger oder eines Paul Zimmermann, Kollegen, mit denen er befreundet sei. Das Jahrbuch zitiert ihn mit den Worten: „Unsere Aufgabe, Metall zu gestalten, hängt von einigen Faktoren ab: Die Auseinandersetzung mit Architektur und Raum, die sich stellt, wenn wir Tore, Gitter und Geländer entwerfen, ist genauso wichtig wie Funktion, Proportion und Handwerklichkeit.“ So sei es eine Seltenheit, ein zeitgemäß gestaltetes Gitter zu entdecken. Das bedeute nicht, dass man die Tradition verwerfen müsse und auch nicht, dass traditionelles Handwerk nicht stattfinde. Doch es gehe darum, jeden Auftrag ganz individuell zu betrachten. Asendorf ist überzeugt:„Individuelles Arbeiten heißt, für ein bestimmtes Projekt eine gestalterische und funktionelle Lösung zu entwerfen, die alle zufriedenstellt“. „Es ist der Dialog zwischen Funktion und Ästhetik, Macher und Konsument, materialgerecht und zeitgemäß, der unsere Entwürfe prägt“, wird Peter Asendorf schon wieder fast philosophisch.